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10.06.2011

17:56 Uhr

Börse Frankfurt

Dax geht mit hohen Verlusten ins Wochenende

Im Tagesverlauf war der Dax ohne klare Linie. Schließlich sogen die US-Börsen den Dax ins tiefe Minus. Griechenlandkrise und Chinas Konjunktur drückten zusätzlich auf die Stimmung.

Börse Frankfurt: Gedrückte Stimmung herrschte beim Handelsschluss. Dax schloss tief im Minus. Quelle: dpa

Börse Frankfurt: Gedrückte Stimmung herrschte beim Handelsschluss. Dax schloss tief im Minus.

Düsseldorf, FrankfurtDer deutsche Leitindex hat heute eine abwechslungsreiche Berg-Tal-Fahrt hingelegt. Während er im Laufe des Tages zwischen Minus und Plus hin und her pendelte, drückten die US-Börsen ihn letztendlich ins tiefe Minus von 1,3 Prozent auf 7.069,90 Punkte. Der Bundestag hat heute seine Bereitschaft für neue Griechenlandhilfen erklärt, was dem Dax am Vormittag leicht an Schwung verlieh. Allerdings drückten allgemeine Sorgen um die chinesische und die US-Konjunktur deutlich stärker dagegen.

Der MDax schloss ein Prozent schwächer bei 10.572 Punkten. Der TecDax musste bis zum Handelsschluss 1,1 Prozent auf 879 Punkte einbüßen. Vor der Eröffnung der Wallstreet, wo alle Indizes im Minus öffneten, gab es keine richtungsweisenden Nachrichten; die Umsätze blieben eher dünn.

In China schwächte sich das Wachstum der Ausfuhren im Mai überraschend deutlich ab. Die Volksrepublik bemüht sich, mit einer strafferen Geldpolitik eine Überhitzung der Wirtschaft zu vermeiden. Jack de Gan von Harbor Advisory sprach von einem Hinweis, dass es „eine gewisse Verlangsamung in der weltweiten Nachfrage nach chinesischen Produkten gibt“. Dies wiederum verstärke die Angst vor einer Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft. Zusätzlich belasteten die höheren Preise für US-Importe im Mai die Stimmung der Investoren. Wie das Arbeitsministerium der Vereinigten Staaten mitteilte, stiegen die Preise für Einfuhren um 0,2 Prozent; einen Rückgang von 0,6 Prozent wurde jedoch von Experten erwartet.

„Die Anleger überschätzen die Risiken und sind daher übertrieben vorsichtig geworden“, so ein Experte. Speziell in Deutschland verdienten die Unternehmen aber weiterhin prächtig, weshalb er den Dax auf absehbare Zeit wieder positiv sehe. Vor dem Wochenende gingen aber einige Anleger noch aus dem Markt heraus, ergänzte ein anderer Börsianer, was die Indizes etwas belaste.
Der Bundestag hat mit der Mehrheit der Koalitionsfraktionen seine Unterstützung für weitere Milliardenhilfen für das hoch verschuldete Griechenland unter strengen Auflagen signalisiert. Dazu gehören die Beteiligung privater Gläubiger und ein Mitspracherecht des Parlaments bei Entscheidungen über neue Finanzhilfen. „Eine Riesenerleichterung stellt sich beim derzeitigen Verhandlungsstand aber nicht ein“, sagte der Händler weiter. „Entschieden ist nichts, und deshalb gehen die Anleger vor dem Wochenende doch ganz gern auf Nummer Sicher.“

Für echte Kaufstimmung konnte auch der Bericht der Bundesbank nicht sorgen. Wie die deutsche Notenbank in ihrer aktualisierten Halbjahresprognose mitteilte, erwartet sie einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,1 Prozent. Die Ausgaben der privaten Haushalte legten zu und der Anstieg der Löhne bleibe im „stabilitätsgerechten Rahmen“, teilte die Bundesbank weiter mit. Hinzu kommt, dass der einst als Achillesferse der Wirtschaft geltende Arbeitsmarkt wieder ausländische Arbeitnehmer anlockt.

