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16.05.2017

18:01 Uhr

Börse Frankfurt

Dax bleibt auf Rekordkurs

Neuer Handelstag, neues Rekordhoch: Am heutigen Dienstag markiert der deutsche Leitindex ein Allzeithoch. Viele Experten erwarten, dass der Dax bald über 13.000 Zähler steigt. Doch erst einmal passierte etwas anderes.

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FrankfurtNoch am Dienstagnachmittag nahm der Dax wieder Kurs auf ein neues Rekordhoch: Mit 12.841 Zählern setzte er eine weitere Bestmarke. Dann allerdings wurde es Anlegern offenbar mulmig, im Zuge einer etwas schwächeren Wall Street legte auch das deutsche Börsenbarometer leicht den Rückwärtsgang ein. Der Dax schloss bei 12.792 Punkten zwar nur 0,1 Prozent im Minus, ab er unter der Marke von 12.800 Zählern. Diese Schwelle hatte er am Montag noch verteidigen können.

Der MDax der mittelgroßen Werte rückte um 0,2 Prozent auf 25.102 Zähler vor. Der TecDax kletterte ebenfalls um 0,2 Prozent und schloss bei 2.231 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 notierte unverändert bei 3.641 Zählern.

Die Märkte interpretierten die geldpolitischen Normalisierungspläne der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht mehr als Gefahr, sondern vielmehr als Bestätigung des Aufschwungs, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. „Nur in einem Umfeld, in dem die EZB die Zinsen anheben kann, werden auch die Firmengewinne weiter ansteigen - diese Erwartungshaltung scheint sich in den Kursen derzeit festzusetzen.“

Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

5. Juni 2014

Erstmals in seiner Historie ist der Dax fünfstellig. Um 14:33 Uhr knackt der deutsche Leitindex die magische Marke und steigt bis auf 10.014 Punkte.

22. Januar 2015

EZB-Präsident Mario Draghi beschließt ein Anleihekaufprogramm im Stile der Federal Reserve. Die Zentralbank wird bis September 2016 Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 60 Millionen Euro aufkaufen. Insgesamt sollen so 1,14 Billionen in die Märkte gespült werden. Der Dax springt nach nervösen Pendelbewegungen auf ein Rekordhoch von 10.454 Punkten. In den folgenden Tagen hält die Hausse an, am 13. Februar springt der Dax das erste Mal über in seiner Geschichte über die 11.000-Punkte-Marke. Damit sollte die Rekordjagd aber gerade erst beginnen.

16.März 2015

Bereits wenige Wochen nach der Eroberung der 11.000-Punkte steht ein weiterer Meilenstein der Dax-Geschichte auf der Börsen-Agenda. Der Leitindex klettert zum ersten Mal über 12.000 Punkte. Weder der Konflikt in der Ostukraine noch der sich immer weiter zuspitzende Schuldenstreit scheinen die Börsenteilnehmer groß zu stören. Sie kaufen Aktien und befeuern die Hausse.

14. Juni 2017

In Erwartung einer positiven Zinsentscheidung der US-Notenbank knackt der Dax das erste Mal im Laufe seiner Geschichte die 12.900 Punkte und erreicht schließlich sein Allzeithoch von 12.921 Punkten. Schon in den Monaten zuvor hatte der Dax im Anschluss an den Erfolg des europafreundlichen Politikers Emmanuel Macron bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich seinen Höchststand mehrfach verbessert.

Für die Analysten der Deutschen-Bank-Tochter X-Markets, die für den Handel mit Derivaten zuständig ist, dürfte der Dax aufgrund seiner bisher gezeigten beeindruckenden Stärke bald die Marke von 13.000 Punkte testen. Ein solcher Sprung wäre für einige Experten ein Warnsignal.  „Sollten wir im weiteren Wochenverlauf die Marke von 13.000 Punkten erreichen, ist Vorsicht angesagt“, warnt beispielsweise Stephan Heibel.

Der Inhaber des Analysehauses Animusx wertet die wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2400 Anlegern aus. Er hat den Beginn der Rally im November richtig vorausgesagt und ist seitdem "bullish". Auch bei seiner Analyse vom gestrigen Mittwoch hält er einen Ausverkauf für extrem unwahrscheinlich und setzt auf weiter steigende Kurse. „Das Risiko bleibt weiterhin bei denen, die unterinvestiert sind und der Rally unbeteiligt zuschauen“, meint er.

Für Schlagzeilen sorgte unter den Einzelwerten der Pharmakonzern Stada. Hier schob die Aussicht auf eine womöglich wieder aufflammende Bieterschlacht die Aktien zeitweise auf ein Rekordhoch bei 66,50 Euro. Zuletzt standen sie mit plus 1,34 Prozent knapp darunter.

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Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg erwägt der unterlegene Finanzinvestor Advent zusammen mit der chinesischen Firma Shanghai Pharmaceuticals ein neues, auf rund 70 Euro je Aktie aufgestocktes Angebot. Ein Konzernsprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa-AFX aber am Nachmittag: „Wir haben kein weiteres Angebot erhalten, und uns wurde auch keines angekündigt“.

Der gut aufgenommene Jahresbericht des britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone stützte im Dax auch die Papiere der Deutschen Telekom – sie verteuerten sich an der Index-Spitze um etwas mehr als ein Prozent.

Nach einer Abstufung auf „Underperform“ durch die französische Bank Exane BNP Paribas fanden sich die Aktien des Versorgers Uniper mit minus 2,38 Prozent am MDax-Ende.

Zu den schwächsten TecDax-Werten gehörten die Papiere von Drillisch mit einem Abschlag von rund zweieinhalb Prozent. Nach den starken Kursgewinnen infolge des Übernahmeangebots von United Internet vom vergangenen Freitag machten Anleger nun Kasse. Am Morgen hatten die Experten von Jefferies bereits ihre Kaufempfehlung für die Drillisch-Anteile gestrichen.

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Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Vortag auf 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,08 Prozent auf 141,07 Punkte. Der Bund Future verlor 0,20 Prozent auf 160,22 Punkte. Der Euro stieg am Dienstag mit 1,1074 US-Dollar auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0972 (Freitag: 1,0876) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9114 (0,9195) Euro.

Kommentare (1)

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Herr Thomas Behrends

16.05.2017, 12:26 Uhr

Eine tolle Information: Der DAX hat die 13.000 Punktemarke fest im Blick.

Als wenn es auf dieser Welt nichts Wichtigeres gibt.

Sorgt lieber dafür, dass wir alle für lange Zeit eine intakte Umwelt erleben dürfen, denn von Euren Börsengewinnen kann man sich eines Tages auch keine gesunden Lebensmittel mehr kaufen, da es dann keine mehr gibt!

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