Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.07.2014

17:56 Uhr

Börse Frankfurt

Dax gibt 10.000er Marke nicht frei

In einem sehr trägen Handel konnte der Dax seinen Vortagsgewinn verteidigen und rettete am Ende die Fünfstelligkeit knapp ins Wochenende. Dabei spielte sich der gesamte Handel in einem Fenster von nur 23 Punkten ab.

Börse am Abend

Anleger gewinnen, Versorger verlieren

Börse am Abend: Anleger gewinnen, Versorger verlieren

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtIn einem erwartet trägen Freitagshandel hat der Dax seine starken Vortagsgewinne verteidigt. Trotz fehlender Impulse und enttäuschenden Industrie-Auftragseingängen im Juni hielt der Leitindex die 10.000er Marke, auch wenn es kurz vor Handelsschluss noch mal knapp wurde. Am Ende schloss der Deutsche Aktienindex mit 10.009 Punkten 0,2 Prozent schwächer. Europaweit gingen die Indizes mit leichten Verlusten ins Wochenende.

Für einen Kursanstieg reichte die maue Lage auf einem ohnehin sehr hohen Niveau nicht aus. Händler sprachen aber dennoch von einer guten Stimmung, die sich durch die US-Arbeitsmarktzahlen nachhaltig aufgehellt hat. Denn die starken Jobzahlen hatten am gestrigen „Super-Donnerstag“ dafür gesorgt, dass der Dax 1,2 Prozent vorgerückt war und sich nun wieder in Sichtweite zu seinem Allzeithoch von 10.051 Punkten befindet.

Auch wenn die Vorgaben stark waren, so ist es doch der erwartet träge Handel geworden. Insgesamt bewegte sich der Dax in einem Fenster von nur 23 Punkten. Wichtige Konjunkturdaten blieben aus. Vor dem Börsenauftakt kamen schwache Zahlen aus der deutschen Industrie. Wie das statistische Bundesamt bekannt gab, verringerten sich die Auftragseingänge der deutschen Industrie im Mai mit 1,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat deutlich stärker als prognostiziert.

Auch aus New York kam keine Unterstützung, denn die Wall Street blieb wegen des Nationalfeiertags „Independence Day“ geschlossen. So kam es in der zweiten Reihe ebenfalls zu leichten Verlusten. Die Nebenwerte des MDax liefen 0,2 Prozent leichter bei 16.890 Zählern, Tech-Titel im TecDax gaben mit 1329 Punkten 0,4 Prozent nach. Der Euro-Stoxx-50 fuhr mit 0,6 Prozent moderate Verluste ein und kam auf 3270 Stellen.

“Heute gibt es eine Pause an den europäischen Märkten”, konstatierte Pierre Mouton, Portfoliomanager bei Notz, Stucki & Cie. in Genf. “Da der US-Markt geschlossen ist, sollten wir nicht allzuviel Aktivität erwarten. Angesichts der guten Konjunkturdaten aus den USA sollten die Investoren positiver gestimmt sein, aber ich rechne mit einigen Gewinnmitnahmen, wenn die Berichtssaison beginnt.”

Die Bezeichnung Super-Donnerstag erhielt der gestrige Handelstag aufgrund der Fülle an Konjunkturdaten und Politikentscheidungen, die anstanden. Denn neben den US-Arbeitsmarktdaten stand die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank unter verschärfter Beobachtung der Börsianer. Dass die EZB den Leitzins letztlich bei 0,15 Prozent beließ war von den Märkten erwartet worden und sorgte somit für keine weiteren Ausschläge.

Die Vorgaben waren mehr als solide. In New York schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte einer verkürzten Sitzung 0,5 Prozent höher auf 17.068 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,5 Prozent auf 1985 Zähler. Beide Barometer schlossen damit so hoch wie nie zuvor.

Die Halbjahresbilanz der wichtigsten Werte

Dax

+ 2,9 Prozent

MDax

+ 1,5 Prozent

TecDax

+ 12,2 Prozent

Eurostoxx 50

+ 3,8 Prozent

Dow Jones

+ 1,5 Prozent

S&P-500

+ 6,1 Prozent

Nasdaq

+ 5,5 Prozent

Nikkei

- 6,9 Prozent

Euro

- 0,5 Prozent

Gold

+ 10,2 Prozent

Rohöl

+ 0,5 Prozent

Ähnlich reagierte die japanische Börse auf die überraschend starken US-Konjunkturdaten. Der Leitindex Nikkei kletterte auf den höchsten Stand seit Ende Januar. Weil der US-Arbeitsmarkt wieder brumme, seien insgesamt riskantere Anlagen wie Aktien gefragt, sagten Händler. Der schwache Yen beflügelte vor allem exportorientierte Firmen wie Honda und Sony. Deren Aktien legten jeweils mehr als ein Prozent zu.

Bemerkenswert sei, dass die zuletzt belastenden Krisen im Irak und der Ukraine zunehmend ausgeblendet würden, sagte Helaba-Marktanalyst Christian Schmidt und verwies auf die wieder rückläufige Marktvolatilität. Auch den vor Sitzungsbeginn veröffentlichten deutschen Konjunkturdaten schrieben Händler nur wenig Einfluss zu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×