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05.12.2013

18:10 Uhr

Börse Frankfurt

Dax den vierten Tag im Minus

Zum vierten Mal in Folge geht der Dax mit Abschlägen aus dem Handel. Es drohen die größten Wochenverluste seit Ende August. Paradox: Vor allem gute US-Konjunkturdaten setzten den Leitindex unter Druck.

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FrankfurtMit seinem vierten Tagesverlust in Folge steuert der Dax auf seinen größten Wochenverlust seit Ende August zu. Seit Montag büßte der Leitindex mehr als drei Prozent ein. Am Donnerstag schloss er 0,6 Prozent im Minus bei 9078 Punkten. In der zweiten Reihe rutschte der MDax der mittelgroßen Werte 0,5 Prozent unter seinem Vortagesschluss, der TecDax gab 0,16 Prozent nach.

Im Fokus der Anleger stand am Donnerstag die EZB. Wie erwartet beschloss der EZB-Rat, den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent zu belassen. Auch der Einlagensatz bleibt unangetastet bei null Prozent. Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass die Notenbank erstmals einen Negativzins beschließen könnte - Banken also etwas dafür bezahlen müssten, ihr Geld bei der EZB zu parken, statt es weiterzuverleihen.

Die Inflation im Euroraum bleibt nach Überzeugung der EZB mindestens bis 2015 niedrig. Nach den neuesten Prognosen vom Donnerstag erwarten die Währungshüter im laufenden Jahr eine jährliche Teuerung im Euroraum von 1,4 Prozent (bisher: 1,5) und 2014 von 1,1 Prozent (bisher: 1,3). Auch danach werde sich der Preisauftrieb kaum beschleunigen, sagte Notenbankpräsident Mario Draghi in Frankfurt. Demnach steigen die Verbraucherpreise 2015 um 1,3 Prozent.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Die EZB strebt mittelfristig eine jährliche Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Draghi hatte die jüngste Zinssenkung im November auch mit dem geringen Preisauftrieb und der Aussicht auf eine „längere Phase niedriger Inflationsraten“ begründet.

Erst vor vier Wochen hatten die Frankfurter Währungshüter wegen der niedrigen Inflation in der Euro-Zone die Zinsen überraschend auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. Fachleute rechnen deshalb nicht damit, dass die EZB nun noch einmal an der Zinsschraube drehen wird. „Schließlich ist der Überraschungseffekt ein knappes Gut. Er nutzt sich bei zu häufigem Gebrauch ab“, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann.

Der Dax reagierte auf die Zinsentscheidung mit einem kleinen Kurssprung auf 9172 Punkte. Wenig später rutschte er 0,25 Prozent ins Minus.

Kommentare (46)

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Account gelöscht!

05.12.2013, 08:16 Uhr

Schon wieder ähnlich wie in der Bild-Zeitung eine Horrorüberschrift. "Dax-Absturz" geht weiter - ich hab dann nochmal nachgeguckt, es sind immer noch ca. 300 Punkte oder 3%, die der Dax verloren hat, was in Relation zum vorherigen Anstieg als gering bis angemessen betrachtet werden kann.

Was soll bitte schön die ganze Panikmache und Aufregung? Wenn jemand 3% Kursverlust nicht verkraftet, dann hat er überhaupt nichts in Aktien verloren und schon gar nicht in irgendwelchen Hebelprodukten oder Derivaten.

Und überhaupt bis Anfang der Woche waren doch "Aktien noch alternativlos" (hat sich das geändert?), unterstützt durch die "Notenbankpolitik des billigen Geldes" (hat sich das geändert?) und die vielen Anleger, die solange zugeguckt haben & noch am Seitenrand auf ihre Einstiegsgelegenheit warten (ist das anders?).

Von mir aus rutschen wir auf die 8000 durch. Das freut mich als Langfristinvestor, denn ich kann günstig nachkaufen. Aber das sich in meinen Augen über Nacht nichts verändert hat, würde es mich nicht wundern, wenn die Überschrift in der nächsten Woche schon wieder ganz anders lauten.

Account gelöscht!

05.12.2013, 08:25 Uhr

Vielleicht knacken wir heute die 9000 :)

QE4EVER

05.12.2013, 08:38 Uhr

Dem deutschen Michel ist zur Bildung zu raten! Tagesgeld und Festgeld macht man bei 5% Zinssatz, nicht bei 0-1 %! Wette nie gegen Zentralbanken! Meine Prognosen: DAX 2015: 15.000 und DJ 2015: 30.000! Raus aus Papiergeld !

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