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17.10.2011

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Dax erleidet Schwächeanfall

Vor dem EU-Gipfel kommenden Sonntag scheinen die Anleger nicht recht zu wissen, welche Risiken sie eingehen sollen. Aussagen von Bundesregierung und -bank helfen auch nicht. Metro-Aufsichtsratschef Kluge tritt zurück.

Keine Fortsetzung der Dax-Rally

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FrankfurtNach der Eröffnung der Wall Street hat der Dax am Montag seine Talfahrt beschleunigt. Der Leitindex ging schließlich mit einem Minus von 1,8 Prozent und 5.859 Punkten aus dem Handel, nachdem er am Morgen noch fast zwei Prozent auf 6.021 Punkte gewonnen hatte. „Nach den Gewinnen der vergangenen Wochen haben einige wohl kalte Füße bekommen und nehmen vor dem EU-Gipfel am kommenden Wochenende lieber mal ihre Gewinne mit“, fasste ein Händler zusammen.

Analyst Christoph Schmidt vom Asset Manager N.M.F. verwies auf Bemerkungen von Finanzminister Wolfgang Schäuble, wonach auf dem Gipfel Ende nächster Woche wohl keine endgültige Lösung für die Schuldenkrise präsentiert werde. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade sagte: „Kurze Rücksetzer sind ganz normal. Wir befinden uns weiterhin in der letzten Entscheidungsphase rund um Griechenland.“ Da verwundere es kaum, wenn die Anleger hektisch und nervös agierten. Die Bundesregierung hat ebenfalls vor überzogenen Erwartungen an den EU-Gipfel gewarnt.

Der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, hat die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung für die Bankenwirtschaft kritisiert. „Kapitalistische Fehler müssen auch kapitalistisch bestraft werden“, sagte Kopper in der RBB-Fernsehsendung „Thadeusz“. Man hätte den Banken „die Aktien wegnehmen und dem Staat geben sollen. Dann hätte der Steuerzahler an der Krise verdient und nicht dafür zahlen müssen“, sagte Kopper laut einer Vorabmeldung des Senders vom Montag.

Die Chefvolkswirte von Commerzbank und Barclays Capital Deutschland, Jörg Krämer und Thorsten Polleit, rechnen damit, dass Frankreich seine Top-Kreditwürdigkeit verlieren wird. „Ein neues Rettungspaket für die Schuldenländer im Süden der Währungsunion wird auch die französischen Staatsfinanzen belasten“, sagte Krämer „Handelsblatt Online“. Er sehe daher die Gefahr, dass die Ratingagentur Standard & Poor's die Bonitätsnote Frankreichs bereits in den kommenden Wochen mit einem negativen Ausblick versieht.

Im Sog der Euro-Schuldenkrise wird die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten nach Einschätzung der Bundesbank an Fahrt verlieren. Die Konjunkturaussichten für das Winterhalbjahr 2011/2012 hätten sich weiter eingetrübt, schrieb die Notenbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. Der Auftragseingang habe bereits spürbar nachgelassen. Auch die Erwartungen der gewerblichen Wirtschaft seien gesunken. „Insbesondere der Industrie dürfte es bei deutlich abgeschwächter Nachfragedynamik schwerfallen, das auch durch Sondermaßnahmen im Sommer erhöhte Fertigungsvolumen in den kommenden Monaten saisonbereinigt zu halten“, erklärte die Bundesbank.

Der US-Industrie droht ein schwaches Jahresende. Der Konjunkturindex für das Verarbeitende Gewerbe im Schlüsselstaat New York stieg im Oktober nur leicht um rund 0,4 auf minus 8,48 Punkte, teilte die New Yorker Federal Reserve am Montag mit. Das Barometer verharrte damit den fünften Monat in Folge im negativen Bereich. Von Reuters befragte Analysten hatten einen deutlicheren Anstieg auf minus 4,0 Punkte erwartet. Die Daten gelten als Frühindikator für die gesamte Industrie in den USA. Während die Neuaufträge nahezu stagnierten, wurden die Aussichten für die kommenden Monate schlechter bewertet.

Mit Spannung war der Quartalsbericht der Citigroup erwartet worden. Die Bank hat ihren Nettogewinn im Quartal auf 3,8 Milliarden Dollar von 2,2 Milliarden Dollar gesteigert. Die Einnahmen erreichten im dritten Vierteljahr 20,8 Milliarden Dollar, wie das in der Finanzkrise staatlich gestützte Institut mitteilte. Damit übertraf es die Analysten-Prognosen von durchschnittlich 19,25 Milliarden Dollar. Die Bank reduzierte in den drei Monaten bis Ende September die Verluste aus faulen Krediten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 41 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar. Auch die viertgrößte US-Bank Wells Fargo hat dank geringerer Kosten für faule Kredite mehr verdient.

Kommentare (79)

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17.10.2011, 08:14 Uhr

Ich ignoriere den Hassprediger mal und huldige dem Daytrading.

Schnelles Gapclose bei 5967, dann erneut rauf. Ziel 6120 vielleicht schon 6177 als 50er RT der Abwärtsbewegung. Also long bei 5970 SL 30Pkt. short lasse ich aus!

Account gelöscht!

17.10.2011, 08:21 Uhr

Guten morgen,

um 15:15 (Industrieproduktion) bietet sich ein Straddle an. Bis dahin kann man bei R1 = 6041 short gehen in Richtung P = 5963. Habe mich dementsprechend bereits positioniert.

Eric

17.10.2011, 08:24 Uhr

@ Venkerbob Ich denke du hast die inteligentere Lösung gefunden. Warumm sollen wir jetzt hier rum heulen ? Mein Take profit ist auf 6059, Ich kann es ja später noch erhöhen.

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