Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2015

17:53 Uhr

Börse Frankfurt

Dax bremst dank rätselhafter Erholung den Fall

Die Grexit-Debatte bleibt ein Thema und der Ölpreis befindet sich weiterhin im freien Fall. Der Dax konnte dennoch kurzzeitig deutlicher zulegen. Viele Anleger fragten sich warum. Ein Antwortversuch.

Die Anzeigetafel an der Frankfurter Börse: Die Lage in Griechenland beschäftigt Anleger wieder mal. AFP

Die Anzeigetafel an der Frankfurter Börse: Die Lage in Griechenland beschäftigt Anleger wieder mal.

FrankfurtWenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her – unter dieses Motto könnte man den heutigen Handelstag stellen. Denn in Griechenland hat sich an der politisch und wirtschaftlich brisanten Lage nichts geändert und der Ölpreis befindet sich weiterhin im freien Fall. Der Dax konnte heute dennoch zweitweise 1,6 Prozent zulegen. Letztlich brachte der Sturz des Ölpreises unter die 50-Dollar-Marke den Dax aber ins Straucheln. Er schloss bei 9470 Punkten 0,04 Prozent im Minus

Was war der Grund für die kurzzeitige Erholung des Dax nach seinem dreiprozentigen Minus am Montag? Händler bemühten sich krampfhaft um Begründungen. Einige sprachen von günstigen Einstiegsmöglichkeiten, die der Kursrutsch zu Wochenanfang geboten hätte. Andere nahmen die Charttechnik zur Hilfe.

So soll der Dax Analysten zufolge über die 200-Tage-Linie gesprungen sein. Handelscomputer und Charttechniker, die die aktuell problematische Nachrichtenlage wenig kümmert, hätten darauf reagiert und das Überschreiten als Kaufsignal interpretiert.

Händler warnen daher zu Recht vor zu großem Optimismus. „Der Handel ist überaus nervös, da kann es innerhalb von Minuten wieder rasant nach unten gehen“, sagte ein Händler. Derzeit hielten sich Bullen und Bären an den Märkten die Waage, sagte Chefanalyst Allan von Mehren von der Danske Bank in Kopenhagen: „Viele Anleger setzen auf ein Erholungsszenario und kaufen in Schwächephasen zu. Andere werden nach einer starken Erholung nervöser. In den USA ist ein starkes Quartal zu erwarten, und das wird die Börsen wohl voranschieben, aber die Volatilität nimmt ebenso zu.“

Die Performance von Dax, S&P-500 & Co.

Athex (Griechenland)

Ein Jahr: - 28,9 Prozent
Drei Jahre: 21,4 Prozent
Fünf Jahre: - 62,4 Prozent

Bovespa (Brasilien)

Ein Jahr: - 2,9 Prozent
Drei Jahre: - 11,9 Prozent
Fünf Jahre: - 27,1 Prozent

BUX (Ungarn)

Ein Jahr: - 10,4 Prozent
Drei Jahre: - 2,0 Prozent
Fünf Jahre: - 21,6 Prozent

CSI 300 (China)

Ein Jahr: + 51,7 Prozent
Drei Jahre: + 50,6 Prozent
Fünf Jahre: - 1,2 Prozent

Dax (Deutschland)

Ein Jahr: + 2,7 Prozent
Drei Jahre: + 66,2 Prozent
Fünf Jahre: + 64,6 Prozent

MSCI Emerging Markets

Ein Jahr: - 4,6 Prozent
Drei Jahre: + 4,4 Prozent
Fünf Jahre: - 4,0 Prozent

MSCI World

Ein Jahr: + 2,9 Prozent
Drei Jahre: + 44,6 Prozent
Fünf Jahre: + 46,4 Prozent

NZX 50 (Neuseeland)

Ein Jahr: + 17,6 Prozent
Drei Jahre: + 70,0 Prozent
Fünf Jahre: + 72,4 Prozent

PSI 20 (Portugal)

Ein Jahr: - 26,8 Prozent
Drei Jahre: - 12,7 Prozent
Fünf Jahre: - 43,3 Prozent

RTS (Russland)

Ein Jahr: - 45,2 Prozent
Drei Jahre: - 42,8 Prozent
Fünf Jahre: - 45,3 Prozent

S&P-500 (USA)

Ein Jahr: + 11,4 Prozent
Drei Jahre: + 63,7 Prozent
Fünf Jahre: + 84,6 Prozent

TA-25 (Israel)

Ein Jahr: + 10,2 Prozent
Drei Jahre: + 35,0 Prozent
Fünf Jahre: + 27,9 Prozent


Die Börsen im Nahen Osten geraten wegen des fallenden Ölpreises ebenfalls immer mehr in Bedrängnis. Die Leitindizes in Saudi-Arabien, Kuwait, Dubai, Abu Dhabi und Katar mussten Verluste zwischen 1,6 und fünf Prozent hinnehmen. Viele Investoren sähen den Ölpreisverfall als Krisenindikator für die angeschlagene Weltwirtschaft, sagt NordLB-Analyst Tobias Basse. Dafür spricht der deutliche Nachfrageeinbruch des Top-Konsumenten China.

Viele Händler warten nun auf ein Zeichen des Öl-Kartells Opec, die Fördermenge langfristig zu senken, um den rasanten Preisverfall zu stoppen. Bei einem Treffen Ende November hatte sich die Opec noch dagegen entschieden.

Für Bauchschmerzen sorgt derzeit auch die Konjunktur in der Euro-Zone und in China. Die Länder der Währungsunion arbeiten sich nur mühsam aus der Krise – laut dem Markit-Institut habe die Wirtschaft im Schlussquartal wohl höchstens um „magere 0,1 Prozent“ zugelegt. In der Volksrepublik fallen die jüngsten Schätzungen ebenfalls enttäuschend aus – zumindest für chinesische Verhältnisse: Das Wirtschaftswachstum dürfte sich nach Angaben eines staatlichen Forschungsinstituts im kommenden Jahr auf sieben Prozent verlangsamen. Für 2014 wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 7,3 Prozent erwartet.

Kommentare (31)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Celo Abdi

06.01.2015, 08:11 Uhr

"Wer hat Angst vor neuer Euro-Krise?"

Ich nicht,ich habe nie Angst,außer das mir der Himmel auf den Kopf fällt.

Celo Abdi

06.01.2015, 09:15 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Celo Abdi

06.01.2015, 09:30 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×