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02.02.2015

18:02 Uhr

Börse Frankfurt

Dax erreicht neues Allzeithoch

Warnstreiks, schwächelnde Konjunktur und geopolitische Krisen lassen die Dax-Anleger kalt. Sie bleiben die Ruhe selbst und schicken den Leitindex zum Börsenschluss auf ein neues Allzeithoch von 10.828 Punkten.

Börse am Abend

Dax: neues Allzeithoch erreicht

Börse am Abend: Dax: neues Allzeithoch erreicht

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DüsseldorfDie Dax-Anleger kann im Moment anscheinend nichts erschüttern. Kurz vor Börsenschluss schickten sie den Index auf ein neues Rekordhoch von 10.828 Punkten. Der Index ging 1,25 Prozent höher aus dem Handel. Überraschend, denn seit dem frühen Nachmittag hatte sich der Dax kaum bewegt.

Egal was kommt, die Anleger scheinen es derzeit locker zu nehmen. Da verleiht eine leichte Entspannung im Streit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern den Index nur noch zusätzlichen Aufwind. Nach der Aufkündigung der Zusammenarbeit mit der Gläubiger-Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) bemühte sich Ministerpräsident Alexis Tsipras Medienberichten zufolge, in Gesprächen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Parlamentspräsident Martin Schulz die Wogen zu glätten.

„Die neue griechische Regierung hat vergangene Woche mit den Säbeln gerasselt, jetzt scheint sie zurückzurudern”, sagte ein Börsianer. Dies deute darauf hin, dass der Sparkurs wohl im Großen und Ganzen fortgesetzt werde. Ähnlich urteilten die Analysten der US-Großbank Goldman Sachs. „Unser Basis-Szenario ist weiterhin, dass es eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern geben wird.”

Die Deutschen und Aktien

Spekulationsobjekt

Eine aktuelle Studie der Direktbanken zeigt, dass Aktien von Privatanlegern weiterhin als extrem risikobehaftet wahrgenommen werden. Für 46 Prozent der Befragten ist die Aktie ein „rein spekulatives“ Anlageinstrument.

Quelle: „Aktion pro Aktie “

Geldanlage für Reiche

Eine Aktie ist für über die Hälfte der befragten Personen nur etwas für vermögende Investoren. 51 Prozent sind der Auffassung, dass eine Aktieninvestition nur für reiche Personen lukrativ ist.

Sicherheitsorientiert

Wenn sich deutsche Anleger für eine Investition in Aktien entscheiden, legen sie weiterhin den Fokus auf Sicherheit. 71 Prozent investieren konservativ und sicherheitsorientiert in Aktien.

Langfristige Wertsteigerung

Aktienkäufer in Deutschland lassen sich nicht von dem täglichen Auf-und Ab an den Märkten verführen. Sie hoffen auf eine langfristige Wertsteigerung. Die Studienergebnisse zeigen, dass 74 Prozent der Probanden höchstens zweimal im Jahr handeln.

Hinzu kommt, dass nun weitere Details zu den Anleihekäufen der EZB bekannt wurden. Nach Angaben ihres Direktors Benoit Coeure beginnt die EZB in der ersten März-Hälfte mit dem umstrittenen Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren. Da sofortige Auswirkungen dieser geldpolitischen Lockerungen nicht zu erwarten seien, seien Käufe über die Dauer von 19 Monaten geplant, sagte Coeure heute in Budapest. Der Franzose betonte, die EZB werde notfalls mehr tun, sollte nicht wie beabsichtigt das Ziel einer höheren Inflation erreicht werden.

„Die Maßnahmen der EZB überstrahlen aktuell alles, auch die Sorgen um die Weltwirtschaft oder Griechenland, denn diese Geldmengen entbehren jeglicher Vorstellungskraft“, sagte Portfolio-Manager Philipp Müller von der Performance IMC Vermögensverwaltung AG. Er rechnet damit, dass sich der positive Trend an den Börsen daher langfristig fortsetzen wird.

Doch die positiven Impulse an der Börse werden langsam weniger. Das ruft auch durchaus Pessimisten auf den Plan: „Nun könnten wieder negative Faktoren wie die Leitzinswende der Fed, das sich abschwächende Wachstum in China, die Krise in Russland und die Warnstreiks in der deutschen Industrie in den Blickpunkt der Investoren rücken“, sagt Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp.

Erste Enttäuschungen zeichneten sich an den asiatischen Börsen ab. Schwache Konjunkturdaten aus China und den USA haben zum Wochenauftakt die Aktienmärkte in Fernost belastet. Die Industrie in China schrumpfte dem offiziellen Einkaufsmanagerindex zufolge im Januar erstmals seit fast zweieinhalb Jahren wieder. Zusätzlich setzte den Anlegern am Montag ein unerwartet geringes Wirtschaftswachstum in den USA zu. Die weltgrößte Volkswirtschaft verlor nach einem deutlichen Plus des Bruttoinlandsprodukts 2014 zum Ende des Jahres an Schwung.

