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21.10.2013

17:42 Uhr

Börse Frankfurt

Dax erneut mit Schlussrekord

Die deutschen Aktienindizes haben ihre Rekordniveaus am Montag verteidigt. Der Dax schloss zwei Punkte fester. Bei den Einzelwerten zogen die SAP-Aktien ordentlich an.

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FrankfurtVerkehrte Welt am deutschen Aktienmarkt: Ausgerechnet die zuletzt vernachlässigten Aktien der Softwareschmiede SAP haben es dem Dax am Montag vorgemacht und kräftig zugelegt. Der Leitindex schloss zwar mit 8867 Punkten so hoch wie noch nie - doch lag er damit nur zwei Zähler oder weniger als 0,1 Prozent höher als am Freitagabend und auch klar unter dem zuvor erreichten Allzeithoch von 8876 Zählern.

Der MDax mittelgroßer Werte schloss mit plus 0,6 Prozent bei 15.800 Punkten ebenfalls erneut auf einem Rekord, der TecDax erreichte mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent auf 1118,9 Punkte den höchsten Stand seit Februar 2002.

Auch die kleinen Werte knüpfen mit einem Rekordschluss im SDax an ihren Höhenflug an. „Gerade die wichtigen Anleger aus den USA und auch London zeigen weiterhin großes Interesse am deutschen Markt und sie nutzen leichte Rückschläge sofort zum Einstieg“, erklärte Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel die gute Laune an den deutschen Börsen.

So beeinflussen die USA die weltweiten Börsen

Warum steigen die Börsenkurse trotz des US-Haushaltsstreits?

Erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte knackte der Dax in dieser Woche die Marke von 8800 Punkten, auch an anderen Aktienmärkten ging es nach oben. Getrieben wurden die Kurse von der Hoffnung der Anleger, dass im Haushaltspoker in Washington noch eine Lösung gefunden wird. Doch das ist nicht der einzige Grund.

Was bewegt die Börsen sonst noch?

Die Notenbanken fluten die Märkte mit extrem billigem Geld, damit soll die Konjunktur angeregt werden. Die Hoffnung auf Kursgewinne und Dividenden in Zeiten extrem niedriger Zinsen locken Investoren seit Monaten an den Aktienmarkt. „Die Finanzmarktexperten bleiben optimistisch. Ein größerer Einfluss des Streits über die Schuldenobergrenze in den USA ist derzeit nicht sichtbar“, sagt ZEW-Präsident Clemens Fuest. Zudem sorgt der Beginn der Berichtssaison mit guten Zahlen einiger US-Konzerne für Lichtblicke.

Wie lange pumpen die Notenbanken noch billiges Geld in den Markt?

Ein rascher Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik ist angesichts der schwachen Konjunktur weder bei der US-Notenbank Fed noch bei der Europäischen Zentralbank wahrscheinlich. Im Gegenteil: Die EZB hatte klar gemacht, dass sie den Geldhahn so schnell nicht zudrehen wird.

Hatte die Fed nicht die Drosselung ihrer Anleihenkäufe angekündigt?

Notenbankchef Ben Bernanke hatte im Juni in Aussicht gestellt, die Anleihenkäufe noch in diesem Jahr zurückzufahren und Mitte 2014 eventuell auslaufen zu lassen - vorausgesetzt, die Konjunktur zieht an. Doch die Fed kauft weiter jeden Monat Anleihen im Wert von 85 Milliarden Dollar (63,6 Milliarden Euro). Da Etatstreit und Verwaltungsstillstand das Wachstum bremsen dürften, könnte der Einstieg in den Ausstieg auch in den USA noch auf sich warten lassen. „Wenn die Etatschlacht Wirtschaft und Finanzmärkte zu hart trifft, dürfte die Drosselung der Anleihenkäufe auf März verschoben werden“, schätzt Unicredit-Ökonomin Chiara Silvestre.

Was passiert, wenn es keine Einigung gibt?

Je länger die Hängepartie dauert, umso nervöser dürften die Märkte werden. Sobald ernsthafte Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der USA aufkämen, sei mit schwersten Erschütterungen zu rechnen, sagen Experten. Ökonom Brian Horrigan von Natixis Global Asset Management warnt vor einem Absturz: „Die Kombination aus einer Panik im Finanzsektor mit plötzlichen, tiefen Einschnitten bei den Staatsausgaben und steigender Unsicherheit könnten leicht zu einer Rezession führen.“ Die Ratingagentur Fitch droht den USA mit dem Verlust ihres Spitzenratings. Fitch fürchtet, dass die Regierung ihre Angestellten im schlimmsten Fall nicht mehr bezahlen kann und Sozialleistungen ausbleiben: „All das würde die Wahrnehmung der US-Kreditwürdigkeit sowie die Wirtschaft beschädigen.“ Für die Ratingexperten wäre aber am schlimmsten, wenn das Vertrauen in das System und in den Dollar als weltweite Reservewährung verloren ginge.

Wie lange kann die Hängepartie dauern?

An diesem Donnerstag ist die Schuldengrenze erreicht: Wenn sich die politischen Lager nicht auf eine Anhebung verständigen, dürfen sich die Vereinigten Staaten kein neues Geld mehr am Kapitalmarkt leihen. Mit dem Stichtag ist aber nicht automatisch Schluss: Dem Staat bleiben dann noch rund 30 Milliarden Dollar an Barreserven, um seine Verpflichtungen zu erfüllen. Das ist allerdings zu wenig, um zum Beispiel bald anstehende 60 Milliarden Dollar an Rentenzahlungen zu leisten. Ohne neue Kredite würde es danach richtig ernst, auch um die Zinsen und Tilgungen für US-Staatspapiere zu zahlen.

