Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.05.2012

16:19 Uhr

Börse Frankfurt

Dax geht zum Wochenauftakt auf Erholungskurs

Trotz der Enttäuschung über den G8-Gipfel hat die Talfahrt des Dax am Montag ein vorläufiges Ende gefunden. Das Marktbarometer liegt wieder über 6.300 Punkten. Dennoch bleibt die Schuldenkrise im Blick.

Dax stoppt Talfahrt - Facebook brechen ein

Video: Dax stoppt Talfahrt - Facebook brechen ein

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtNach seiner Talfahrt der Vorwoche ist der Dax am Montag nach einem schwachen Börsenbeginn positiv in die neue Woche gestartet. Er schloss am späten Nachmittag ein Prozent höher bei 6.331 Punkten. Der MDax lag mit 1,4 Prozent im Plus bei 10.180 Punkten, und der TecDax legte 1,2 Prozent auf 751 Punkte zu. Die vergangene Woche hatte das Marktbarometer mit 6.271 Zählern 0,6 Prozent tiefer beendet. Mangelnde Fortschritte bei der Bewältigung der Schuldenkrise bleiben jedoch im Fokus.

Die Bundesregierung bleibt indes zwei Tage vor dem EU-Sondergipfel in Brüssel bei ihrer strikten Ablehnung von Eurobonds. Gemeinsame Staatsanleihen der Eurozone seien kein Mittel zur Bewältigung der aktuellen Krise, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Montag in Berlin. „An dieser Position hat sich nichts geändert.“ Stattdessen sollte sich Europa auf Bemühungen zur Stärkung von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:45 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Beim G8-Gipfel der Regierungschefs aus den führenden Industriestaaten und Russlands in Camp David sprachen die Teilnehmer optimistisch davon, ihre Politik gezielt auf den notwendigen Dreiklang aus Konsolidierung der Staatshaushalte, Strukturreformen vor allem in Europa und globalen Wachstumsimpulsen ausrichten zu wollen.

Die Märkte zweifeln aber an der Effizienz und Durchschlagskraft der bisher beschlossenen Maßnahmen und sehen in den Aussagen der Regierungschefs bisher nur "leere Worthülsen". "Dem Ausgang des G8-Gipfels fehlt es an Durchschlagskraft, um den Märkten Impulse zu liefern", sagte Anlagestratege Hirokazu Yuihama von Daiwa Securities. Volkswirt Savanth Sabastian vom Brokerhaus CommSec betonte: "Es gibt eine Menge Gerede, aber keine Substanz. So lange es keine Gewissheit um Griechenland gibt und die Furcht vor einer Ansteckung nicht nachlässt, werden uns die Kursschwankungen erhalten bleiben."

Vor dem Hintergrund der gigantischen Staatsverschuldung in zahlreichen Ländern des Westens sei dies eine "Mission Impossible", hieß es bei einigen angelsächsischen Finanzhäusern. "Zu wenig Wachstum - zu viele Schulden", sagt Carsten Klude von M.M. Warburg & Co. mit Blick auf die angespannte Situation in Europa.

Dass Aktienindizes wie der S&P 500, der Dax und auch Japans Nikkei-Index vor diesem Hintergrund vergangene Woche durch wichtige charttechnische Marken gefallen sind, sehen Experten als Warnzeichen. Einer alten Theorie zufolge nimmt die Börse künftige realwirtschaftliche Entwicklungen um rund ein halbes Jahr vorweg. Experten leiten daraus ab, dass die Industrieländer schon bald einen starken wirtschaftlichen Abschwung erleben könnten. "Der Trend für die Aktien bleibt eindeutig negativ", sagte Gerard Sagnier, Chartanalyst der Investmentbank Aurel BGC. "Es besteht immer noch das Risiko eines Rückfalls auf die Tiefs von 2011." Im vergangenen Jahr war der Dax zeitweise auf 4.965 Punkte und der EuroStoxx50 auf 1.935 Zähler gefallen.

HSBC Trinkaus & Burkhardt im Portrait

Video: HSBC Trinkaus & Burkhardt im Portrait

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Allerdings gibt es für die Weltwirtschaft auch verschiedene Hoffnungsträger. Denn zum einen befinden sich vor allem einige große asiatische Volkswirtschaften wirtschaftlich weiter auf der Sonnenseite. Zum anderen können die Industrieländer auch aus dem monetären Sektor Hoffnungen ableiten. Denn die Anleiherenditen in den USA und in Deutschland sind zuletzt auf absolute Rekordtiefs gefallen, was der Wirtschaft bei möglichen Expansionsplänen helfen sollte. Zudem befinden sich die Energiepreise auf dem Rückzug, was den westlichen Industrieländern Impulse liefern sollte.

Kommentare (42)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

21.05.2012, 07:34 Uhr

Das Verrückte momentan ist: Jeder Aktienbesitzer hatte Dollarzeichen in den Augen, als die Kurse nur so hoch gerannt sind.

Nun sagen die meisten: ist doch egal, wenn die Kurse einbrechen, ich habe doch Aktien nicht wegen der Kursgewinne, sondern wegen der Dividende, möchte mich am Unternehmen beteiligen oder was juckt mich das, ich habe doch 30 Jahre Zeit...und und und. 

Ist natürlich ausgemachter Schwachsinn, da sie den Ausstieg bei 7000 verpasst haben und sich nun grün und blau ärgern. Wie hätten sie sich auch damit abfinden sollen, waren ja noch nicht einmal die Verluste aus dem Vorjahr ausgeglichen. Ich weiß, ich treffe euch ins Mark...aber die Zeit der Kursgewinne ist für die nächsten Monate vorbei. Also zwei Jahre in Folge ohne Gewinne. Na, habt ihr wirklich die Aktien nur wegen der Dividende? Und habt ihr wirklich alle noch 30 Jahre Zeit? ;-)

Neuestes Ulkwort des Jahres 2012: Aktienbesitzer ;-))))

Ps: Hamburg ist da, wo oben ist :-)))

Account gelöscht!

21.05.2012, 07:56 Uhr

Lieber Hamburger,

spätestens nach QE4 und LTRO5 sind die Märkte wieder bei 9000. Sie können auch heute ruhig 'long' gehen... Börsenkurse sind immer nominal nicht real.

Apropos real, was macht eigentlich die Elbphilharmonie?

Genesis

21.05.2012, 07:58 Uhr

... und dann wäre da noch die Frage, wo der Heidelberger Zementblock eigentlich geblieben ist. Der von sich selbst ernannte Rockstar, der Typ "Dax 11.000". Freut sich über sein Vermögen, das offenbar seine Vorfahren zusammen gekratzt haben. Sein selbst erklärtes Einstiegsniveau von 6.200 Dax-Punkten hat er ja nun wieder, der Rockstar.

Ich bitte um etwas Demut. Ob und wie Sie auch immer mit Geld, Einkommen oder Vermögenserträgen ausgestattet sind, vergessen Sie Ihrer Herkunft nicht. Geld macht Sie zu .... gar nichts! Arroganz ist immer nur peinlich. Bayern hat es eben erst wieder vorgemacht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×