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19.09.2014

17:38 Uhr

Börse Frankfurt

Dax enttäuscht zum Wochenende

Die Schotten werden nicht unabhängig von Großbritannien. Anleger reagieren zunächst erfreut, dann ernüchtert. Experten warnen vor zu viel Jubellaune und überbewerteten Aktien. Andere sehen die 10.000 Punkte nahen.

Börse am Abend

Aktienkurse: Umsätze zweieinhalb Mal größer als sonst

Börse am Abend: Aktienkurse: Umsätze zweieinhalb Mal größer als sonst

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FrankfurtErleichterung, Euphorie, Ernüchterung: An der Börse wurde Schottlands „Nein“ zur Unabhängigkeit gut aufgenommen. Allerdings folgte auf einen starken Dax-Start schnell wieder die Verkaufsstimmung. Der Leitindex ging schließlich kaum verändert 9.799 Punkten aus dem Handel – ein Plus von einem Punkt.

Nach Auszählung aller Stimmbezirke in Schottland steht das Endergebnis des mit Spannung erwarteten Referendums fest: 55,3 Prozent stimmten für den Verbleib des Landes im Vereinigten Königreich. Die jüngsten Meinungsumfragen hätten dies zwar bereits signalisiert, dennoch sei die Unsicherheit nun vom Tisch, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black.

„Mitunter wirkte es in den letzten Wochen so, als wolle der Dax nur widerwillig nach oben. Die Marke von 9800 Zählern lag wie Blei im Markt, doch spätestens das Referendum der Schotten und der Verbleib im Königreich hat die Fesseln gelöst“, kommentierte Marktexpertin Sarah Brylewski von Ayondo Markets in London. Zwar seien viele Anleger immer noch skeptisch, doch zunächst stehe die Börsenampel auf grün, womit der Spurt Richtung 10.000 Punkte beginnen könne.

Aktienhändler Jonathan Sudaria vom Brokerhaus Capital Spreads warnte aber vor überzogenen Erwartungen an weitere Kursgewinne. Da sich ein Sieg der Unabhängigkeitsgegner in den Umfragen der vergangenen Tage bereits abgezeichnet habe, seien Gewinnmitnahmen zu erwarten.

Erleichterung gab es auch am britischen Finanzmarkt. Der FTSE rückte um 0,3 Prozent vor. Gleichzeitig brach der Volatilitätsindex VFTSE, der die Nervosität der Anleger misst, zeitweise um ein Drittel ein. Das ist einer der größten Tagesverluste seiner Geschichte.

Für welche Geldanleger die Börse geeignet ist

Eigenverantwortung

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Sie verfügen über genügend liquide Mittel neben Ihrer Anlage an der Börse, um auch unvorhergesehene Probleme lösen zu können, ohne sofort auf Ihr angelegtes Geld zurückgreifen zu müssen (Faustregel: zwei Monatsgehälter als Reserve)

Quelle: Börse für Dummies

Das Pfund Sterling stieg bis auf 1,6524 Dollar. Noch vergangene Woche war die britische Währung aus Furcht vor einer schottischen Unabhängigkeit auf ein Zehn-Monats-Tief von 1,6050 Dollar gefallen. Schließlich nahmen einige ihre Gewinne mit und das Pfund lag zu Handelsschluss bei 1,6320 Dollar. An der Londoner Börse standen Unternehmen mit schottischen Wurzeln hoch im Kurs: So gewannen Royal Bank of Scotland 2,9 Prozent.


Separatisten in Katalonien nicht entmutigt
Am Rentenmarkt waren spanische Staatsanleihen gefragt, denn viele Börsianer vermuteten, dass mit dem Votum der Schotten auch Unabhängigkeitsbestrebungen im Norden der iberischen Halbinsel der Wind aus den Segeln genommen wurde. Die Ankündigung des Präsident von Katalonien, Artur Mas, er wolle für den 9. November ein Referendum über die Unabhängigkeit von Spanien gesetzlich festlegen, sorgte aber für etwas Ernüchterung. Die Staatsanleihen halbierten danach ihr Plus.

Kommentare (1)

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Herr Thomas Albers

19.09.2014, 18:45 Uhr

" Dies drücke sich sowohl in schwächeren realwirtschaftlichen Indikatoren als auch in fallenden Rohstoffpreisen und einem zuletzt stagnierenden Welthandelsvolumen aus. Gleichzeitig gaben die Analysten der Bank zu bedenken, dass die meisten Aktienmärkte gegenüber ihren historischen Mittelwerten bereits überbewertet sind. Dies betrifft insbesondere den US-Aktienmarkt."

Was oben steht ist sicherlich weitgehend richtig, dennoch eine Ergänzung von mir. Ich erzähle natürlich nichts überraschend neues, aber die gefallenen Rohstoffpreise (Edelmetalle/Öl) lassen sich zum Teil dadurch erklären, dass auf einen viel stärkeren Dollar (etwa 1.20 EUR/USD) spekuliert wird. Vor diesem Hintergrund - neben den bekannten entschärften Krisen - sind die Edelmetalle und Öl erstmal abgesackt.
An der Stelle wird vermutlich die Zinswende bezüglich der Rohstoffe vorweg genommen, was bei den Aktien so noch nicht direkt ausgeprägt zu beobachten ist. (Stünde eine Zinswende bevor, dann vermute ich nicht dieses Niveau beim Dow).

Würde es hier hauptsächlich um nachlassendes Wachstum gehen, würde man die Zinswende eher in die Zukunft verschieben und Edelmetalle würden aufgrund dessen eher fester notieren.

Ich bin sicherlich auch kein Gold-Freund, aber ich bin nicht so sicher, ob der Gold/Silber-Absturz der letzten Zeit der Situation wirklich angemessen ist.

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