Ist bei einer Einigung alles im Lot ?

Das Image der USA als Weltmacht ist bereits angekratzt. Die Streitereien untergraben das Vertrauen in das Funktionieren des politischen Systems. Hinzu kommen ökonomische Folgen. „Untersuchungen zeigen, dass die Konjunktur durch einen Anstieg der politischen Unsicherheit zumindest vorübergehend erheblich gedämpft werden kann“, erklärt Ökonom Nils Jannsen vom Institut für Weltwirtschaft (IfW). Unternehmen hielten sich mit Investitionen zurück, Verbraucher zögerten größeren Anschaffungen hinaus. Erste Ökonomen haben bereits ihre Prognosen für die weltgrößte Volkswirtschaft gesenkt.

Was bedeutet das für die Anleger?

Die Börsen sind nervös. Am Dienstag sorgte die Hoffnung auf eine Einigung im Haushaltsstreit für einen Höhenflug. Doch die Luft ist dünn. Weil sich der Poker am Mittwoch hinzog, erstarrten die Börsianer wie das Kaninchen vor der Schlange. Privatanleger sollten sich derzeit also gut überlegen, ob sie ein- oder aussteigen wollen. Doch alternative Anlagen sind weiter unattraktiv. Das Sparbuch wirft so gut wie nichts mehr ab, Staatsanleihen von Ländern mit guter Bonität wie Deutschland bringen mickrige Erträge, meist unter der Inflationsrate.

"Die Anleger sind nach der Rally einfach mal ein bisschen vorsichtiger", kommentierte ein Händler den Dax-Stand. In der vergangenen Woche hatte der Dax - dem US-Haushalts- und Schuldenstreit zum Trotz - 1,6 Prozent zugelegt und dabei fast täglich neue Rekorde gesetzt.

Viele wollten die gerade erst begonnene Bilanzsaison in Europa und eine Flut von US-Konjunkturdaten abwarten. Letztere waren wegen der inzwischen beendeten Schließung von US-Bundesbehörden im Zuge des US-Haushaltsstreit verschoben worden und könnten in dieser Woche veröffentlicht werden. So steht am Dienstag der US-Job-Report für September an. An der Wall Street blieben die meisten Anleger denn auch in Deckung. Zwar erreichte der breit gefasste S&P-Index zeitweise ein neues Allzeithoch, doch notierte er zum Handelsschluss in Europa leicht im Minus.

SAP hatte viele Anleger, die auf eine negative Überraschung gewettet hatten, auf dem falschen Fuß erwischt. Somit ging es bei hohem Umsatz - SAP waren im Dax mit rund sechs Millionen Aktien weit vor der Telekom mit 1,6 Millionen Aktien die meistgehandelten Titel - nach oben. Zum Handelsschluss lagen die Aktien mit 56,06 Euro noch 4,8 Prozent im Plus.

Dabei hatten die Aktien seit Monatsbeginn an der Rekordfahrt vom Dax nicht teilgenommen, sondern in Erwartung schwacher Quartalszahlen sogar Boden verloren. Analysten lobten den Konzern für Firmensoftware nun. DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer sprach von einem ziemlich soliden Zwischenbericht - vor allem angesichts des schwierigen Umfelds.

Kommentare (43)

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Programmierer

21.10.2013, 07:44 Uhr

Ob der deltaone schon die nächste Tranche vom Short-ETF-Rohrkrepierer gekauft hat?

Nach eigenen Aussagen handelt er ja keine Peanuts, sondern größere Beträge. Sagen wir mal 10.000 Euro pro Short-ETF-Kauf. Bei aktuell knapp 10-15% Minus (2fach Hebel) ist das schonmal ein Familienurlaub der da futsch ist.

Auweia, das gibt Ärger mit Mutti. Da steppt der Bär in Moabit.

Ich lasse meine Calls weiter laufen. Auch diese Woche geht es wieder UP!

Ignore_the_Noise

21.10.2013, 07:46 Uhr

Es gibt ein Dutzend Gründe, einen weiten Bogen um News zu machen. Hier die Top Drei.

Erstens: Unser Hirn reagiert unverhältnismäßig stark auf skandalöse, schockierende, personenbezogene, laute, schnell wechselnde Reize – und unverhältnismäßig schwach auf abstrakte, komplexe und deutungsbedürftige Informationen.

Zweitens: News sind irrelevant. In den letzten zwölf Monaten dürften Sie etwa 10000 Kurznachrichten verschlungen haben – circa 30 Meldungen pro Tag. Seien Sie ganz ehrlich: Nennen Sie eine davon, die es Ihnen erlaubt hat, eine bessere Entscheidung – für Ihr Leben, Ihre Karriere, Ihr Geschäft – zu treffen.

Drittens: Zeitverschwendung. Ein durchschnittlicher Mensch verschwendet einen halben Arbeitstag pro Woche mit News.

Indexer

21.10.2013, 07:51 Uhr

Mich würde mal interessieren, wie den die Bilanz seit Jahresbeginn bei den ganzen Super-Tradern und Mega-Investoren hier im Forum aussieht.

Ich bin seit Jahren passiver Anleger, d.h. ich kaufe und verkaufe eigentlich nur sehr selten und habe einen Aktien/Anleihen-Mix. Für mich bedeutet das seit Jahresanfang eine Rendite von knapp 16,5%. Vollkommen stressfrei.

Wo liege ich denn damit im Vergleich? 200% pro Tag vom Programmierer liest man ja oft genug.

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