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29.04.2015

17:49 Uhr

Börse Frankfurt

Dax bricht ein

An der Frankfurter Börse geht die Nervosität um: Kurz vor der Sitzung der US-Notenbank erleidet der Dax den heftigsten Tagesverlust im laufenden Jahr. Am meisten verloren haben K+S, Merck, Infineon – und ein Autobauer.

Börse am Abend

Dax bricht erneut ein – über 300 Punkte Verlust

Börse am Abend: Dax bricht erneut ein – über 300 Punkte Verlust

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Frankfurt Nach dem Kursrutsch vom Dienstag hat sich der Dax nicht erholt. Im Gegenteil, es wurde noch heftiger: Der deutsche Leitindex verlor am Mittwoch 3,2 Prozent auf 11.433 Punkte – das sind satte 379 Punkte und Tagesrekordverlust 2015. In der zweiten Reihe zeigte sich heute ein ähnliches Bild: Der MDax notierte am Ende mit einem Minus von 2,8 Prozent bei 20.342 Zählern, der TecDax mit einem Minus von 2,6 Prozent bei 1605 Stellen.

Am stärksten eingebüßt haben der Düngemittelhersteller K+S (minus 6,5 Prozent), der Pharmakonzern Merck (minus 5,4 Prozent), der Halbleiterhersteller Infineon (minus 4,8 Prozent) und der Autozulieferer Continental (minus 4,6 Prozent). Auch die Papiere von Volkswagen schlossen mit einem satten Minus von vier Prozent. Am Morgen hatte der Wolfsburger Autobauer nach guten Quartalszahlen noch um knapp zwei Prozent zugelegt.

Für Nervosität sorgte die Zinssitzung der US-Notenbank Fed, deren Ergebnis aber erst nach Handelsschluss am Abend veröffentlicht wird. Investoren hofften auf Hinweise zum Zeitpunkt der geplanten Zinserhöhung.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Der starke Dollar und der strenge Winter in den USA haben die amerikanische Wirtschaft zu Jahresbeginn ausgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Januar bis März mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von nur noch 0,2 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit 1,0 Prozent gerechnet. Ende 2014 hatte das Plus noch 2,2 Prozent betragen.

Zu der starken konjunkturellen Abkühlung trug insbesondere das ungewöhnlich kalte Winterwetter im Februar bei, das den Bau wie auch den Einzelhandel beeinträchtigte. Zudem macht der US-Wirtschaft der Höhenflug des Dollar zu schaffen, der Exporte verteuert. Eine baldige Zinswende in den USA wird mit den enttäuschenden Konjunkturdaten immer unwahrscheinlicher.

Die Stimmung der europäischen Unternehmen und Verbraucher hellte sich im April weiter auf. Das Barometer stieg laut EU-Kommission auf 0,32 Punkte von 0,2 Zählern im Vormonat. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 0,21 Zähler gerechnet. In den italienischen Chef-Etagen war die Laune sogar so gut wie seit fast vier Jahren nicht mehr.

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