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19.12.2014

17:50 Uhr

Börse Frankfurt

Dax geht die Puste aus

Binnen vier Tagen rückte der Dax sieben Prozent vor. Doch nach dem Fed-Freudentaumel holt die Realität den Leitindex wieder ein. Die vielen Unsicherheitsfaktoren beenden die Kurzrally. Am Ende steht ein leichtes Minus.

Börse am Mittag

„Heute ist großer Verfallstag an der Börse“

Börse am Mittag: „Heute ist großer Verfallstag an der Börse“

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FrankfurtZum Wochenschluss haben den Dax seine Kräfte verlassen. Nach einer rasanten Kurzrally zollte der Leitindex damit seinem jüngsten Sprint Tribut. Denn seit einem zwischenzeitlichen Tief am Dienstag hatte der Dax gut 650 Punkte zugelegt. Auch am Freitag ging es zunächst weiter aufwärts, wenn auch mit weniger Zug. Am Mittag aber drehte das wichtigste deutsche Marktbarometer und stürzte bis zu ein Prozent ab. Die euphorische Stimmung, verursacht durch die anhaltend lockere Geldpolitik der Federal Reserve, wich einer gewissen Ernüchterung. Am Ende schloss der Dax 0,3 Prozent leichter bei 9786 Punkten.

Mit Abklingen des Niedrigzins-Freudentaumels rückten die mannigfaltigen Probleme wieder ins Blickfeld der Anleger: In Griechenland ist die Präsidentschaftswahl im ersten Durchgang gescheitert. Sollte der Kandidat der Regierungskoalition nicht in den drei Wahlgängen bis Ende Dezember die nötige Anzahl an Stimmen erhalten, kommt es zu Parlamentswahlen. Sollte die in Umfragen vorne liegende oppositionelle Syriza-Partei an die Macht kommen, würde sie die Sparauflagen der Troika brechen und damit die Euro-Krise wieder heraufbeschwören.

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Quelle

„Aktien für Dummies“, Autoren: Christine Bortenlänger und Ulrich Kirstein. ISBN: 978-3-527-71018-8

Zudem sorgt der Rubel-Absturz für Unruhe auf den Devisenmärkten. Die russische Wirtschaft gerät weiter unter Druck, auch das Abrutschen in eine Rezession scheint nach dem Ölpreis-Sinkflug denkbar. Genauso bleibt auch das Problem der lahmenden Konjunktur im Euro-Raum bestehen. Doch Janet Yellen lenkt den Blick weg und kann die Anleger wieder mal beruhigen. Mit ihrer Ankündigung, die Zinswende erst später im Jahr 2015 in Angriff zu nehmen, hat die Präsidentin der Federal Reserve die Investoren zurück auf die Märkte gelockt.

Seit dem zwischenzeitlichen Absturz am Dienstag hat der Leitindex ganze 6,2 Prozent zugelegt. Auf Wochensicht steht noch ein Plus von zwei Prozent. LBBW-Investmentanalyst Wolfgang Albrecht spricht von einer Jahresendrally, die vor wenigen Tagen noch fast undenkbar gewesen wäre. Das Niedrigzins-Versprechen der US-Notenbank sei der Nährboden für diesen erneuten Angriff auf die Fünfstelligkeit der Frankfurter Benchmark.

Auch die Impulse aus dem guten Konsumklima in Deutschland verblasten spätestens am Mittag. Die Stimmung der Konsumenten ist laut GfK-Barometer für den Januar auf ein Acht-Jahres-Hoch geklettert. Vor allem die sinkenden Energiepreise sind für ein überraschend deutliches Plus von 0,3 auf 9,0 Punkte verantwortlich. „Dies verschafft den privaten Haushalten deutlichen Spielraum für andere Anschaffungen.“ sagte Rolf Bürkl von der Gesellschaft für Konsumforschung. Der Einzelhandel rechnet mit steigenden Absätzen.

Für einigen Wirbel sorgte auch der große Verfall an den Terminbörsen sorgen. Am sogenannten Hexensabbat, der vierteljährlich stattfindet, laufen die Optionen und Futures auf Aktien und Indizes aus. Der neue Settlement-Kurs für Dax-Optionen ist bei 9751,86 Punkten festgesetzt worden. Dies kann vor allem bei den Einzelwerten zu spontanen Turbulenzen führen, versuchen doch die Terminbörsianer den Kurs der Titel, auf die sie die Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu lenken.

Die zweite Reihe konnte ihren Aufschlag verteidigen. So rückten die Mid-Caps des MDax 0,1 Prozent vor auf 16.758 Zähler. Der TecDax hingegen gab 0,5 Prozent nach auf 1360 Punkte. Der Leitindex der Währungsunion, der Euro-Stoxx-50 rutschte um 0,5 Prozent ab auf 3137 Stellen. Auch an der Wall Street klang die Feierlaune aus. Der Dow-Jones-Index pendelte im frühen Handel nah um seinen Vortagskurs von 17.780Punkten. Der leere Kalender lässt einen ruhigen Handel erwarten.

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