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13.11.2013

18:44 Uhr

Börse Frankfurt

Dax behauptet 9000-Punkte-Marke

Der deutsche Leitindex gab zwar leicht nach, schloss zum Ende des Börsentags aber über der wichtigen 9000er Marke. Ein Fondsmanager von Frankfurt Trust rechnet mit einer Abwärtsbewegung bis zum Jahresende.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Eon mit einem Plus von 2,07 Prozent auf einen Kurs von 13,775 Euro an der Dax-Spitze. Die Quartalszahlen waren nicht so schlecht, wie Analysten erwartet hatten. dpa

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Eon mit einem Plus von 2,07 Prozent auf einen Kurs von 13,775 Euro an der Dax-Spitze. Die Quartalszahlen waren nicht so schlecht, wie Analysten erwartet hatten.

FrankfurtDer Dax hat am Mittwoch abermals im Minus geschlossen. Äußerungen des EZB-Chefvolkswirts Peter Praet sorgten am Nachmittag aber für eine Begrenzung der Verluste. Der Topnotenbanker stellte nach der historischen Zinssenkung aus der Vorwoche weitere Lockerungen in Aussicht. Der Leitindex konnte daraufhin im Schlussspurt seine Abschläge noch kräftig reduzieren und ging mit einem Minus von 0,24 Prozent auf 9054,83 Punkte aus dem Handel. Für Enttäuschung sorgten vor allem einige Bilanzen im MDax, der um 0,91 Prozent auf 15.916,80 Punkte nachgab. Der TecDax verlor 0,18 Prozent auf 1124,27 Zähler.

Praet hatte in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ betont, alle geldpolitischen Optionen lägen „auf dem Tisch“. Dabei schloss er explizit auch Anleihekäufe als Instrument nicht aus. Gleichzeitig machten am Mittwoch am Markt wieder Spekulationen über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed die Runde.

„Die Marktteilnehmer haben Angst, dass es schon dieses Jahr einen Richtungswechsel in der US-Geldpolitik geben wird“, sagte Marktanalyst Arkadius Barczynski vom Brokerhaus GKFX. Mit Spannung wird daher an diesem Donnerstag die Anhörung der designierten US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem US-Senat erwartet, die eigentlich als Verfechterin der ultralockeren Geldpolitik gilt.

Folgen der Leitzinssenkung

Wie funktioniert der Leitzins?

Der Leitzins bestimmt die Konditionen, zu denen sich Kreditinstitute Geld bei der EZB leihen können. Außerdem richten sich die Banken auch bei ihren Geldgeschäften untereinander nach den Entscheidungen der EZB.

Was, wenn der Leitzins sinkt?

Sinkt der Leitzins, fallen in der Regel auch die Interbankzinssätze. Die niedrigeren Zinsen am Geldmarkt können die Banken an ihre Kunden weiterreichen. Sparzinsen - wie für Tages- oder Festgeld - liegen dabei oft unterhalb des Leitzinssatzes, Kreditzinsen eher darüber. Mit dieser Spanne zwischen Geldmarktzins und den Zinssätzen, die Banken Verbrauchern gewähren oder von diesen kassieren, verdienen die Institute ihr Geld.

Was bedeutet die Leitzinssenkung für Sparer?

Die erneute Leitzinssenkung deutet nach Angaben von Marcus Preu vom Finanzportal Biallo darauf hin, dass die Niedrigzinsphase länger anhält als erwartet. Eine schnelle Trendwende sei damit unwahrscheinlich. „Da schauen die Anleger jetzt erstmal in die Röhre“, sagt Preu. Andererseits profitierten die Verbraucher derzeit von der niedrigen Inflationsrate. Die Verbraucherpreise in Deutschland waren im Oktober im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,2 Prozent gestiegen.

Was sollten Verbraucher mit ihrem Ersparten tun?

Nach den Worten von Max Herbst von der FMH Finanzberatung ist es derzeit„"ziemlich egal, ob ich mein Geld zur Bank trage oder zuhause lasse. Einige Sparkassen böten schon jetzt einen Zinssatz von 0,1 Prozent für Tagesgeldkonten. Die Finanzinstitute seien wegen des billigen Geldes derzeit nicht auf das Geld von Privatleuten angewiesen und müssten sie nicht mit attraktiven Sparzinsen locken. „Die Banken brauchen den Anlagekunden momentan nicht“, stellt Herbst fest.