Spitzenreiter im Dax und einziger Gewinner waren heute die Aktien des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Sie schlossen 2,54 Prozent fester. Die Citigroup äußerte sich in einem Kommentar sehr zuversichtlich zu den Perspektiven des Konzerns. Die Zahlen zum dritten Quartal 2010/11 könnten durchaus positiv überraschen, hieß es. Schon am Vortag hatte die Nachricht über volle Auftragsbücher die Stahlwerte angetrieben. Am Freitagmittag lagen Salzgitter knapp zwei Prozent im Plus, Klöckner & Co 1,2 Prozent. Auf der Verliererseite standen Konsumgüter- und Gesundheitswerte ganz oben. Händlern zufolge nahmen Anleger ihre jüngsten Gewinne mit. Beiersdorf schlossen 2,04 Prozent, Henkel 2,37 Prozent schwächer.

Deutsche Telekom Aktien verliefen vorerst im Plus fielen jedoch mit dem Allgemeintrend in ein Minus von 0,05 Prozent. Heute teilte die Telekom mit ihren vor zwei Wochen gestarteten Aktienrückkauf über 1,1 Millionen Euro bereits abgeschlossen zu haben. Dieses Jahr will der Konzern seine Anteilseigner mit insgesamt 3,4 Milliarden Euro am Unternehmenserfolg beteiligen - per Dividende und über Aktienkäufe.

Im Mai seien die Passagierzahlen in so gut wie allen Region bis auf Afrika und den Mittleren Osten bei der Lufthansa gestiegen. Insgesamt flogen in dem Monat 9,7 Millionen Passagiere mit den Gesellschaften der Airline - ein Plus von 7,3 Prozent. In den ersten fünf Monaten zusammen beförderte der Konzern 40,6 Millionen Menschen und damit knapp zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Aktienmarkt belohnte den Passagierzuwachs jedoch nicht, Lufthansa-Aktien verloren 1,24 Prozent.

Den MDax führte heute den ganzen Tag über mit einem Plus von 8,13 Prozent auf 5,67 Euro IVG Immobilien an. Zeitweise verzeichneten sie einen Gewinn von 10 Prozent. Die Aktien hätten in jüngster Zeit so deutlich verloren, dass der Zeitpunkt zum Wiedereinstieg jetzt günstig sei, schrieb Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher in einem Kommentar. Seit der überraschenden Ankündigung eines Wechsels an der Unternehmensspitze Mitte Mai haben die Aktien mehr als sechs Prozent an Wert eingebüßt. Weiterhin verwiesen Händler auf die Wiederaufnahme in die Indexfamilie der European Public Real Estate Association (EPRA) - eine Organisation, die die Interessen der großen europäischen Immobiliengesellschaften in der Öffentlichkeit vertritt.

United Power Technology hat heute den Sprung auf das deutsche Börsenparkett hinter sich gebracht. Die Aktien des chinesischen Stromaggregate-Herstellers erschienen mit einem Preis von 9,10 Euro erstmals auf den Kurszetteln. Das Unternehmen hatte 2,3 Millionen Papiere zu jeweils neun Euro und damit am unteren Ende der Preisspanne zugeteilt. Der Emissionserlös von etwa 20,7 Millionen Euro soll zum Ausbau der Produktpalette genutzt werden. United Power entwickelt und fertigt Stromaggregate, die unter anderem in Baumärkten verkauft werden. Im November hatte das Unternehmen den geplanten Börsengang wegen zu geringer Nachfrage seitens der Investoren abgeblasen.

Kommentare (10)

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Krachabaeus

10.06.2011, 08:56 Uhr

"Umunio del sancte curioso", die Worte des getrachiarten Herrn Gumpensteiger. Der kuriose Up And Down Zyklus des eher wortkargen "Dachs" himself lässt nicht nur auf eine glutementäre Granitarmolykose zurückführen. Nein viel mehr ist es doch die schlichte Tatsache, dass ein Herr Bonifarts, sowie ein Herr Dr.Semmelmann meinen zu müssen, die klotaren Tranastien eines blimatesken Wirtschaftsaufschwungs auf nicht presente, rudimentös platzierte "RTZ-Zyklen" zurückführen zu müssen. Wenn wir auf die zurückliegenden Jahre zurückblicken, sollten wir zum Ergebnis kommen, dass das Erruptionsergebnis von Manahatama eventuell doch nicht ganz falsch war.

zockerbude

10.06.2011, 10:08 Uhr

reinste zockerbude.

innerhalb einer halben Stunde war der DAX wert 7130-7150-7130 Punkte.

logisch

Account gelöscht!

10.06.2011, 10:19 Uhr

jap, nette range. finde ich auch. also schlafen bis die amis endlich ins büro kommen...
tgif!

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