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30.01.2015

17:56 Uhr

Börse Frankfurt

Dax geht schwächer ins Wochenende

Am Freitag sah es zunächst nach einem neuen Rekordhoch aus. Doch am Ende musste der Dax dem Gipfelsturm vergangener Tage Tribut zollen. Nichtsdestotrotz können die Börsianer auf einen starken Januar zurückblicken.

Börse am Abend

Dax legt Pause ein

Börse am Abend: Dax legt Pause ein

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FrankfurtDer Dax ist am Freitag unter vielfältigen Belastungen eingeknickt. Der Deutsche Aktienindex schloss 0,4 Prozent leichter bei 10.694 Punkten. Gleich aus mehreren Seiten sahen sich die Anleger Unwägbarkeiten ausgesetzt. Auf dem Devisenmarkt sorgte eine Leitzinssenkung der Russischen Notenbank für einen weiter fallenden Rubel. An der Konjunkturnachrichtenfront bremste ein unerwartet schwaches viertes US-Quartal 2014 den Wall Street-Betrieb.

Im vierten Quartal des vergangenen Jahres ist die US-Wirtschaft - auf das Jahr hochgerechnet - um 2,6 Prozent gestiegen. Experten hatten mit einem BIP-Wachstum von knapp über drei Prozent gerechnet, belief sich das Wachstum der brummenden US-Ökonomie im dritten Quartal doch noch auf 5,0 Prozent. Die schwache Zahl konnte auch kein abermals gestiegener Verbraucherklima-Index der Uni Michigan verdecken. „Die US-Daten trüben das Gesamtbild für Anleger ein“, stellte Michael James von Wedbush Securities fest. Es werde damit voraussichtlich weitere Unsicherheiten geben und eine erheblich gesteigerte Volatilität.

Nun erfasst auch politisches Ungemach die europäischen Börsen. Waren die Finanzplätze in Frankfurt und Paris noch ziemlich unbeeindruckt geblieben, ob des Wahlausgangs in Griechenland, wächst nun die Sorge um ein erneutes Ausbrechen der latenten Euro-Krise. Am Freitag hat sich bei Gesprächen mit EU-Vertretern der Eindruck verfestigt, dass die neue linke Regierung Griechenlands einen offenen Konfrontationskurs mit den europäischen Partnern verfolgt.

Dabei hatte der Handelsauftakt am Freitag das Gegenteil vermuten lassen. Innerhalb kürzester Zeit war der Dax bis auf sechs Punkte rangekommen an sein Allzeithoch von 10.811 Punkten. Doch der Vorstoß blieb eine Momentaufnahme. Ein Rückschlag sei nach dem starken Anstieg in den vergangenen Wochen überfällig gewesen, sagten Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin „Index-Radar“ und Marktanalyst Daniel Saurenz von Feingold Research übereinstimmend. Auch ungünstige Wirtschaftsdaten gaben den Anlegern zu denken: Die Teuerung in Europa liegt auf dem niedrigsten Niveau seit Juli 2009.

Es sollte nicht vergessen werden, dass sich Dax und auch Euro-Stoxx ohnehin auf Rekordniveaus befinden. Auf Sicht bleibt das Marktumfeld für die Börsianer weiter überschwänglich: Die Federal Reserve will sich mit der Zinswende noch gedulden und die EZB hat gerade erst beschlossen, monatlich 60 Milliarden Euro über Anleihekäufe in die Märkte zu pumpen. Nun haben die Märkte die jüngsten Signale der großen Notenbanken aber verarbeitet und zeigen sich nun anfällig für Gewinnmitnahmen. Vor allem weil sich die Suche nach Impulsgebern, angesichts der gemischten Konjunkturdaten am Freitag als problematisch erwies.

Die Verlierer des EZB-Krisenkurses

Investoren

Von billigem Geld getriebene Preise für Aktien, Anleihen und Immobilien bergen die Gefahr von Blasen. Davor warnte jüngst zum Beispiel die Deutsche Bundesbank. Das Risiko steigt.

Sparer

Die Inflation ist zwar niedrig, die Zinsen auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten aber sind noch mickriger. Damit verlieren Sparer unter dem Strich Geld, ihre private Altersvorsorge wackelt.

Versicherer und Bausparkassen

Sie können mit den Beiträgen ihrer Kunden kaum auskömmliche Renditen erzielen. Hohe Zinsversprechen aus früheren Zeiten sind im Grunde nicht mehr zu erwirtschaften.

Auch in der zweiten Reihe hielt der freundliche Trend nur bis zum Vormittag an. Die Mid-Caps des MDax gaben 0,4 Prozent nach auf 18.681 Punkte, der Techtitel-Index TecDax indes legte 0,5 Prozent zu auf 1495 Punkte. Der Leitindex der europäischen Währungsunion, der Euro-Stoxx-50, zeigte sich störanfälliger als die Frankfurter Benchmark und notierte 0,8 Prozent niedriger bei 3345 Stellen. In New York lief der Dow-Jones-Index am Abend ebenfalls 0,8 Prozent leichter bei 17.270 Zählern.

Kommentare (47)

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Herr Peter Spiegel

30.01.2015, 08:31 Uhr

Guten Morgen blasenbildendes Tagesgeld,
heute gibt es Zahlen von Mattel, die Aktien
sind schon tief gefallen, noch ein Schlag
und es wird ein echter Kauf mit schöner
Dividende.

Herr Peter Lorenz

30.01.2015, 09:05 Uhr

"Anleger fragen sich: geht da noch was?" Ich bezweifle, dass sich Anleger das fragen. Seit Tagen wird der DAX nach oben geredet. Fundamentale Daten oder bestehende Krisen zählen nicht. Wenn das keine Euphorie ist, was ist es dann? Fondsgesellschaften fragen sich "Welchem Anleger kann ich heute meine überteuerten Wertpapiere andrehen". Spannend bleibt die Frage, wann die Realität das Tagesgeschehen wieder einholt.

Herr Tom Bauer

30.01.2015, 09:20 Uhr

Nein Euphorie sehe ich nicht. Allenfalls Freude bei denen die seit Jahren regelmäßig kaufen, beim Anblick des aktuellen Depotstandes. Die haben das aber auch verdient, denn deren Depotstand vor 5 Jahren war seinerzeit meist schockierend!

Eurphorie ist dann, wenn die Bildzeitung auf Seite 1 für Aktien wirbt. Reich werden in 10 Tagen usw. Dann knallts meist 2-6 Wochen danach!
Davon sind wir weit entfernt.
Auch die Stimmung in den Medien ist nach wie vor moderat, bei der Bevölkerung sind Aktien Teufelszeug!

Was kann man derzeit noch kaufen. Kommt drauf an: Was ist schon im Depot, wie gestreut sind Regionen und Branchen.
[...]

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