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20.10.2015

18:03 Uhr

Börse Frankfurt

Dax geht mit leichtem Verlust aus dem Handel

In der Euro-Zone läuft die Kreditvergabe besser an. Das dämpft Spekulationen nach einer Ausweitung des EZB-Kurses. Die US-Bilanzsaison kann derweil auch nicht überzeugen. Für den Dax geht es deswegen abwärts.

Börse am Abend

Spannung vor EZB-Tagung

Börse am Abend: Spannung vor EZB-Tagung

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FrankfurtNach den Kursgewinnen der vergangenen Tage haben die Anleger an den europäischen Aktienmärkten am Dienstag auf die Bremse getreten. Dax und Euro Stoxx 50 lagen zum Handelsschluss am Dienstag mit 10.147 und 3.260 Zählern 0,2 und 0,4 Prozent im Minus.

„Vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag wollen sich die Anleger nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“, sagte ein Händler. „Und die US-Unternehmensbilanzen waren bislang auch nicht so wirklich überzeugend.“ Es fehle an klaren Impulsen für die eine oder andere Richtung.

Am Vormittag hatten Spekulationen auf eine unmittelbar bevorstehende Ausweitung der Anleihekäufe durch die EZB einen Dämpfer erhalten, denn den Frankfurter Währungshütern zufolge haben die Geldspritzen inzwischen die Kreditvergabe in der Euro-Zone belebt. „Damit nimmt der Druck auf die EZB ab, schon bald aktiv zu werden“, sagte ein Börsianer. Dies schob den Euro an, der mit einem Tageshoch von 1,1386 Dollar rund einen halben US-Cent höher als am Vorabend notierte.

Warum in China die Börse abstürzt

Wie tief fallen die Kurse noch?

Am 27. Juli erlebte Chinas Börse den größten Tageseinbruch seit acht Jahren. Wie weit es noch nach unten geht, kann niemand sagen. Doch der Einbruch wäre vermutlich noch schlimmer ausgefallen, wenn die Börsenaufsicht und die Zentralbank nicht neue Hilfen angekündigt hätten.

Welche Rolle spielt der Staat für die Entwicklung an den Börsen?

Indem die chinesische Regierung Privatanleger in Aktien drängt, versucht sie, das Finanzierungsproblem für Unternehmen zu lösen – und die Schwächen des Bankensektors zu vertuschen.

Welche Nachteile ergeben sich hieraus?

Einmal angefangen, kommt der Staat nun nicht mehr aus der Sache heraus: Damit die Strategie aufgeht, sich das Ersparte für Kleinanleger mehrt und Firmen an Geld kommen, müssen die Kurse oben bleiben. Einen Crash kann man sich schon wegen der Reputation im Grunde nicht leisten.

Warum greifen die staatlichen Maßnahmen nicht?

Die Hilfsprogramme der Regierung nutzen sich ab – oder besser: sie nützen nichts, wenn gleichzeitig immer mehr Anleger nicht mehr an die Börsen glauben.

Hat der Börsencrash in China Auswirkungen auf die Realwirtschaft?

Wenig. Der Aktienmarkt hat sich schon lange von der Realwirtschaft entkoppelt.

Wie hart trifft der Börsencrash die chinesischen Sparer?

Chinesen sind zwar emsige Sparer. Sie haben aber nur einen kleinen Teil ihres Geldes in Aktien investiert. Fünf Prozent der Ersparnisse stecken in Wertpapieren.

Welche deutschen Aktien geraten durch die Turbulenzen in China unter Druck?

Besonders exportorientierte deutsche Unternehmen. Für Volkswagen und Daimler ist China enorm wichtig. Auch Chemiekonzerne wie Bayer und BASF geraten unter Druck.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr an den Börsen der Welt?

Lange Zeit durften Ausländer nicht an Chinas Börsen handeln. Peking hatte seine Finanzmärkte weitgehend abgeschottet. Dadurch schlagen Turbulenzen in China nur sehr abgeschwächt auf internationale Börsen durch.

Welche Rollen spielen ausländische Anleger bei dem Börsen-Crash?

Seit den Turbulenzen ziehen viele internationale Anleger ihr Geld über die Börse in Hongkong wieder aus dem chinesischen Festland ab. Bis Wochenanfang waren auf diesem Weg bereits mehr als sechs Milliarden US-Dollar abgeflossen.

Seit März pumpt die Notenbank monatlich Milliarden von Euro in das Finanzsystem, um über die Preisentwicklung auch die Wirtschaft anzukurbeln. Da im September die Preise in der Euro-Zone um 0,1 Prozent sanken, waren Spekulationen auf eine vorzeitige Ausweitung des Programms aufgekommen. Damit rechnen die meisten Geldmarkthändler nach einer Reuters-Umfrage aber erst später. Das Programm soll im September nächsten Jahres auslaufen.

Im Dax führten die Aktien der Deutschen Telekom nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs die Gewinnerliste an. Sie stiegen um 2,18 Prozent auf 15,68 Euro. Auf Platz fünf der Gewinner landete SAP mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent. Der Chef der Software-Schmiede, Bill McDermott, erklärte anlässlich der endgültigen Vorlage von Quartalszahlen, der Umsatz mit Cloud-Software könnte in diesem Jahr stärker als bisher gedacht steigen.

Zu den Verlierern zählte mit einem Abschlag von 1,1 Prozent die Aktie der Lufthansa. Der Fluggesellschaft ist mit ihrem Angebot zur Lösung des seit fast zwei Jahren anhaltenden Tarifstreits mit den Flugbegleitern immer noch kein Durchbruch gelungen. Das schadet laut einem Händler dem Image des Konzerns. Stärkster Verlierer im Dax war jedoch der Konsumgüterhersteller Beiersdorf („Nivea“) mit einem Minus von 1,66 Prozent.

Im TecDax stiegen Manz um 5,69 Prozent. Der Spezialmaschinenbauers soll Adidas beim Aufbau vollautomatischer Schuhfabriken in Deutschland, den USA und anderen wichtigen Absatzmärkten unterstützen. Die Aktien des Sportausrüsters legten um ein Prozent zu. „Investoren sehen in der Kooperation ein zusätzliches Standbein, durch den der Spezialmaschinenbauer neue Aufträge ans Land ziehen könnte“, sagte ein Händler.

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