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19.06.2014

17:53 Uhr

Börse Frankfurt

Dax erobert 10.000 Punkte zurück

Der Dax ist wieder fünfstellig – der Federal Reserve sei Dank. Doch außer dem Anstieg über die 10.000 Punkte war die Performance des Leitindex recht fad. Die Anleger blicken nun auf den großen Verfallstag am Freitag.

Yellen schiebt Dax wieder über die 10.000

Video: Yellen schiebt Dax wieder über die 10.000

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FrankfurtWenn man den heutigen Handelstag in ein Wort fassen müsste, dann würde „leblos“ wohl am zutreffendsten sein. Den gesamten Tag über bewegte sich der Dax in einer Spanne von etwas mehr als 20 Punkten. Was man dem Leitindex zugute halten kann, ist der höhe Kursstand. Denn zwischenzeitlich trennten den Dax nur elf Punkte von seinem Allzeithoch, dass bei 10.034 Punkten liegt. Am Ende ging der Leitindex mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 10.004 Punkten aus dem Handel.

In der zweiten Reihe verabschiedete sich der MDax 0,4 Prozent fester auf 17.008 Punkte. Der TecDax ging 0,5 Prozent höher auf 1328 Punkte aus dem Handel.

Die Umsätze waren vor allem wegen des Fronleichnam-Feiertages sehr niedrig. Zudem richteten sich die Blicke vieler Profi-Investoren auf den großen Verfall am Terminmarkt. Am Freitag werden dort die Index- und Aktienoptionen sowie die Future fällig.

Im Fokus lag heute die gestrige Entscheidung der Federal Reserve, die Konjunkturhilfen für die US-Wirtschaft um weitere zehn auf 35 Milliarden Dollar zu senken. Anleger werteten diese Straffung als Beleg für eine nachhaltige Verbesserung der Wirtschaftslage. Außerdem begrüßten die Börsianer die Zusage der Fed Chefin Janet Yellen, den Leitzins nach dem Ende der konjunkturstützenden Anleihekäufe noch für eine beachtliche Zeit auf einem niedrigen Niveau zu belassen. Damit ist eine Zinswende in den USA erst einmal nicht in Sicht. Einige Anleger hatten nach dem jüngsten Anstieg der US-Inflation Hinweise auf eine vorzeitige Anhebung der Zinsen in den USA erwartet.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

„Die US-Notenbanker haben erwartungsgemäß keine Anpassungen beim Leitzins vorgenommen und eine weitere Kappung der Wertpapierkäufe um die mittlerweile bewährte Größenordnung beschlossen“, schrieb Analyst Tobias Basse von der Nord LB in einem Kommentar. Gut kam an den Aktienmärkten die Aussage an, dass die Zinsen eine „erhebliche Zeit“ nach dem Ende der Bondkäufe niedrig bleiben werden. Damit bestätigten sich Sorgen, die US-Notenbank könnte wegen der anziehenden US-Konjunktur eine straffere Gangart einschlagen, nicht. Da das billige Geld irgendwo angelegt werden müsse, seien Aktien weiterhin quasi alternativlos, sagte Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM.

Kommentare (9)

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19.06.2014, 11:21 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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19.06.2014, 11:21 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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19.06.2014, 11:53 Uhr

Mensch, da hat ja jemand richtig Zeit investiert! Ich freue mich doch immer, wenn eines meiner Groupies sich einen neuen Nick verschafft. [...]

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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