Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.04.2011

18:10 Uhr

Börse Frankfurt

Dax beendet mit Gewinnen die Handelswoche

VonReuters , dpa

Am Freitag Abend schloss der Dax fester als am Vortag. Die Kauflaune der Anleger konnte nicht durch die Herabstufung Irlands gebremst werden. Anleger trennten sich überwiegend von Finanzwerten.

Börsentafel in Frankfurt: Die Stimmung an der Börse war heute freundlich. Quelle: dpa

Börsentafel in Frankfurt: Die Stimmung an der Börse war heute freundlich.

FrankfurtDer Dax verabschiedete sich mit einem leichten Plus von 0,44 Prozent auf 7.178,29 Zähler ins Wochenende.

Der Markt profitierte am letzten Handelstag davon, dass sich die Stimmung des Verarbeitenden Gewerbes im US-Bundesstaat New York im April überraschend aufhellte. Für einige Unsicherheiten sorgte noch die Schuldenkrise in Teilen Europas. Viele Anleger hielten sich zurück, so dass die Umsätze dünn blieben. Gleichzeitig ging die Nervosität der Anleger jedoch deutlich zurück. Dies spiegelte sich in dem siebenprozentigen Kursrutsch des Volatilitätsindex VDax wider. „Derzeit wird wieder einmal alles Schlechte so gut wie möglich verdrängt“, sagte ein Börsianer. „Außerdem muss das billige Zentralbankgeld irgendwo investiert werden, und da gibt es kaum Alternativen.“

Finanzwerte waren die größten Verlierer. Das Dax-Schlusslicht bildete die Commerzbank-Aktie nach der Platzierung der Pflichtwandelanleihe und schloss mit einem Minus von 4,28 Prozent auf 4,41 Euro. Die von der Ratingagentur Moody's erneut schlechter bewertete Bonität Irlands und die anhaltenden Diskussionen um eine mögliche Umstrukturierung der griechischen Schuldenlast verunsicherten die Investoren, sagten Händler. Da die Banken wichtige Gläubiger Irlands und Griechenlands seien, wirkten sich derartige Schritte direkt in den Bilanzen der Banken aus. Der europäische Branchenindex lag deshalb ein Prozent im Minus und damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Die Deutsche-Bank-Aktien verloren heute 1,25 Prozent auf 41,08 Euro. Die Geschäftszahlen der Bank of America trugen wenig zur Aufhellung der Branchenstimmung bei. Wegen hoher Belastungen im Hypotheken-Geschäft war der Gewinn des Instituts im ersten Quartal geringer ausgefallen als erwartet.

Die Gewinnerliste des Dax führte zum Handelsschluss Merck KGaA mit einem Gewinn von 2,36 Prozent auf 67,21 Euro an. Die Unicredit-Analysten bekräftigten ihre Kaufempfehlung für Merck vor wenigen Tagen und bescheinigten den Papieren ein Aufwärtspotenzial von 35 Prozent in den kommenden zwölf Monaten. Dies hatte sich auch heute in den Aktien niedergeschlagen. Auch Adidas-Aktien profitierten heute stark und schlossen mit 2,16 Prozent im Plus auf 46,87 Euro. Einen unmittelbaren Grund für die aktuelle Rally konnten Börsianer nicht nennen. Einer von ihnen verwies auf die Markteinführung eines neuen, besonders leichten Basketball-Schuhs. Offenbar setzten einige Anleger darauf, dass Adidas mit diesem Produkt seinem Ziel, dem Erzrivalen Nike die Weltmarktführerschaft streitig zu machen, näher komme, betonte er. Die Beiersdorf-Aktie arbeitete sich im Laufe des Tages zu den Tops im Dax mit einem Plus von 2,13 Prozent hoch. Der Konzern befürchtet zurzeit einen mittelfristigen Ausstieg seines Mehrheitsaktionärs Maxingvest.

Durch einen positiven Kommentar von Goldman Sachs über Infineon wurde das Anlegervertrauen gestärkt. Die Infineon-Aktien stiegen vor dem Wochenende um 1,20 Prozent auf 6,99 Euro. Nach dem Großauftrag der Deutschen Bahn an Siemens gehörten die Aktien des Elektronikriesen wieder zu den Meistgefragten. Die Siemensaktie schloss mit 1,59 Prozent fester. Zu den größeren Gewinnern zählte auch die Aktie des Salz- und Düngemittelherstellers K+S, die um 1,26 Prozent zulegte. Das Unternehmen denkt wegen der starken Nachfrage über eine Erhöhung seiner Kalipreise nach. Höhere Kalipreise bedeuteten höhere Einnahmen und damit höhere Aktienkurse für K+S, fasste es ein Händler zusammen.

Verkäufe dominierten in Aktien der Versorger RWE und Eon. Der RWE-Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann sagte, dass der Konzern seine Finanzziele bis 2013 erneut auf den Prüfstand stellen werde. RWE beendeten den Tag 1,01 Prozent auf 46,23 Euro schwächer, Eon büßten 0,60 Prozent ein auf 22,30 Euro. Schlechte Umsatzzahlen von Carrefour in Europa haben Metro-Aktien in Mitleidenschaft gezogen. Die Titel des deutschen Handelskonzerns verloren in einem festeren Gesamtmarkt 2,72 Prozent auf 48,20 Euro und gehörten damit mit zum zweitgrößten Verlierer im Dax.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×