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30.12.2011

14:15 Uhr

Börse Frankfurt

Dax beendet miserables Börsenjahr

Es ist vorbei, endlich. Nur wenige Anleger dürften dem Börsenjahr 2011 nachtrauern. Historische Verluste, Turbulenzen und Kurssprünge prägten das Geschehen. Die Prognosen für 2012 fallen verhalten aus.

Kurve des Deutschen Aktienindex in Frankfurt am Main. dapd

Kurve des Deutschen Aktienindex in Frankfurt am Main.

DüsseldorfWas für ein Börsenjahr. Viele Prognosen wurden aufgrund der Schuldenkrise hinfällig, der Euro verlor gegenüber dem Dollar gut drei Prozent und der Dax legte historisch lange Talfahrten hin. Selbst die Jahresendrally blieb dieses Jahr aus.

Am letzten Handelstag des Jahres ging es dagegen eher ruhig zu. In einem eher dünnen Handel pendelte der Dax nur wenig verändert zwischen Minus und Plus und schloss am verkürzten Handelstag um 14 Uhr 0,9 Prozent höher bei 5.898 Punkten.

Seit Weihnachten sind die Umsätze stark gesunken. Im Dax zum Beispiel wurden zuletzt nur Aktien im Volumen von gut einer Milliarde Euro gehandelt – an normalen Tagen sind es deutlich mehr als drei Milliarden Euro. Christoph Schmidt von der Wertpapierhandelsbank NMF bezeichnete die Kurse deshalb als „zufallsgetrieben“.

Tops des Jahres 2011 (Dax)

Linde

+ 0,17 Prozent

Adidas

+ 1,33 Prozent

Beiersdorf

+ 4,81 Prozent

SAP AG

+ 7,32 Prozent

Fresenius SE

+ 13,18 Prozent

Fresenius Medical Care

+ 20,19 Prozent

Merck KGaA

+ 26,53 Prozent

Analyst Stefan de Schutter von der Alpha Wertpapierhandelsbank sprach von einem „lustlosen und zufallsgetriebenen Handel“, der sich auch in der ersten Woche des neuen Jahres fortsetzen dürfte. Am Montag nämlich bleiben die Börsen in den USA, Großbritannien, Japan und der Schweiz geschlossen.

So war 2011

Insgesamt hat der Dax somit in diesem Jahr 14,7 Prozent verloren, der Euro Stoxx 50 Index für die Standardwerte im Euro-Raum büßte auf Jahressicht sogar 18 Prozent ein. Dabei hatte es vielversprechend begonnen: Bis zum Mai kletterte der Dax auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 7600 Zählern. Im Zuge der europäischen Schuldenkrise folgte dann ein Absturz um mehr als 2500 Punkte. Der Tiefpunkt war ein Stand von 4965,80 Stellen im September. Dies war der niedrigste Stand seit gut zwei Jahren.

Die Flops des Jahres 2011 (Dax)

Daimler

- 34,11 Prozent

K+S

- 37,88 Prozent

ThyssenKrupp

- 42,43 Prozent

Deutsche Lufthansa

- 44,61 Prozent

RWE

- 45,75 Prozent

Metro

- 47,39 Prozent

Commerzbank

- 71,24 Prozent

Deutschlands Konzerne haben einer Studie zufolge infolge der Euro-Schuldenkrise an Gewicht an den Weltbörsen eingebüßt. Zwar platzierten sich wie im Vorjahr vier deutsche Adressen unter den 100 teuersten Unternehmen der Welt, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young ermittelt hat. Allerdings nahm deren Börsenwert mit Ausnahme der Softwareschmiede SAP ab. Angeführt wird die Top-100-Liste wie schon 2010 vom US-Ölriesen Exxon.

