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09.10.2013

17:53 Uhr

Börse Frankfurt

Dax bleibt in seiner Baisse gefangen

Solange in den USA nicht gehandelt wurde, lag der Dax knapp im Plus. Doch die schwachen US-Börsen nahmen auch dem Leitindex die Kraft. Die Angst vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit der USA lähmt die Akteure.

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Börsen-News: Börse am Abend

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FrankfurtDie Schlinge um die USA wird immer enger – die Angst an den Börsen wird gleichzeitig immer größer. Der Dax zeigte am Mittwoch eine unbeständige Performance. Bei insgesamt niedrigem Handelsvolumen dürften vor allem Großaktionäre das Sagen gehabt und die Märkte hauptsächlich bewegt haben. Der Dax schloss heute 0,5 Prozent im Minus auf 8517 Punkten.

Zuvor durchlief der Leitindex eine Berg- und Talfahrt. Schwach gestartet, arbeitete sich der Dax kontinuierlich nach oben. Mit Eröffnung der US-Börsen verpuffte das Plus allerdings schnell wieder. Kurz vor Börsenschluss erlitt der Deutsche Aktienindex dann einen plötzlichen Schwächeanfall, bei dem er um bis zu 0,8 Prozent ins Minus fiel. Einen Grund für die augenblickliche Schwäche des Dax, außer den bereits bekannten Gründen, konnte nicht ausgemacht werden.

In der zweiten deutschen Börsenliga sah es noch schlechter aus. Der MDax verzeichnete ein Minus von 0,8 Prozent auf 14.967 Punkte. Der TecDax notierte ein Prozent leichter auf 1069 Zähler.

Wie in den Tagen zuvor fährt der US-Haushaltsstreit den Börsianern in die Parade. Selbst die Nominierung Janet Yellen als neue Fed-Präsidentin konnte die dunklen Wolken nicht wegschieben, die die drohenden Zahlungsunfähigkeit der USA über die Börsen zieht. „Die Berufung Yellens zur Fed-Präsidentin ist ein Signal für Kontinuität in der Geldpolitik“, sagte Michael Hewson, Marktanalyst des Brokerhauses CMC Markets. „Darauf reagieren die Märkte positiv.“ Dieser Effekt sei aber nur kurzfristig, warnte wiederum Folker Hellmeyer, Chef-Analyst der Bremer Landesbank. Schließlich sei eine ultra-lockere Geldpolitik kein Ersatz für tiefgreifende Reformen.

An den Devisenmärkten waren die Auswirkungen der Personalentscheidung deutlicher zu erkennen. Der Euro verlor im Vergleich zum Dollar deutlich an Wert. Am Abend wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,3510 Dollar bewertet und lag damit 0,5 Prozent im Minus.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Weil sich Republikaner und Demokraten im US-Kongress bislang nicht auf einen neuen Etat und die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar einigen konnten, steuert die weltgrößte Volkswirtschaft auf die Zahlungsunfähigkeit zu. „Alle hatten gedacht, dass die US-Politiker am Ende erwachsen werden“, sagte Tohru Yamamoto, Chef-Rentenstratege bei Daiwa Securities. „Einige Leute gehen aber inzwischen davon aus, dass sie zu kindisch sind, um rechtzeitig erwachsen zu werden.“

Der VDax, der die Volatilität des Dax misst und damit ein Indikator für die Nervosität an den Märkten ist, stieg vor diesem Hintergrund auf den höchsten Stand seit mehr als einem Monat. Mit der kurz vor Handelsschluss verstärkten negativen Marktdynamik raste der Volatilitätsindex um satte 8,1 Prozent ins Plus auf 20,71 Punkte.

Die schwierige Kompromissfindung zwischen Republikaner und Demokraten schlägt sich auch im Markt für Kreditausfallversicherungen, den sogenannten Credit Default Swaps (CDS) nieder. Dort wuchs die Inversion. Mit diesem Begriff bezeichnen Börsianer den Umstand, dass Kreditausfallversicherungen mit kürzeren Laufzeiten mehr kosten als solche mit längeren. Üblicherweise ist es umgekehrt, weil bei längeren Laufzeiten das Risiko unvorhergesehener Ereignisse größer ist. Eine zwölf Monate laufende Versicherung eines zehn Millionen Dollar schweren Pakets von US-Anleihen verteuerte sich um 7.000 auf 60.000 Dollar, teilte der Datenanbieter Markit mit. Damit hat sich die Prämie seit Monatsbeginn in etwa verzehnfacht. Bei CDS mit einer Laufzeit von fünf Jahren lagen die jährlichen Gebühren am Mittwoch bei lediglich 38.000 Dollar.

Kommentare (36)

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Programmierer

09.10.2013, 09:56 Uhr

Die Finanzmärkte feiern doch gerade die neue Notenbankchefin. Die Daddelcomputer werden daher weiterhin geflutet mit Geld. Daher kann man auch weiterhin mitzocken. Die lockere Geldpolitik ist natürlich für meine Allianzspielchen besonders gut. Der Dax muss noch eine Etage tiefer kurzfristig werden sie das gestrige Tagestief nach Börsenschluss ansteuern. Daher Kauflimit plazieren und abwarten. Mein Computerspiel ist programmiert.

Programmierer

09.10.2013, 10:14 Uhr

Da es ja ein ausserbörsliches Gesetz gibt,das die ausserbörslichen Höchts- und Tiefstkurse innerbörslich immer bestätigt werden müssen,kann man darauf risikofrei wetten.
Das hat mir mein System heute Morgen schon gesagt,und genau die Punkte knapp über den für heute zu erwarteten Tiefstkurs plaziert.
Mein System zeigt mir auch schon seit heute Früh, wie ich risikolos mein Allianzspielchen weiter betreiben kann.
Da das billige Geld der Notenbank weiterfließt ist kaufen ohne Risiko,natürlich nur da wo es mein System anzeigt,also kurz bevor es vom Tagestief wieder nach oben dreht, weiterhin möglich.
Man darf nicht jammern sondern einfache Chancen muss man nutzen.

Programmierer

09.10.2013, 11:08 Uhr

Allianz läuft seit Wochen von alleine da braucht man Dax nicht unbedingt kaufen,
Zahlen in GB waren schlecht ausgefallen, aber das ist ja gut für die Börsen umso sicherer ist es das die Notenbanken zahlen

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