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31.07.2012

18:00 Uhr

Börse Frankfurt

Dax behauptet sich

Der deutsche Leitindex kann sich behaupten. Ein Kommentar des Finanzministers Schäuble drückte die Märkte zeitweilig ins Minus. Anleger hoffen nun auf stimulierende Maßnahmen seitens der Notenbanken.

Börse Frankfurt am Mittag

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DüsseldorfNach einem positiven Vormittag rutschte der deutsche Leitindex nach einem Kommentar des Finanzministers in die roten Zahlen. Nach einer kleinen Ralley konnte der Dax sich zum Handelsschluss mit 6.772 Zählern behaupten.

Am Morgen war er zunächst erstmals seit Anfang Mai wieder über die Marke von 6.800 Punkten gestiegen. Bereits seit Tagen spekulieren die Investoren, dass die US-Notenbank Fed und die EZB eine Maßnahmenpaket zur Stimulierung der Konjunktur und Eindämmung der Euro-Krise auflegen werden. "Die Wahrscheinlichkeit einer Enttäuschung ist angesichts der entschlossenen Aussagen Draghis hoch", sagte Anlagestratege Franz Wenzel von Axa Investment Managers. "Die Märkte haben sich auf etwas recht großes eingestellt." Er halte es für möglich, dass einige Anleger unabhängig von einer möglichen EZB-Ankündigung am Donnerstag zumindest kurzfristig Kasse machten. Draghi hatte am vergangenen Donnerstag gesagt, die Notenbank werde alles zum Erhalt der Währungsunion tun. Anleger werteten dies als Hinweis darauf, dass die EZB Staatsanleihen kriselnder Euro-Staaten wie Spanien und Italien in unbegrenztem Umfang aufkaufen wird, um einen weiteren Anstieg der Zinsen zu verhindern. Mit Enttäuschung wurde dann am Nachmittag die klare Absage des Bundesfinanzministeriums in Berlin an eine zuvor immer wieder diskutierte Bankenlizenz für den Rettungsschirm ESM aufgenommen. Überdies wurden unerwartet schwache Einzelhandelsumsätze in Deutschland vorgelegt und die Arbeitslosenquote in der Eurozone auf einem Rekordwert festgestellt.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:45 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Bei Infineon hat die Aussicht auf einen Sparkurs die Anleger doch noch bei den Aktien des Halbleiterkonzerns zugreifen lassen. Die Papiere schlossen mit einem Plus von 6,7 Prozent an der Dax -Spitze, nachdem sie im Frühhandel zunächst deutlich im Minus gelegen hatten. "Nach der ersten Enttäuschung über den Gewinnrückgang setzen die Anleger nun offenbar auf den angekündigten Sparkurs des Konzerns", sagte ein Börsianer.

Derweilen ist die Anhebung der Jahresziele bei Bayer am deutschen Aktienmarkt gut angekommen. Die Aktien legten um bis zu 3,8 Prozent auf 63,39 Euro zu, den höchsten Stand seit Mitte Januar 2008. Insgesamt verteuerten sich die Titel um 1,2 Prozent. Der Pharma- und Chemiekonzern profitierte in seiner Agrarchemiesparte CropScience von kräftiger Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln in Nordamerika, zudem liefen in der Gesundheitssparte HealthCare die Geschäfte in den Schwellenländern rund. Bayer habe starke Zahlen vorgelegt, schrieb Claudia Lakatos von Silvia Quandt Research in einem Kommentar. Ihrer Ansicht nach dürfte der Aufwärtstrend allerdings begrenzt sein, da die Aktien seit Jahresanfang schon gut gelaufen sind. Seit Januar haben Bayer knapp 24 Prozent an Wert gewonnen.

Die Bekräftigung der Jahresprognose hat auch Metro -Aktien angeschoben. Die Aktien des Handelsriesen legten insgesamt drei Prozent zu. Eine Preisoffensive und florierende Geschäfte im deutschen Heimatmarkt sowie in Osteuropa und Asien ließen im zweiten Quartal die Umsätze steigen. "Dass Metro die Prognose nicht gekippt hat, ist auf jeden Fall eine gute Nachricht", sagte ein Händler. Da hätten einige wohl mit Schlimmerem gerechnet.

Unterdessen haben Spekulationen auf die baldige Vorstellung eines neues iPhone-Modells von Apple die Aktien des von Dialog Semiconductor angeschoben. Mit einem Plus von 6,3 Prozent beendeten sie den Handelstag an der Spitze des TecDax. Kreisen zufolge bereitet sich Apple auf eine Großveranstaltung am 12. September vor. Typischerweise bringt der weltgrößte Technologiekonzern sein neuestes Smartphone-Modell im Herbst kurz vor dem umsatzträchtigen Weihnachtsgeschäft in die Läden. "Für den Chipentwickler Dialog sind solche Aussichten ein echter Stimmungsaufheller," sagte ein Händler.

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Die Aktien von Celesio haben mit Kursgewinnen auf zuversichtliche Äußerungen des Konzernchefs Markus Pinger reagiert. Die Papiere kletterten bis zum Schluss um 0,7 Prozent. Pinger hatte gesagt, dass nach einem Ergebnisplus im Auftaktquartal auch im weiteren Jahresverlauf mit Zuwächsen beim operativen Gewinn zu rechnen sei. "Alles in allem sind die Aussagen Pingers ein Plus für die Aktien - auch wenn er nicht wirklich viel Neues gesagt hat", kommentierte ein Händler.

Daneben stiegen die Titel des Tourismusriesen TUI nach der Ankündigung des Chefwechsels weiter. Die Anteilsscheine verteuerten sich um insgesamt 3,2 Prozent. Schon am Vortag war die Aktie nach der Ankündigung kräftig gestiegen. TUI hatte am späten Nachmittag mitgeteilt, dass der Vorstandsvorsitzende Michael Frenzel nach dann 19 Jahren an der Spitze im Februar 2013 vorzeitig zurücktritt. Nachfolger wird der Deutschlandchef des Mobilfunkkonzerns Vodafone, Friedrich Joussen.

Kommentare (70)

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31.07.2012, 08:25 Uhr

Moin zusammen!
Ich erwarte heute zum Start einen Kursanstieg, danach bröckeln die Gewinne weg und wir schließen im Minus.
Was denkt Ihr?

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31.07.2012, 08:35 Uhr

Die Stimmung ist schlecht, die Realwirtschaft schwächelt und schwächelt, halb Europa befindet sich in der Rezession, die sich in Spanien auch noch zu verschärfen scheint. Ich denke deshalb, es wird weiter aufwärtsgehen! Und nächste Woche stehen wir über 7.000.

Account gelöscht!

31.07.2012, 08:41 Uhr

Moin Moin. Kann gut sein. Die 6800 erweisen sich als ziemlich schwerer Deckel. Außerdem haben politische Börsen kurze Beine und somit dürfte diese kleine Sommerrally bald zu Ende sein. Und aus welchem Grund soll es weiter gehen? Wegen der angedachten unbegrenzten Feuerkraft des ESM? Also wenn die Deutschen so doof sind und da mitmachen, dann können wir wohl bald unser gesamtes Geld in Italien abliefern. Eulen-Brille sei Dank

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