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25.03.2014

17:38 Uhr

Börse Frankfurt

Dax feiert Mini-Comeback

Gestern stark gefallen, heute stark gestiegen: Der deutsche Leitindex hat die Verluste vom Vortag wieder wett gemacht. Ein gefallener Ifo-Index ließ die Anleger kalt. Dafür machte sie ein anderes Thema heiß.

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FrankfurtDie Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft fällt, der Dax steigt. Der Deutsche Leitindex zeigte sich von einem schwächeren Ifo-Index unbeeindruckt und ging am Dienstag 1,6 Prozent höher bei 9.338 Punkten aus dem Handel. Mit diesem Plus von rund 150 Punkten konnte der Dax die Verluste vom Vortag wieder ausgleichen. Der Handel an der Wall Street begann ebenfalls mit Kauflaune: Der Dow Jones stieg um 0,7 Prozent auf 16.390 Punkte.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ging im März auf 110,7 Punkte von 111,3 Zählern im Vormonat zurück. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Wert von 111 Stellen vorausgesagt.

Der Markt blieb jedoch optimistisch. Ungeachtet der Verunsicherung wegen der Krim-Krise boome die deutsche Wirtschaft weiter, betonte Volkswirt Christian Schulz von der Berenberg Bank. „Die aktuelle Stärke wird von der Inlandsnachfrage und vor allem vom Konsum getrieben. Sofern die Krim-Krise nicht auf die Ost-Ukraine übergreift und die Sanktionen die russischen Gas- und Öl-Exporte nicht beeinträchtigen, sollte die deutsche Wirtschaft weiter stark wachsen.“

Ökonomen zum aktuellen Ifo-Index

David Brown, New View Economics

„Der Ifo-Index ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Krise um die Ukraine auf dem Geschäftsklima lastet: Das haben auch der ZEW-Index und die Einkaufsmanagerindizes gezeigt. Falls die Krise eskalieren sollte und schärfere Sanktionen gegen Russland verhängt werden sollten, stehen mehr als 6000 deutsche Firmen mit Handelsbeziehungen zu Russland in der Schusslinie.“

Jörg Krämer, Commerzbank

„Es fällt auf, dass die Unternehmen ihre Erwartungen deutlich heruntergeschraubt haben, ihre aktuelle Lage aber deutlich besser einschätzen. Auf den Erwartungen lasten vermutlich die Krim-Krise und die allgemeine Sorge um die deutschen Märkte, vor allem China.

Die bessere Lage zeigt aber auch, dass die Unternehmen tatsächlich immer noch sehr gute Geschäfte machen. Der Ifo-Index liegt weiter auf einem hohen Niveau. All das bedeutet, dass wir in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent rechnen können.“

Jörg Zeuner, KfW

„Die Unternehmen sehen mit Augenmaß auf die Krim-Krise, wie das nur leicht gesunkene Geschäftsklima zeigt. Ohne umfassende Wirtschaftssanktionen gegen Russland bleibt der Rückgang vorübergehend und die deutsche Wirtschaft wächst um rund zwei Prozent in diesem Jahr, solange das geld- und währungspolitische Umfeld stabil bleibt.“

Johannes Jander, Helaba

„Trotz des wie erwartet leicht gesunkenen Ifo-Indexes bleibt der Ausblick für die deutsche Konjunktur freundlich, da er nach wie vor auf einem hohem Niveau liegt. Auch wenn der Rückgang der Erwartungskomponente durch die erneut verbesserte Lageeinschätzung nicht kompensiert werden konnte, ist von einem fortgesetzten Wachstum auszugehen.“

Nach Ansicht eines Aktienhändlers stand die Erholung der Aktienmärkte aber auf wackligen Beinen. „Das schnelle Geld hat den Dax für sich wiederentdeckt.“ Sollten die anstehenden US-Konjunkturdaten die Hoffnung auf eine deutliche Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft nach den Beeinträchtigungen durch den strengen Winter enttäuschen, würden sich spekulativ orientierte Investoren sicher schnell wieder zurückziehen.

Heißes Thema am Markt: Doping für Chinas Wirtschaft?

Für Gesprächsstoff sorgte die schwächelnde chinesische Konjunktur. So lange das dortige Wachstum aber über der Marke von fünf Prozent bleibe, gebe es keinen Grund für größere Aktienverkäufe, schrieben die Analysten der Credit Suisse in einem Kommentar. „China hat die politische Kraft, ein Wachstum von weniger als fünf Prozent zu verhindern.“ Am Montag noch hatten Sorgen um eine schwächelnde chinesische Wirtschaft den Dax auf Talfahrt geschickt.

Die Hoffnung auf Maßnahmen zur Ankurbelung der chinesischen Konjunktur gab auch den Rohstoffmärkten Auftrieb: Das wichtige Industriemetall Kupfer verteuerte sich um bis zu 1,9 Prozent auf 6593,75 Dollar je Tonne – China ist das rohstoffhungrigste Land. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee kostete mit 107 Dollar je Barrel (159 Liter) 0,6 Prozent mehr als am Vortag.

Die Spekulationen um China drängten die Spannungen um Russland in den Hintergrund. Die deutsche Wirtschaft befürchtet jedoch weiterhin eine Sanktionsspirale, die vor allem Deutschland treffen würde.

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