Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.11.2014

17:51 Uhr

Börse Frankfurt

Dax gibt 9200-Punkte-Marke preis

Nach der Rally der vergangenen Wochen hinterfragen die Anleger die hohen Kurse. Zudem sorgen die Wirtschaftsweisen mit einem schwachen Ausblick für Ernüchterung. Der Dax verliert mehr als anderthalb Prozent.

Börse am Abend

Dax folgt Dow Jones ins Minus

Börse am Abend: Dax folgt Dow Jones ins Minus

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtDer Dax ist am Mittwoch überraschend deutlich abgestürzt. Den deutschen Anlegern schlug ein schwacher Konjunkturausblick der Wirtschaftsweisen auf den Magen. Aber auch europaweit verließen Investoren die Märkte: Angesichts des hohen Bewertungsniveaus, das die Börsen nach fünf starken Wochen wieder erreicht haben, stellt sich die Frage nach der Berechtigung dieser Rally. Da konnten auch überraschend starke Zahlen zur Industrieproduktion im Euro-Raum keine Gegenbewegegung entfachen.

Am Ende schloss der Dax ganze 1,7 Prozent tiefer bei 9211 Punkten. Der Leitindex ging schon früh auf Talfahrt, ein mittäglicher Stabilisierungsversuch schlug fehl. „Wir sind seit Oktober vielleicht etwas zu stark hochgelaufen“, stellte der Investmentmanager Dirk Thiels von KBC Asset Management NV in Brüssel fest, „weiterhin wird vorsichtig agiert, denn die Vorlagen waren nicht durchweg überzeugend, und die Anleger sehen vermehrt die erreichten Bewertungen“.

„Die Marktteilnehmer halten sich seit Monatsbeginn auffällig deutlich zurück“, sagte Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Auch er sieht eine mögliche Begründung in der schnellen Erholung seit Mitte Oktober. „Es gibt aber auch eine zweite denkbare Option: An den US-Märkten findet eine Übertreibung statt, die vernünftige Anleger hierzulande nicht mitmachen“, so Wenner. Dow-Jones-Index und S&P 500 hatten zuletzt mehrere Rekordstände in Folge aufgestellt.

Für trübe Stimmung zur Wochenmitte sorgten auch die Wirtschaftsweisen mit ihrem Jahresgutachten. Mit seinem Ausblick auf das Jahr 2015 gab der „Sachverständigenrat zur Beratung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für Wirtschaft“ dem Konjunkturpessimismus neuen Auftrieb. Die Wissenschaftler rechnen mit einem Wirtschaftswachstum für das Jahr 2015 von 1,0 Prozent und unterbieten damit die von der Bundesregierung ausgegebenen, ohnehin schon korrigierten 1,3 Prozent.

In der zweiten Reihe fielen die Abschläge geringer aus. Die Mid-Caps im MDax verloren 1,1 Prozent bei 16.155 Punkten. Der TecDax schloss 0,8 Prozent tiefer bei 1270 Zählern. In Paris notierte der Leitindex der europäischen Währungsunion, der Euro-Stoxx-50, 3047 Stellen und damit knapp zwei Prozent niedriger. An der Wall Street machten die Anleger nach den Rekordrally Kasse und besorgten dem Dow-Jones-Index leichte Abschläge.

In diesem widrigen Marktumfeld konnten starke Industrie-Daten aus der Eurozone keinen Rückhalt spenden. Die Industrieproduktion ist im September um 0,6 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat gestiegen. Ökonomen waren von einem Rückgang von 0,2 Prozent ausgegangen. Der Wert für den Vormonat wurde von einem Minus von 1,9 Prozent auf ein Minus von 0,5 Prozent heraufrevidiert.

Wovor sich Anleger hüten sollten

Falsche Sicherheit

Fühlen sie sich nicht zu sicher - denn dieses Gefühl kommt immer vor bösen Überraschungen.

Rendite ohne Risiko

Es gibt keine Rendite ohne Risiko. Was man dagegen oft bekommt: Risiko ohne Rendite.

Zocken mit dem Sparschwein

Ersparnisse aus 35 Jahren harter Arbeit in eine Geldanlage zu stecken, die man nur 15 Minuten analysiert hat - böser Fehler.

Ungeduld

Hin und her macht Taschen leer: Hibbelige Finger sind der schnellste Weg, sein Geld zu verbrennen.

Halbwissen

Finger weg von Investments, die man nicht versteht. Der Test: Können Sie das Investment einem Schüler der vierten Klasse erklären?

Übersteigertes Selbstbewusstsein

Zu viel Selbstsicherheit hat noch nie gut getan. Wer meint, alle Gewinne beruhten auf Können, alle Verluste aber seien Pech, ist auf der falschen Fährte.

Daytrading

Man hat keine Chance gegen den Zufall und Super-Computer, die innerhalb von Millisekunden mehr Entscheidungen treffen als ein Anleger in einem ganzen Leben.

Crashpropheten

Hören Sie besser nicht auf Menschen, die ständig vor dem Untergang warnen. Es soll Leute geben, die 128 der letzen zwei Crashs richtig vorhergesagt haben...

Schon vor Börsenbeginn hatte die Nachricht von wiederholt gesunkenen deutschen Großhandelspreisen die Märkte erreicht. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes sind die Preise im Oktober um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat gefallen. Auf Jahressicht entspricht dies einem Rückgang von 0,7 Prozent. Diese Entwicklung gibt keine Hinweise auf eine steigende Inflation, die sich weiterhin deutlich unter dem von der EZB anvisierten Niveau von 2,0 Prozent befindet.

Nach nachmittäglichem Wall Street-Auftakt erwarten die Analysten eine nur geringfügig gestiegene Lagerhaltung im US-Großhandel im September. Für Aufmerksamkeit könnte auch der Inflationsbericht der Bank Of England sorgen, von dem sich Anleger Hinweise auf den Zeitpunkt der Zinswende auf der Insel ausrechnen.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Niccolo Machiavelli

12.11.2014, 14:14 Uhr

Stimmungsschwankungen lassen auf psychische Störungen schließen. Solche Leute haben an der Börse nichts verloren. Erst die psycholigische Situation stabilisierne, dann ggf. zurückkehren an die Börse.

Herr Uwe Warschkow

12.11.2014, 17:16 Uhr

Die Performance der Vorjahre ist für den DAX 2014 unerreichbar.Er kann froh sein,sein Ausgangsniveau zu halten,knapp 9600 Punkte waren das.Aber gut 25% an Aufschlag vom Start wie in 2012 oder 2013,diesmal nicht in 2014.
Ist das die Trendwende ?Normalerweise ja,wenn uns nicht die Notenbanken dazwischen funken.Deren verbale und tatsächliche Interaktionen machen mehr aus,als jede Charttechnik.Man wird sehen,ob es mehr wird.Amerika wird das entscheiden,nicht Deutschland,dabei bleibe ich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×