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07.10.2014

17:47 Uhr

Börse Frankfurt

Dax geht vor Berichtssaison in die Knie

Die Berichtssaison steht in den Startlöchern und der Dax verliert. Viele Anleger blicken mit Sorge auf schwachen Konjunkturdaten, die nichts Gutes für den Zahlenreigen verheißen. Der Dax schließt unter 9100 Punkten.

Börse am Mittag

Konjunktur kühlt ab, Dax fällt

Börse am Mittag: Konjunktur kühlt ab, Dax fällt

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FrankfurtMit jeder Veröffentlichung neuer Konjunkturdaten aus Deutschland wird eines immer deutlicher: Die Börsenkurse sind der Realwirtschaft weit enteilt. Heute belegten die Zahlen der deutschen Industrieproduktion diese Tatsache. Den Daten nach haben die deutschen Unternehmen im August ihren Ausstoß um rund vier Prozent gedrosselt. Experten hatte lediglich mit einem Rückgang von 1,5 Prozent gerechnet. Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus bezeichnete die Zahlen als ernüchternd. „Die späten Sommerferien erklären nicht alles.“.

An den Aktienmärkten reagiert man regelmäßig allergisch auf solche Wirtschaftsdaten. So auch heute. Der Dax schloss am Dienstag rund 1,3 Prozent im Minus auf 9086 Punkte. Der MDax sank um 1,3 Prozent auf 15.550 Zähler und der TecDax rutschte sogar 1,9 Prozent ins Minus auf 1203 Zähler.

Aus den USA kamen ebenfalls keine guten Signale. Der Dow Jones notierte nach Frankfurter Börsenschluss 0,9 Prozent tiefer auf 16.835 Punkte.

Die schwächeren Konjunkturdaten aus Deutschland und der Euro-Zone lösen bei den Anlegern Ängste aus, die bevorstehende Berichtssaison in Deutschland könne schwächer ausfallen als erwartet und weitere Gewinnmitnahmen nach sich ziehen. Vor allem langfristig orientierte Börsianer könnten damit anfangen ihre Positionen zu verlassen.

Eine Studie von Ernst & Young bestätigt diese Sorgen. Die Beratungsgesellschaft hat festgestellt, dass die Umsätze der 300 größten europäischen Firmen im ersten Halbjahr stagnierten, während die gemeinsamen Erlöse der US-Konzerne um fünf Prozent stiegen. Auch beim Gewinn legten die US-Konzerne stärker zu als die Europäer. Der Abstand werde in einigen Branchen inzwischen beunruhigend groß, sagte EY-Partner Markus Thomas Schweizer.

Verstärkt wurden die Konjunkturängste heute durch den Internationalen Währungsfonds (IWF), der eine neue Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum vorgelegt hat. Im Vergleich zu seiner Juli- Prognose von vier Prozent geht der IWF nun nur noch von 3,8 Prozent aus.

In den USA wird die Berichtssaison morgen traditionell mit den Zahlen des Stahlherstellers Alcoa eingeleitet. Viele US-Anleger gehen heute allerdings aus Mangel an klaren Signalen in Deckung, weshalb die US-Indizes an Boden verlieren.

Gute Konjunkturdaten müssen in den USA nämlich nicht zwangsweise eine Stimmungsverbesserung hervorrufen. Denn je besser die Wirtschaftsdaten und damit auch die Aussichten der Unternehmen künftig größere Gewinne einzufahren, desto eher gehen die Börsianer davon aus, dass die US-Notenbank Fed ihre expansive Geldpolitik drosselt und die Zinsen anhebt. Welcher Effekt stärker auf die Kurse einwirken wird, kann derzeit schwer abgeschätzt werden.

Kommentare (8)

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Herr Dr. Peter Lustig

07.10.2014, 09:24 Uhr

Willkommen im Bärenmarkt.

In Gedenken an einen arbeitslosen Akademiker mit sozialen Kompetenzdefiziten.

Herr Peter Lorenz

07.10.2014, 09:51 Uhr

"Viele Anleger neigen daher zu Gewinnmitnahmen."

Eine beliebte Floskel, um einen Rückgang zu erklären. Nur, wie erklärt man Gewinnmitnahmen bei einem Rückgang von 9800 Punkte auf 9100? Ich würde das eher unter Verlustbegrenzung einordnen.

Herr Jörg Müller

07.10.2014, 12:24 Uhr

Ob Gewinnmitnahme oder Verlustbegrenzung hängt ganz vom Einstandskurs ab.
Aber ich möchte eine kleine Anmerkung zur Diskussion stellen:
Der EUR hat gegenüber dem USD in den letzen Wochen deutlich nachgegeben.
Mir stellt sich jetzt die Frage:

Wenn ich ein großer US-Investor wäre, und nun sehe, dass die US-Märkte sich noch nah am Allzeithoch bewegen, der DAX jedoch schon deutlich davon zurückgekommen ist UND das Wechselkursverhältnis sich dabei gleichzeitig zu meinem Vorteil verändert hat, was spricht gegen ein stärkeres Engagement in deutsche Aktien?

Man kann es auch andersherum drehen: Wie tief muss der Euro fallen bevor deutsche Aktien für US-Großinvestoren wieder interessant genug werden?

Das Problem ist die fehlende Alternative. Anleihen kann man fast als zinsloses Risiko einstufen und Gold/Silber haben in den letzten Monaten nur noch den Shorties Spaß gemacht...

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