Kommentare (46)

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Herr Bihari Sharan

02.02.2015, 08:16 Uhr

@ delta one

Letzten Freitag haben Sie sich nach langer Zeit nochmals mit einigen Kommentaren hier gemeldet. Als einer zur Mehrheit der meistenteils nur Mitlesenden gehörend, möchte ich Ihnen die Rückmeldung geben, dass ich ihre Kommentare schätze.

Die Trolle haben diesem quasi-öffentlichen Raum ihren Stempel aufgedrückt und mit zu ihrem Rückzug beigetragen. Die Mehrheit der Mitlesenden möchte an der Sache orientierte Kommentare wie die ihrigen lesen und nicht die der Trolle - abgesehen von den wenigen real-satirischen, die zur Auflockerung beitragen.

Unter den Kommentatoren hier im HB gibt es - aller Trolle zum Trotz - die eine oder andere höchst kompetente Stimme, von deren Einschätzungen und Empfehlungen auch Sie sicher noch profitieren können. Selbst die ausgewiesensten Experten haben natürlich keine Glaskugel, aber es ist wert, deren Hinweise und Empfehlungen mit in die eigenen Überlegungen einzubeziehen. Also schauen Sie zumindest ab und an in die HB-Kommentare.

Und sollten Sie die Neigung verspüren, vielleicht doch wieder etwas zu kommentieren - die Mehrheit der Mitlesenden wird dies begrüßen. Auf dass dieser quasi-öffentliche Raum den Charakter annehme, den die HB-Redaktion sicher intendiert hat.

@ HB
Die Mehrfachvergabe von Kommentatoren-Namen abzustellen, ist sicher ein wesentlicher Schritt in diese Richtung. Bitte nehmen Sie dies jetzt - die ressourcen-bindende Layout-Veränderung ist ja jetzt abgeschlossen - in Angriff.

Herr Bihari Sharan

02.02.2015, 08:21 Uhr

@ Tom Bauer
Ihr Credo ist ja, dass keiner den optimalen Einstiegszeitpunkt kennen kann und dass fundamental gesunde Wachstumswerte unabhängig vom Einstiegszeitpunkt langfristig steigen ungeachtet zwischenzeitlicher Einbrüche.

M.E. ist es sinnvoll, dass Sie die letzten Freitag gemachten Warnungen bzgl. Euphorie und Risiken an den Märkten ernsthaft mit in ihre Überlegungen einbeziehen. Wenn ich jetzt investiert wäre, würde ich zumindest die Dividenden zur Absicherung meines Depots verwenden. Am idealsten bei ihrer Langfriststrategie ist m. E. eine Absicherung für einen 20 bis 30%tigen Kursrutsch. Ein noch größerer Einbruch wäre so leichter wegzustecken und von dem Absicherungsgewinn kaufen Sie nach.
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Ich persönlich bin nicht investiert. Würde bei der Absicherung über Stop-Loss nicht die Gefahr bestehen, dass die Aktien tief unten "abgefischt" werden
- s. den Apple-Flash-Crash -, wäre dass anders. Doch mit den neusten Entwicklungen im Euro-Raum
- EZB-Entscheidung,
- folgt auf Griechenland Italien, Spanien (podemos), ...
=> Gefahr einer Euro-Kernschmelze
ist ein weiteres Zuwarten an der Seitenlinie leider keine sichere Option mehr.

Der US-Dollar, so vermute ich, wird in diesen krisenschwangeren Zeiten vor dem kanadischen Dollar die bessere Wahl sein, weil ersterer *die* Krisenfluchtwährung ist.
Nichstdestotrotz wird eine Mischung beider Währungen nicht verkehrt sein. Die norwegische Krone scheint mir wegen der Öllastigkeit zu riskant.

Herr Bihari Sharan

02.02.2015, 08:22 Uhr

Fortsetzung @ Tom Bauer

Bleibt die Auswahl geeigneter in US-Dollar und kanadischem Dollar gehandelter Aktien und die Frage, ob es sinnvoll ist, bei den aktuellen Bewertungen noch einzusteigen und wegen der Kursrisiken diese teilweise abzusichern (s.o.) oder eben auf eine Korrektur zu warten.

An Gold werde ich leider nicht mehr vorbeikommen. Leider, weil in diesen Zeiten nur die private Lagerung Sinn macht und ein geplanter späterer Umzug ins außereuropäische Ausland für die weitere sichere Lagerung eine Herausforderung darstellt.

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Jetzt werde ich mich anderen Aufgaben widmen und kann deshalb nicht umgehend auf etwaige Rückmeldungen, die durchaus erwünscht sind, reagieren. Spätestens am Ende des Tages scanne ich regelmäßig diesen Kommentarbereich und andere Kommentarbereiche des HB zu den hier angeschnittenen Themen. Rückmeldungen und andere wichtige Kommentare kommen also bei mir an.

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