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18.03.2016

18:18 Uhr

Börse Frankfurt

Dax geht mit Gewinn ins Wochenende

Der sogenannte „Hexensabbat“ sorgte an der Börse nur kurz für Turbulenzen. Dann legte der Dax einen Schlussspurt hin und ging erneut mit einem Plus ins Wochenende. Ein schwacher Euro gab dem Leitindex Rückenwind.

Börse am Abend

So lief der Hexensabbat

Börse am Abend: So lief der Hexensabbat

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Frankfurt/ DüsseldorfVergleichsweise stark verabschiedet sich der deutsche Aktienmarkt aus dem „Hexensabbat“ ins Wochenende - dem fünften Wochengewinn in Folge. Der Dax legte am Freitagnachmittag sogar noch einen kleinen Schlussspurt hin. Die Marke von 10.000 Punkten verfehlte der deutsche Leitindex dabei nur knapp: Der Dax schloss bei 9.943,57 Punkten, 0,6 Prozent im Plus. Auf Wochensicht erzielte er ein Plus von 1,22 Prozent.

Der „Hexensabbat“ sorgte diesmal nicht für größere Kursausschläge. So nennen Börsianer jeden dritten Freitag in jedem dritten Monat des Jahres, wenn an den Terminmärkten Futures und Optionen auf einzelne Aktien und Indizes verfallen. Profianleger versuchen dabei oftmals, die Kurse in die von ihnen gewünschte Richtung zu lenken, damit ihre Wetten aufgehen.

Nach der Entscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwochabend, die US-Leitzinsen vorerst nicht anzuheben, und der Ankündigung der Notenbanker, bei weiteren Zinsschritten äußerst behutsam vorzugehen, hatten die Anleger einen eher verhaltenen Handelstag erwartet. Doch dann trauten sich Anleger doch etwas mehr aus Deckung, dank neuer Spekulationen auf eine weitere Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB), die den Euro drückte.

Auch die anderen Indizes beendeten den letzten Handelstag der Woche in der Gewinnzone: Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 0,31 Prozent auf 20.099,43 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,59 Prozent auf 1.610,70 Punkte zu.

Kein Wunder, dass der Dax den Freitagshandel entspannter anging. Ihm fehlten schlicht die Kräfte, waren die vergangenen Tage doch so ereignisreich ausgefallen. In den letzten sieben Handelstagen hatten alle wichtigen Notenbanken ihre aktuelle Geldpolitik neu justiert – da gab es eine Menge zu verarbeiten. Nachdem die europäische Zentralbank mit etwas Nachlauf Europas Anleger eine weitere Geldflut feiern ließ, zeigten sich die Börsianer vor der Fed-Entscheidung vorsichtiger. Am Ende verkündete die Chefin der Dollar-Währungshüter, Janet Yellen, die Zinsen vorerst nicht zu erhöhen, im laufenden Jahr aber zwei weitere Zinsschritte anzupeilen.

Die Bedenken der amerikanischen Geldpolitiker, die derzeit fragilen Finanzmärkte mit einer verfrühten Straffung in Verwerfungen zu führen, ließen die Marktakteure aufhorchen. Auch wenn die US-Konjunktureingaben nach eine kurzzeitigen Schwächephase frohlocken und gerade der dortige Arbeitsmarkt brummt, bleiben die Sorgen. Die Ergebnisse der Notenbanksitzung waren so erwartet worden, den Börsen selbst verschaffte das aber keinen Rückenwind. Das Zögern der Fed-Entscheider scheint die Anleger zu verunsichern.

Entscheidend wird nun sein, wie sich sich die Eingaben aus der weltgrößten Volkswirtschaft weiterentwickeln – und ob die Märkte das Tempo der Zinswende für angemessen halten. Aktienstratege Andreas Paciorek von CMC Markets blickte bereits nach vorn in die feiertagsbedingt verkürzte, kommende Handelswoche: „Nach zwei Wochen ganz im Schatten der Geldpolitik rückt der Fokus nun wieder stärker auf die Konjunkturdaten.“ Am Karfreitag bleiben unter anderem die Börsen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA geschlossen.

Schwung für das Parketttreiben in Frankfurt, Paris, und anderswo im gemeinsamen Währungsraum, kam von den Devisenmärkten. Doch beendete der Euro seine im Zuge der Stillhalte-Devise der Fed eingeschlagene Aufwertung bis auf 1,13 Dollar und sank auf 1,1270 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1279 (Donnerstag: 1,1311) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8866 (0,8841) Euro. Der Grund für die Schwächung, die für günstigere Exportbedingungen bei heimischen Unternehmen sorgt, waren Spekulationen um eine wiederholte Ausweitung der EZB-Geldschwemme. Deren Chef-Volkswirt, Peter Praet, sprach von weiterem Spielraum, der den Notenbankern zur geldpolitischen Lockerung bleibe, und das auch nach der Defacto-Abschaffung des Leitzinses.

Der Leitindex der Euro-Zone, der Euro-Stoxx-50, notierte im Späthandel 0,3 Prozent fester bei 3053 Punkten. Die zweite Frankfurter Reihe verbuchte ähnliche hohe Aufschläge. Der MDax kam mit 20.115 Zählern auf ein Plus von 0,4 Prozent, der TecDax rückte 0,4 Prozent vor auf 1607 Punkte. In New York gewann der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent vor auf 17.582 Punkte.

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