Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.02.2017

18:25 Uhr

Börse Frankfurt

Dax bewegt sich nach starkem Wochenstart kaum

Der Dax hat nach dem starken Wochenauftakt erst einmal eine Ruhepause eingelegt. Die Anleger sorgten sich am Dienstag weiter um die politische Lage in Europa. Der Leitindex ging praktisch unverändert aus dem Handel.

Börse am Abend

Blick auf Opel – Börsianer sind gespannt

Börse am Abend: Blick auf Opel – Börsianer sind gespannt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtDie Ankündigung der US-Notenbankchefin Janet Yellen, dass in den USA schon bald weitere Leitzinsanhebungen vorgenommen werden könnten, falls die Wirtschaft wie erwartet auf Kurs bleibe, hat deutsche Anleger weitgehend unbeeindruckt gelassen. Der Dax verharrte annähernd auf dem Niveau des Vortags und schloss bei 11.772 Punkten (plus 0,02 Prozent). Der EuroStoxx50 ging kaum verändert mit 3.305 Punkten aus dem Handel. Daran änderte auch der mögliche Verkauf von Opel an Peugeot nichts.

Die Stimmung dämpfte auch das schwächer als erwartet ausgefallene Wirtschaftswachstum in Deutschland Ende 2016. Zwar legte das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, doch Analysten hatten speziell im Oktober und November mit mehr gerechnet. „Das war nicht der erhoffte starke Jahresausklang“, sagte Dekabank-Volkswirt Andreas Scheuerle. Negativ sei auch, dass der private Konsum und die Exporte nur verhalten zugenommen hätten. Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer ist dennoch zuversichtlich für das erste Quartal 2017. „Die auf Umfragen basierenden Stimmungsindikatoren sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, auch die Auftragseingänge weisen im Trend nach oben.“

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Die Aussicht auf eine baldige US-Zinserhöhung hat dem Dollar am Dienstag Auftrieb gegeben. Dies drückte den Euro zeitweise auf ein Fünf-Wochen-Tief von 1,0561 Dollar. Genährt wurden diese Spekulationen von Aussagen der US-Notenbankchefin Janet Yellen, die einen solchen Schritt auf einer der nächsten Fed-Sitzungen sei „wahrscheinlich angebracht“ bezeichnete. An der Wall Street kamen Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 kaum vom Fleck.

Peugeot und General Motors (GM) verhandelten über einen Verkauf der GM-Tochter Opel, bestätigten die beiden Autobauer einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Insidern zufolge ist eine Einigung binnen Tagen möglich. Peugeot-Aktien stiegen daraufhin in Paris um bis zu 6,9 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 19,17 Euro. GM legten an der Wall Street zeitweise 5,3 Prozent zu.

Analysten beurteilten einen Zusammenschluss allerdings skeptisch. „Von Seiten GM wäre der Verkauf ein Bruch mit der Tradition“, sagte NordLB-Analyst Frank Schwope. „Die Amerikaner haben in den vergangenen 90 Jahren viel Schweiß und Herzblut in die Sanierung von Opel gesteckt. Peugeot hat dann drei Marken unter einem Dach, die sich gegenseitig das Wasser abgraben.“ Der französische Konzern verkauft bislang Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroen.

Die Aussicht auf einen Opel-Deal schürte Fusionsfantasien in der Branche. Renault, Volkswagen und Fiat Chrysler stiegen um bis zu 4,1 Prozent. Letztere notierten mit 10,81 Euro so hoch wie zuletzt vor knapp 19 Jahren. Der europäische Autoindex gewann ein Prozent. An der Wall Street legte der GM-Rivale Ford um rund ein Prozent zu.

Die Aussicht auf steigende Zinsen und damit höhere Einnahmen aus dem Kreditgeschäft gab den Banken Auftrieb. Der US-Branchenindex stieg um bis zu ein Prozent auf ein Neun-Jahres-Hoch von 402,41 Punkten. Sein europäisches Pendant gewann ein Prozent. Die Aktie der Deutschen Bank, die seit Jahrzehnten in den USA aktiv ist, schloss 1,6 Prozent im Plus.

Neben den Autobauern trieben wieder aufgeflammte Fusionsfantasien auch die Kurse der französischen Telekom-Anbieter. Bouygues, Iliad, Orange und SFR stiegen um bis zu 3,2 Prozent. Medienberichten zufolge soll die Telekom-Sparte von Bouygues unter den drei anderen Firmen aufteilt werden. Der französische Mischkonzern dementierte allerdings derartige Gespräche. Iliad, Orange und SFR waren vor einen Kommentar zunächst nicht erreichbar.

Hierzulande standen die Geschäftsberichte einiger Unternehmen im Fokus. Am Dax-Ende büßten Aktien von Heidelbergcement 3,89 Prozent ein, nachdem der Baustoffkonzern Eckdaten für das vergangene Jahr vorgelegt hatte. Auf den ersten Blick lägen Umsatz und operatives Ergebnis unter den Konsensschätzungen, sagte ein Börsianer.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.02.2017, 10:01 Uhr

Der Das tritt auf der Stelle und der Dow Jones erklimmt seit Trump immer neue Höhen. Das Vertrauen in Merkel EU-Deutschland schwindet immer mehr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×