Nur sieben von 30 Papieren im Dax dürften das Jahr im Plus beenden. Der größte Gewinner wird einer der Kleinsten sein: Merck KGaA. Mit einem Plus von 28 Prozent lässt der Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern alle hinter sich. Nach Marktkapitalisierung ist das Unternehmen das zweitkleinste in der ersten deutschen Börsenliga; es ist gerade mal fünf Milliarden Euro wert, kleiner ist nur noch die Lufthansa.

Wie 2011 am meisten aus 100.000 Euro wurde

Sparbuch (Durchschnitt)

100.062 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

101.450 Euro

Schweizer Franken

102.280 Euro

US-Dollar

102.360 Euro

Unternehmensanleihen (Investment-Grade)

103.690 Euro

Japanische Yen

106.430 Euro

Spanische Staatsanleihen (7 Jahre)

107.430 Euro

US-Aktien (Dow Jones Index)

107.490 Euro

Öl (WTI, je Fass)

111.780 Euro

Staatsanleihen Schwellenländer (auf Dollar lautend)

112.550 Euro

Gold (je Feinunze)

115.910 Euro

Lebendrind (je Pfund)

117.380 Euro

Irische Staatsanleihe (4 Jahre)

122.820 Euro

Deutsche Staatsanleihe (17 Jahre)

123.130 Euro

Neuseeländische Staatsanleihen (9 Jahre)

124.210 Euro

Mongolische Aktien (MSE Top 20)

127.360 Euro

Schwedische Staatsanleihen (13 Jahre)

129.610 Euro

US-Staatsanleihen (15 Jahre)

130.690 Euro

Britische Staatsanleihen (Laufzeit unendlich)

132.230 Euro

Venezolanische Aktien (IBC-Index)

183.500 Euro

Schwächster Wert im Dax ist auf Jahressicht – wenig verwunderlich – die Commerzbank. Unter dem Strich steht ein Minus von 71 Prozent. Im Frühjahr kostete die Aktie noch mehr als sechs Euro. Danach belastete zunächst die große Kapitalerhöhung den Kurs. Später wurde klar, dass die Commerzbank wohl noch mehr Kapital braucht. Die Aktie rutschte zwischendurch fast auf Pennystock-Niveau, also die Nähe der Ein-Euro-Marke. Solange die Kapitalfrage nicht geklärt sei, sollten Anleger noch nicht auf steigende Kurse setzen, meint Dirk Becker von Kepler Equities. Die Aktie sei allerdings auch schon zu günstig, um auf fallende Kurse zu wetten.

Schuldenkrise und nervöse Anleger sorgten für Turbulenzen beim Euro: Das Jahr 2011 war definitiv kein gutes Jahr für den Euro. Die Gemeinschaftswährung hat im zu Ende gehenden Jahr ein Minus von gut drei Prozent verzeichnet und damit das zweite Jahr in Folge einen Verlust. Und dennoch: Angesichts der Fülle an Problemen in der Euro-Zone halten viele Analysten das Minus des Euro für moderat.

Kommentare (12)

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aruba

30.12.2011, 08:02 Uhr

Guten Tag,... Los Maenner, zeigt dass Ihr Kerle seid. Treibt das lahme Tier bis zum 8. Januar auf 6300 und sahnt dann schnell ab. Meine schwarze Katze spuert an ihrer Verdauung dass 2012 mit einem gewaltigen Rutsch innerhalb der ersten 3 Monate startet. Glaskugel und Sterne sagen dasselbe. Besten Dank.

Account gelöscht!

30.12.2011, 09:46 Uhr

Ich habe den festen Vorsatz für das kommende Jahr, dass hier weniger sinnfreie Postings zu lesen sind.

Kostolany

30.12.2011, 09:48 Uhr

Wer kauft eigentlich bei sinkenden Kursen mit hohem Volumen ?
Wer kauft bei steigenden Kursen mit geringem Volumen ?

Steinde Kurse mit hohem Volumen zeugen von reiner Panikreaktion. Diese Käufer verkaufen so schnell wie sie gekauft haben.

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