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15.03.2017

17:42 Uhr

Börse Frankfurt

Dax geht mit 12.000 Punkten in den Abend der Entscheidungen

VonIlias Stampoulis

Richtungweisendes steht an: Die Fed berät über eine Erhöhung der US-Zinsen und die Niederländer wählen ihr Parlament. Fakten gibt es erst nach Handelsschluss, doch am Mittwoch trauten sich die Anleger aus der Deckung.

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FrankfurtEin Tag der großen Entscheidungen – und die Börsianer waren zum Zuschauen gezwungen. Am Mittwoch wählen die Niederländer ihr neues Parlament und geben damit den Startschuss für die großen Wahlen des Jahres in Europas Kernländern. In Washington beraten die Notenbanker der Fed über den nächsten Zinsschritt in den USA. Beides sind richtungsweisende Entscheide. Und über beides herrscht erst Klarheit, wenn Europas Börsen schon wieder geschlossen sind. Erwartungsgemäß bestimmte Vorsicht den Handel. Die Anleger zeigten sich vorsichtig optimistisch, der Dax pendelte bei geringen Umsätzen um die 12.000-Punkte-Marke. Am Ende ging der Deutsche Aktienindex mit 12.009 Punkten 0,2 Prozent fester aus dem Handel. Der Euro-Stoxx-50 rückte 0,3 Prozent vor auf 3410 Zähler.

Dass die Federal Reserve die Leitzinsen erhöhen wird, gilt auf dem Parkett als nahezu ausgemachte Sache. Deutlich genug hatten die Dollar-Hüter die nächste Straffung in Aussicht gestellt. „Die Fed wird todsicher die Zinsen anheben“, meinte etwas Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Ganze drei Anhebungen soll es im laufenden Jahr geben, ließ Fed-Chefin Janet Yellen durchscheinen. Aktuell bewegen sich die Leitzinsen in einem Korridor von 0,5 bis 0,75 Prozent, erhöht wird standardgemäß in Viertelprozentschritten. Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Fed nach langem Zögern die Zinswende erst richtig in Fahrt kommen lassen, zu groß die Sorge, dass ein verfrühter Kursschwenk die Konjunktur in den USA wieder abwürgen könnte.

Wichtige Woche für Europas Börsen: Auf diese vier Entscheidungen schauen die Anleger

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Es ist eine Woche mit weitreichenden Entscheidungen für die Finanzmärkte: In den Niederlanden wird gewählt, außerdem tagen die Notenbanken der USA, Japans und Großbritanniens. Nur eine Entscheidung gilt als sicher.

Die Daten aus der Wirtschaft sind stark, der Arbeitsmarkt erreicht quasi Vollbeschäftigung, auch die Inflationsentwicklung rückt in den angestrebten Bereich. Und mit dem Amtsantritt Donald Trumps erhöhte sich der Druck auf die Notenbanker noch einmal. Der neue US-Präsident will die Wirtschaftsdynamik mit einem massiven Infrastrukturprogramm und eine fundamentalen Steuerreform massiv ankurbeln – genaue Konzepte sind noch nicht vorgestellt. Ungewöhnlich deutlich unterstrich die Fed im Bezug auf die Wirtschaftspläne der neuen Regierung ihren Willen zu handeln. Die genauen Maßnahmen und deren Wirkung müsse man erst abwarten, aber einem Überhitzen der Konjunktur werde man mit den Mitteln der Geldpolitik entschieden und rechtzeitig entgegentreten.

Um 19.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreicht der Zinsentscheid die Öffentlichkeit. Der Fokus liegt aber auf der folgenden Pressekonferenz Janet Yellens um 20.00 Uhr. Dort nimmt die Fed-Chefin Stellung zu den volkswirtschaftlichen Projektionen ihres Hauses, die maßgeblich sind für das Tempo, mit dem Zinswende forciert wird. Yellen dürfte dort mehr als nur Hinweise darauf geben, wie viele Erhöhungen nach jetzigem Stand folgen werden. Im Vorfeld der Fed-Sitzung verlor der Dollar etwas überraschend leicht, ein Euro kostete mit 1,0620 Dollar 0,2 Prozent mehr.

Erst im Anschluss geht der Blick wieder nach Europa. Um 21.00 Uhr schließen die Wahlkabinen in den Niederlanden, das Ergebnis steht erst in der Nacht fest. Von Bedeutung sind die Wahlen vor allem, weil in einem der europäischen Kernländer erstmals eine euroskeptische Partei stärkste Kraft werden könnte. In den Umfragen lieferten sich die rechtsliberale VVD und ihr Ministerpräsident Mark Rutte ein enges Rennen mit dem Euro- und Islam-Gegner Geert Wilders von der PVV. Zuletzt büßte Wilders an Beliebtheit ein, seit den Überraschungen bei Brexit-Referendum und US-Präsidentschaftswahlen hat der Ruf der Demoskopie aber gelitten.

Kommentare (2)

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Frau Edelgard Kah

15.03.2017, 14:13 Uhr

Sehr geehrter Herr Stampoulis,

nichts gegen Ihren Börsenbericht. Er ist ganz sicher professionell und gut gemacht. Aber wenn Sie erlauben, erzähle ich Ihnen ein wenig von meinen Erfahrungen.

Also ich sehe mir jeden Tag die Börsensendungen von N 24 und ntv an. In beiden Sendungen treten jeden Abend auch Börsenberichterstatter auf. Sie berichten beispielsweise, dass der DAX am zurückliegenden Tag um 1 % gestiegen ist. Aber dann sollen die armen Schweine auch noch auf die Gründe zu sprechen kommen. Gründe die sie nicht kennen und die auch niemand kennen kann. In ihrer Verlegenheit drehen und winden sie sich und erzählen irgend einen Unfug. Kurz und gut: Es sind die Kurse, die "Nachrichten" machen. Und nicht umgekehrt.

Deshalb hilft auch Ihr Artikel dem Anleger nicht weiter. Zinentscheid der FED? Wahlen in Holland?
Was die Börse daraus macht, wissen wir erst hinterher.

Herr Michael Müller

15.03.2017, 19:09 Uhr

Die Erde wird sich auch morgen noch drehen...

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