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25.11.2011

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Dax beendet neuntägige Talfahrt

Der deutsche Leitindex konnte heute seine Verlustserie brechen und endlich wieder im Plus schließen. Dass der Privatsektor womöglich nicht am ESM beteiligt werden soll, ließ die Kurse kräftig steigen.

Händler an der Börse Frankfurt: Heute ging es für den Dax endlich mal wieder bergauf. Neun Tage in Folge hatte er im Minus geschlossen. dapd

Händler an der Börse Frankfurt: Heute ging es für den Dax endlich mal wieder bergauf. Neun Tage in Folge hatte er im Minus geschlossen.

Zunächst sah es so aus, als würde der Dax den zehnten Tag in Folge im Minus schließen. Bereits mit neun verlustreichen Tagen hat der Dax seine zweitlängste Verlustserie hingelegt. Allerdings kam am Nachmittag die Meldung, dass der Privatsektor an dem dauerhaften Rettungsschirm ESM womöglich nicht beteiligt werden soll. „Das würde bedeuten, dass die Banken quasi ungeschoren davonkommen“, sagte ein Händler. Das freue den Anleger, aber vermutlich nicht unbedingt den Steuerzahler. Zudem öffnete die Wall Street mit Gewinnen, was auch den Dax stützte.

Der deutsche Leitindex schloss 1,2 Prozent höher bei 5.492 Punkten. Für den Euro-Stoxx 50 ging es 0,9 Prozent nach oben. Im Wochenverlauf hat der Dax aber immer noch rund 5,3 Prozent an Wert verloren.

Gewinner der Woche (Dax, MDax, TecDax)

Heidelberger Druck

+ 14,95 Prozent

Südzucker

+ 7,90 Prozent

Software AG

+ 4,11 Prozent

Dialog Semiconductor

+ 2,94 Prozent

Rational

+ 0,86 Prozent

Belastend wirkte heute Vormittag noch die Abstufung der portugiesischen Kreditwürdigkeit auf Junk-Niveau, die am Donnerstag die Ratingagentur Fitch bekannt gegeben hatte. Selbiges Schicksal teilt nun auch Ungarn, das seinerseits von der Agenur Moody’s auf Ramschstatus herabgestuft wurde. Investoren flohen heute aus portugisieschen Anleihen. Der Kurs der zehnjährigen Papiere rutschte um 3,58 auf 51,01 Zähler ab. Die Rendite stieg auf 13,278 (spätes Vortagesgeschäft: 12,25) Prozent. Fitch hatte am Donnerstag Portugals Bonität auf BB+ gesenkt.

Ein Händler sagte: „Wir befinden uns weiter in sehr politischen Börsen, und die aktuelle Ruhe dürfte trügerisch sein - der Handel wird nervös bleiben.“ An den Börsen gebe es aber aus technischer Sicht nach der fast ungebrochenen Talfahrt der vergangenen zwei Wochen Erholungsbedarf.

Auf den Euro hatte die positive Entwicklung indes keine Wirkung: Die Gemeinschaftswährung fiel auf ein Sieben-Wochen-Tief bei 1,3210 Dollar. Devisenhändler begründeten die Schwäche mit dem anhaltenden Streit auf politischer Ebene über das richtige Rezept gegen die Schuldenkrise.

Kommentare (49)

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Account gelöscht!

25.11.2011, 07:12 Uhr

Wie definiert man eigentlich den immer wieder viel zitierten "Experten" - wie sieht ein Anforderungsprofil eines Experten aus? Denn die meisten Experten liegen immer wieder falsch - siehe gestern, denn sie stehen nicht nicht einmal mit einem Fuss in der aktiven Wirtschaft. Woehrmann, Albrecht usw. sind Fondmanager/Strategen - frueher nannte man diese auch Verkaeufer. Waere doch einmal interessant wenn sich das HB mal das Thema 'Experten" beleuchten koennte. Einfacher ist es in der Medizin - wer schon 500 mal erfolgreich einen Bypass am Herzen gelegt hat - ist ein Experte - jemand der dauernd nur einen "Schwarzen Schwan" zeichnet- noch lange nicht!

Moika

25.11.2011, 07:29 Uhr

Genau auf diesen Punkt wurde, wenn man die Entwicklung der Stimmung in den den letzten Monaten reflektiert, hin gearbeitet: Der self-fulfilling prophecy.

Account gelöscht!

25.11.2011, 08:59 Uhr

Sehe ich auch so. Darüber hinaus muß man vermuten das jeder Experte dazu neigt die Dinge in die für ihn günstige Richtung zu manipulieren. IM HB wird die Wirtschaftslange schon seit Jahren düster gezeichnet.

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