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05.11.2014

17:39 Uhr

Börse Frankfurt

Dax dreht am Mittwoch richtig auf

Die laufende Berichtssaison hat am Aktienmarkt zur Wochenmitte für gute Stimmung gesorgt: Der Dax schloss mit einem satten Plus. Trotz der morgigen EZB-Ratssitzung war von Nervosität nichts zu spüren.

Börse am Abend

Dax legt dank Ölpreis zu

Börse am Abend: Dax legt dank Ölpreis zu

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FrankfurtZu Wochenbeginn gestaltete sich der Handel auf dem Parkett noch sehr zäh. Am Montag ging der Dax mit einem Minus von 0,8 Prozent aus dem Handel, gestern betrug das Minus 0,9 Prozent. Am Mittwoch war das Börsenbarometer allerdings auf Erholungskurs: Der Dax legte zu – und schloss mit einem Plus um 1,6 Prozent bei 9315 Zählern.

Anleger rätseln seit Wochen darüber, ob die EZB ihre Geldpolitik im Kampf gegen die Konjunkturflaute in der Euro-Zone noch einmal lockern wird. Neue Hinweise darauf könnte das Treffen der Zentralbanker am Donnerstag liefern. Auch in der zweiten Reihe ging es am Abend aufwärts: Der deutsche Mittelstandsindex MDax verzeichnete ein Plus von 1,0 Prozent auf 16.176 Punkte, der TecDax legte um 1,4 Prozent auf 1259 Zähler.

Für Gesprächsstoff sorgte auch der Ausgang der Kongresswahlen in den USA. Die Republikaner jagten den Demokraten von Präsident Barack Obama die Mehrheit im Senat ab. Zugleich behaupteten sie ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus. Obamas Handlungsfähigkeit in den beiden letzten Jahren seiner Amtszeit wird dadurch noch stärker eingeschränkt. Sollte es zu einem politischen Stillstand kommen, wäre das für die US-Wirtschaft auf lange Sicht sicherlich nicht gut, sagte Markus Huber vom Brokerhaus FXCM.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

Die öffentlichen Banken in Deutschland erwarten eine Zinswende in den USA im zweiten oder dritten Quartal. Die robuste US-Wirtschaft und starke Arbeitsmarktzahlen dürften die Notenbank Fed zu einer strikteren Geldpolitik motivieren, erklärten die Zinsstrategen des Bundesverbands öffentlicher Banken (VÖB) am Mittwoch in Frankfurt.

Die gegenläufige Entwicklung der Wirtschaft und der Geldpolitik in den USA und im Euro-Raum wird den Experten zufolge weiter auf den Kurs der Gemeinschaftswährung drücken. LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert geht davon aus, dass der Euro Ende kommenden Jahres nur noch 1,15 Dollar kosten wird. Die Aussicht auf eine Normalisierung der Geldpolitik in den USA hatte den Greenback bereits in den vergangenen Tagen deutlich nach oben getrieben. Aktuell kostet der Euro knapp 1,25 Dollar.

HSH-Nordbank-Expertin Sintje Boie sieht die Gemeinschaftswährung Ende 2015 bei 1,20 Dollar. Auch wenn sie für die Euro-Zone keinen Rückfall in die Rezession erwartet, sieht sie die Lage auf dem heimischen Kontinent eher kritisch. „Die Konjunkturrisiken haben sich in den vergangenen Wochen erhöht.“

Kommentare (2)

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Herr Dr. Peter Lustig

05.11.2014, 12:47 Uhr

Erstaunlich. Früher haben mal Unternehmen und Ihre Zahlen eine Rolle gespielt und daraus wurde dann ein (synthetischer) Indexstand berechnet.

Heute gehts anscheinend um Island-Gaps und andere charttechnische Marken eine wichtigere Rolle.

Schrieb hier nicht gestern irgendwer davon, dass es jetzt ganz schlimm wird, weil Obama so eine schlechte Wahl zu erwarten hat?

Herr thomas oldendorp

05.11.2014, 18:10 Uhr

@..ICAHN
........
tote hose im handelsbuch
........................
endlich wieder einmal Gelegenheit,
ein paar erbauliche zeilen aus der
schönsten Stadt der westlichen welt
zu senden..

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