Was bringen langfristige Anlagen?

Verbraucher, die nicht unbedingt auf ihre Rücklagen zurückgreifen müssen, sollten ihr Geld den Experten zufolge längerfristig anlegen, um sich auskömmliche Zinsen zu sichern. Bei zweijähriger Laufzeit gibt es laut Herbst derzeit maximal 1,9 Prozent Zinsen, bei drei Jahren Laufzeit 2,15 Prozent. Bei vierjähriger Laufzeit gebe es 2,30 oder 2,40 Prozent, „aber da wird die Luft schon dünn“, sagt Herbst mit Blick auf die Auswahl attraktiver Festgeldangebote.

Werden Baukredite billiger?

Auch wenn der Leitzins nicht unbedingt der Referenzzins für Baukredite ist, können Bauherren nach den Worten von Preu derzeit "in Ruhe planen". Der zwischenzeitige Zinsanstieg beim Baugeld sei inzwischen wieder gestoppt. Laut Michiel Goris vom Immobilienfinanzierer Interhyp sind die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung in den vergangenen Tagen zum Teil auf rund 2,5 Prozent gesunken. Er empfehle Immobilienkäufern und Bauherren daher, die derzeit günstigen Zinsen zu nutzen und sie sich langfristig zu sichern.

Was wird aus der Restschuld?

Käufer mit viel Eigenkapital bekämen derzeit einen Immobilienkredit mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent, erklärte Goris. Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung seien sogar für rund 1,7 Prozent erhältlich. Derart kurzfristige Finanzierungen kämen aber nur für Anschlussfinanzierungen mit geringer Restschuld in Frage.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Eon mit plus 2,07 Prozent auf 13,775 Euro an der Dax-Spitze. Nach Quartalszahlen und gesenkten Jahreszielen hatten die Papiere des von der Energiewende gebeutelten Strom- und Gasversorgers anfangs noch deutlich nachgegeben. Einige Anleger, die in Erwartung schlechterer Zahlen verkauft hatten, hätten dann aber wieder Aktien zurückgekauft, hieß es zur Begründung am Markt. RWE legten im Kielwasser des Wettbewerbers um 1,86 Prozent zu.

Anteilsscheine von Hochtief erklommen nach Zahlen mit plus 3,62 Prozent das Siegertreppchen im MDax. Grund waren die erfolgreichen Quartalszahlen und die guten Aussichten. So will Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes nach einem Jahr im Amt den Umbau des Baukonzerns weiter vorantreiben. Stellenstreichungen in Europa sollen die Kosten drücken. Dafür sei ein entsprechender Tarifvertrag unterzeichnet worden, teilte Hochtief am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen mit. Im dritten Quartal verdiente der Konzern weniger als noch vor Jahresfrist. Im Gesamtjahr will Hochtief nach dem Verkauf von zwei Sparten vor Steuern 580 bis 660 Millionen Euro verdienen, unter dem Strich sollen es weiter 160 bis 220 Millionen Euro sein.

Kommentare (36)

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Account gelöscht!

13.11.2013, 07:59 Uhr

Jetzt aber raus aus dem Tulpenblüten-Geschäft!
Das Ende der Aktienblase ist da.
Die "Insider" verkaufen ihren Kram und machen Kasse.
Der Schuldentsunami ist im Anrollen.
Alle Marktindikatoren ähneln fatal dem Crash in den 1920er Jahren.
Dank der Goldpreismanipulation der Londoner Finanzganoven rentiert sich der Kauf von Gold - der langfristig einzig werthaltigen Anlageklasse.

Londoner_Finanzganove

13.11.2013, 08:15 Uhr

Auch frustriert, weil Sie nicht an dem Aufschwung teilgenommen haben und seit Dax 7500 nur zugucken? Tut mir echt leid für Sie.

Account gelöscht!

13.11.2013, 08:37 Uhr

Ich habe ab 2005 in Gold investiert.
Die dabei erzielten Renditen liegen weit über dem Tulpenzwiebel-Niveau, trotz zwischenzeitlicher Rücksetzer, die ich zum Nachkauf nutze.

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