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15.09.2014

18:07 Uhr

Börse Frankfurt

Dax entgeht nur knapp einem Minus

Chinas Wirtschaft schwächelt. Und die Fed könnte die Politik billigen Geldes schneller beenden als gedacht. Das belastet vor allem die Rohstoffmärkte. Der Dax schließt am Ende gerade noch im grünen Bereich.

Börse in Frankfurt: Anleger erwarten eine turbulente Börsenwoche. dpa

Börse in Frankfurt: Anleger erwarten eine turbulente Börsenwoche.

FrankfurtAus Furcht vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur haben europäische Anleger am Montag Zurückhaltung an den Tag gelegt. Der Dax schloss bei 9659 Punkten rettete sich nach einigen Schwankungen nur knapp in ein minimales Plus. Der Euro Stoxx 50 schloss mit 3230 Punkten etwas schwächer als am Vortag. Auch die Preise für wichtige Rohstoffe wie Kupfer gaben nach. Für Verstimmung an den Märkten sorgten enttäuschende chinesische Konjunkturdaten. Die Industrieproduktion in der Volksrepublik wuchs im August um 6,9 Prozent - so langsam wie zuletzt vor sechs Jahren.

„Für Peking kann diese Entwicklung ein Stück weit als Weckruf verstanden werden“, urteilten die Analysten der NordLB. „Insbesondere auf Seiten der chinesischen Zentralbank hat die Wahrscheinlichkeit von Lockerungsmaßnahmen zugenommen.“

Kupfer verbilligte sich zeitweise um ein Prozent auf 6770,75 Dollar je Tonne und näherte sich damit bis auf etwa 35 Dollar seinem Drei-Monats-Tief aus der Vorwoche. Parallel dazu geriet der australische Dollar ins Rutschen und war mit 0,8981 US-Dollar so billig wie zuletzt im März. China ist ein Großabnehmer für australische Erze.

Für Diskussionsstoff sorgte zudem die Zinssitzung der US-Notenbank Fed, die am Dienstag beginnt. Investoren erhoffen sich Hinweise auf den Zeitpunkt der geplanten Zinserhöhung. Mit Enttäuschung aufgenommene Konjunkturdaten dämpften allerdings Spekulationen auf eine baldige Zinswende. Die US-Industrie hat ihre Produktion im August überraschend zurückgefahren - sie schrumpfte um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat und damit zum ersten Mal seit über einem halben Jahr.

So wichtig ist Schottland für die deutsche Wirtschaft

Wie stark ist die schottische Wirtschaft überhaupt?

Die jährliche Wirtschaftsleistung beträgt rund 131 Milliarden Pfund - umgerechnet fast 165 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Berlin und Brandenburg zusammen.

Wie viel exportiert Deutschland nach Schottland?

Deutschland exportierte 2013 Waren im Wert von umgerechnet gut fünf Milliarden Euro nach Schottland. "In der Rangliste unserer wichtigsten Kunden würde Schottland einen Platz unter den ersten 50 belegen", sagt der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. "Und zwar noch vor Staaten wie Irland und Griechenland." Großbritannien insgesamt steht mit einem Volumen von knapp 76 Milliarden Euro an Nummer drei, hinter Frankreich und den USA, aber noch vor den Niederlanden und China. Die Schotten kaufen vor allem deutsche Maschinen und Fahrzeuge, aber auch chemische Produkte.

Und wie viel kauft Deutschland in Schottland?

Schottland lieferte 2013 Waren im Wert von etwa drei Milliarden Euro in die Bundesrepublik. Das würde zu einem Platz unter den 50 wichtigsten deutschen Lieferanten reichen, noch vor Australien oder Saudi-Arabien.

Importiert Deutschland vor allem Whiskey?

Alkohol ist tatsächlich ein großer Exportschlager. Nummer eins sind zwar Maschinen und Fahrzeuge. Nach Angaben der Scotch Whisky Association wurde 2013 Whisky im Wert von 172 Millionen Pfund (216 Mio Euro) nach Deutschland exportiert. Die Bundesrepublik ist damit fünftgrößter Abnehmer hinter den USA, Frankreich, Singapur und Spanien.

Wie viele deutsche Unternehmen sind vor Ort?

Mehr als 200, sagt DIHK-Experte Treier. "Davon wiederum sind knapp 40 hundertprozentige Töchter von Industrieunternehmen wie BASF, Bosch und Evotec." Insgesamt beschäftigen die deutschen Firmen rund 20.000 Mitarbeiter in Schottland.

Der Euro machte einen Teil seiner Kursverluste nach den Daten wett und notierte bei 1,2946 Dollar. Die Fed macht die Straffung der ultralockeren Geldpolitik von einer nachhaltigen Erholung der US-Wirtschaft abhängig. Die wichtigsten Indizes an der Wall Street notierten zum Handelsschluss in Europa mehrheitlich im Minus.

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