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15.03.2013

17:50 Uhr

Börse Frankfurt

Dax geht mit Verlusten ins Wochenende

Am letzten Wochenhandelstag kam der Dax dem Allzeithoch nicht näher. Dax-Anleger ließen sich von der Verkaufsstimmung an der Wall Street anstecken. Doch Händler bleiben optimistisch.

Börse am Abend

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FrankfurtDer Dax hat am Freitag bei seiner Rekordjagd eine Verschnaufpause eingelegt. Der Deutsche Leitindex ging 0,2 Prozent schwächer bei 8.043 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht hat der Dax jedoch ein Plus von 0,2 Prozent geschafft.

Vor der US-Börseneröffnung kam der Dax kaum von der Stelle. Das Ende des zehntägigen Aufwärtstrends im Dow-Jones-Index zog dann allerdings auch den Dax ins Minus. Bis zu seinem Rekordhoch fehlen dem Dax noch gut 110 Punkte.

„Das ist noch lange kein Grund zur Sorge“, sagte ein Händler in Frankfurt. In New York verlor der Dow Jones leicht, nachdem Konjunkturdaten gemischt ausgefallen waren. So blieb das von Reuters und der Uni Michigan ermittelte US-Verbrauchervertrauen für März mit 71,8 Zählern unter den Erwartungen.

An der Börse herrschte heute „Hexensabbat“ – so wird der große Verfall an den Terminmärkten von den Börsianern genannt. Diese gingen davon aus, dass der Dax seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen dürfte, sobald der Hexensabbat an den Märkten erst einmal verarbeitet ist. Der Settlement-Kurs für Dax-Optionen wurde mit 8055,04 Punkten festgesetzt, nach 7620,65 Zählern im Februar.

Hintergrund: Hexensabbat an der Börse

Wann ist der Börsen-Hexensabbat?

Alle drei Monate ist an den Börsen „Hexensabbat“. Jeweils der dritte Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember ist großer Verfallstag. Bei vielen Anlegern sind diese vier Tage im Jahr gefürchtet. Denn dann können die Börsen ohne ersichtlichen Grund verrückt spielen, starke Kursausschläge sind möglich.

Was passiert am Hexensabbat?

Am „Hexensabbat“ verfallen an den Terminbörsen gleich mehrere Arten von Termingeschäften, also Wetten auf den künftigen Verlauf von Indizes oder Aktien. Konkret laufen Optionen und Futures auf Einzelaktien und Indizes ab.

Was ist eine Option?

Option bedeutet, dass der Käufer das Recht hat und der Verkäufer die Pflicht, bis zum Verfallsdatum den zugrundeliegenden Basiswert zu kaufen beziehungsweise zu verkaufen.

Was ist ein Future?

Bei Futures handelt es sich um eine beiderseitige Verpflichtung, also einen Börsenvertrag (Terminkontrakt), im Gegensatz zur Option, bei der sich nur der Verkäufer verpflichtet.

Warum springen die Kurse am Hexensabbat?

Hinter den Kurssprüngen stehen Spekulanten, deren Frist zur Verwirklichung ihrer Derivategeschäfte abläuft: Sie versuchen, die Kurse auf jene Preise zu treiben, zu denen sie an der Terminbörse engagiert sind. Dann werden binnen Minuten große Mengen der entsprechenden Papiere gehandelt, was die Kursschwankungen verursacht.

Wie entstand der Begriff "Hexensabbat"?

Wegen der mitunter wilden Zuckungen an den Märkten wurde der Begriff „Hexensabbat“ geprägt. Kleinanleger können bei diesem „Hexentreiben“ kaum kursbewegend eingreifen.

Die Probleme der Euro-Zone bleiben ungelöst

„Der Markt will weiter nach oben und das dürfte sich so schnell nicht ändern“, schrieb Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler. Verwundern könne dies kaum, schreiben auch die Experten der Metzler Bank. Die Geschäftsergebnisse deutscher Unternehmen seien noch immer sehr positiv und rentable Anlagealternativen im aktuellen Niedrigzinsumfeld nur schwer zu finden. Gleichzeitig mahnten die Marktbeobachter allerdings zur Vorsicht: „Gerade die Italien-Wahl hat die ungelösten Probleme in der Eurozone wieder vor Augen geführt.“

Seit der Parlamentswahl vor mehr als zwei Wochen, ist weiterhin unklar, welche Regierung die Geschicke des rezessionsgeplagten Landes leiten wird. Das Mitte-Links-Lager um Pier Luigi Bersani wurde Ende Februar zwar stärkste Kraft im italienischen Abgeordnetenhaus. Im gleichberechtigten Senat kam aber kein Bündnis auf die nötige Mehrheit. Die Beratungen mit Präsident Giorgio Napolitano zur Regierungsbildung beginnen kommende Woche.

Von größerer Bedeutung für die Börsenentwicklung könnten die Inflationszahlen für den vergangenen Monat in der Euro-Zone sein, die von der Statistikbehörde Eurostat bekanntgegeben werden, sowie die Veröffentlichung der US- Inflationsrate.

Kommentare (22)

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immer_kaufen

15.03.2013, 07:17 Uhr

Ach wie schön sorglos alles, es geht nur noch aufwärts - herrlich - Dax 10000 nächste Woche. Geldvermehren kann hier jeder auch ohne Börsenkenntnisse. Großen dank an Draghi und Bernanke, einfach genial diese Koryphäen.

alles_manipuliert

15.03.2013, 07:36 Uhr

Das Handelsblatt schreibt doch gestern allen ernstes:
Anleger nutzten die zuletzt eher maue Kursentwicklung nun zum Wiedereinstieg.
[...]
Jeglichen Realitätssinn und Bodenhaftung verloren in ihrer Berichterstattung, halt Mainstream.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Paranoia_agent

15.03.2013, 07:44 Uhr

Heillos überhitzte, künztlich aufgeblähte Märkte, KAUFPANIK halt. Schön wenn man dabei ist, man muß nur den Absprung rechtzeitig schaffen, denn der Weg nach unten wird um ein vielfaches! schneller gehen als der Weg nach oben.

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