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20.03.2017

18:09 Uhr

Börse Frankfurt

Dax geht schwächer aus dem Handel

Ernüchterung macht sich breit auf dem Frankfurter Börsenparkett, Anleger schalten in den Verkaufsmodus. Schlusslicht im Dax ist die Deutsche Bank, die Papiere verlieren vier Prozent. Im MDax hält Hugo Boss die rote Laterne.

Börse am Abend

Dax im Minus: Deutsche Bank bildet Schlusslicht

Börse am Abend : Dax im Minus: Deutsche Bank bildet Schlusslicht

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FrankfurtDer Dax verliert zum Start in die neue Börsenwoche deutlich an Schwung. Aus Enttäuschung über das fehlende Bekenntnis der G20-Staaten zum Freihandel trennten sich Anleger am Montag von Dax-Papieren. Das deutsche Börsenbarometer geht 0,4 Prozent niedriger bei 12.053 Punkten aus dem Handel. Immerhin konnte die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten damit gehalten werden. Dem Leitindex habe es an Impulsen gefehlt, hieß es. „Nach oben durchstarten will er nicht, aber Anzeichen für eine Korrektur gibt es ebenfalls nicht“, merkte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets an.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,3 Prozent auf 23.613 Punkte. Dem Technologiebarometer TecDax gelang im frühen Handel mit 2.002,21 Punkten erstmals seit dem Jahr 2001 wieder der Sprung über die Marke von 2.000 Punkten. Am Ende des Tages stand der Index bei 1993 Zählern etwas unter der runden Marke und 0,3 Prozent tiefer als am Freitag. Der Nachfolger des Nemax 50 hatte Anfang Dezember Fahrt aufgenommen und seither rund 20 Prozent an Wert hinzugewonnen.

Die besten Anlagen 2016

Zucker

Die Preise vieler Agrarrohstoffe sind 2016 deutlich gestiegen. Am deutlichsten stieg der Preis für Rohrzucker – auch wenn über die Hälfte der Performance seit dem Herbst wieder abgeschmolzen ist. Wer an den Terminbörsen zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Zucker anlegte, hat jetzt 132.950 Euro auf dem Konto. Grund für den Anstieg sind Aussichten auf eine sinkende Produktion. Ähnlich ist es bei Kaffee, Baumwolle und Kakao. Ein höheres Angebot ließ dagegen die Preise für Mais und Weizen fallen.

Aktien Russland

Vom Absturz zu Beginn des Jahres erholten sich sowohl der Leitindex Micex als auch der Rubel deutlich. Hauptgründe dafür sind der steigende Ölpreis und nach der Trump-Wahl die Hoffnung auf ein besseres politisches Verhältnis zwischen den USA und Russland. Aus 100.000 in Russland angelegten Euro wurden so im vergangenen Jahr 152.950 Euro. Zum Vergleich: Aus 100.000 angelegten Euro wurden im amerikanischen Dow Jones - inklusive des Dollar-Anstiegs - „nur“ 116.140 Euro, im deutschen Dax waren es 106.780 Euro und im Euro Stoxx 50 der Standardwerte im Euro-Raum 100.770 Euro.

Öl

Der weitere Verfall des Ölpreises schockte die Anleger zu Jahresbeginn. Bis auf das Zwölfjahrestief von 27 Dollar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Bren bis zum Februar. Er erholte sich aber deutlich, in der Hoffnung darauf, dass die Ölstaaten die Fördermengen begrenzen. was sie Ende 2016 tatsächlich machten. Aus 100.000 in Öl-Terminkontrakte investierten Euro wurden bis am Jahresende 161.080 Euro.

Zink

Zink war 2016 der Rohstoff mit dem höchsten Preisanstieg. Im vergangenen Jahr stieg der Preis von Zink, das vielfach in der Industrie eingesetzt wird in Euro gerechnet um 62,84 Prozent.

Aktien Kasachstan

Das zentralasiatische Land ist der zweitgrößte Ölexporteur im postsowjetischen Raum und profitierte damit deutlich vom seit Mitte Februar wieder gestiegenen Ölpreis. Wer 100.000 Euro in den gerade mal neun Werte umfassenden Kase-Index investierte, machte einen Gewinn von 66,27 Prozent.

Aktien Peru

Die Aktie in Peru profitierte von der Wahl des neuen Präsidenten Pablo Kuczynski, der als liberal und wirtschaftsfreundlich gilt. Dazu sind im Leitindex Peru General S&P/BVL viele Minenwerte notiert – und die profitierten vom Anstieg der Minenpreise. Auch die Landeswertung Sol stieg. Das machte bei einer Investition von 100.000 Euro für hiesige Investoren einen Gewinn von 67.210 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Börse allerdings ein Drittel verloren.

Aktien Brasilien

Vor allem das Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschefin Dilma Rousseff trieb Brasiliens Aktienkurse und den Real nach oben, weil dadurch die Präsidentin abgelöst wurde, die das Land in die Rezession und den größten Korruptionsskandal aller Zeiten getrieben hatte. Dass inzwischen auch gegen die Regierung und Ihren Präsidenten Michel Temer Korruptionsvorwürfe bestehen, bremste die Hausse nicht – ebenso wenig wie die Tatsache, dass das Land immer noch in der Rezession feststeckt. Unter dem Strich machten Anleger, die Anfang vergangenen Jahres 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investierten einen Gewinn von 76.160 Euro. So viel gab es in keiner anderen Anlageklasse.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand: 30.12.2016

Auch der positive ökonomische Ausblick der „Wirtschaftsweisen“ konnte die Kauflust der Anleger nicht anregen. Die Top-Wirtschaftsberater der Bundesregierung gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft trotz politischer Unsicherheiten rund um den Globus auf Wachstumskurs bleibt. Für dieses Jahr korrigierten sie ihre Prognose leicht nach oben: „Die deutsche Wirtschaft befindet sich im Frühjahr 2017 im Aufschwung.“ Die Experten trauen Europas größter Volkswirtschaft nun ein Wachstum von 1,4 Prozent zu. Zuletzt war der Sachverständigenrat in seinem Jahresgutachten von einem Plus von 1,3 Prozent ausgegangen. Im kommenden Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt dann um 1,6 Prozent steigen.

Auch die Bundesbank erwartet einen anhaltenden Aufschwung in Deutschland. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs“, schreibt sie in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. Im Schlussquartal 2016 war das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent gestiegen. Die meisten Experten erwarten im laufenden ersten Quartal eine Beschleunigung.

Die Verbraucher müssen sich der Bundesbank zufolge darauf einstellen, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen auch weiterhin kräftiger steigen als 2016. Die Inflationsrate dürfte in den kommenden Monaten um die Zwei-Prozent-Marke schwanken. Im Februar hatte sie mit 2,2 Prozent den höchsten Stand seit Mitte 2012 erreicht.

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20.03.2017, 09:46 Uhr

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