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14.08.2015

17:51 Uhr

Börse Frankfurt

Dax gibt die 11.000-Punkte-Marke auf

Nach einer turbulenten Woche ist dem Dax am Freitag die Luft ausgegangen. Schwache Wachstumszahlen aus Europa, der eben erst verdaute Yuan-Schock und die nahende US-Zinswende schoben den Leitindex ins Minus.

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FrankfurtDie Dax-Erholung ist am Freitag ins Stottern geraten. Das Ende der Bilanzsaison und vor allem die mäßigen Wachstumszahlen aus Brüssel lieferten Anlegern keine Argumente für einen Kursanstieg. Der deutsche Leitindex pendelte im gesamten Handel um die 11.000-Punkte-Marke, musste sie am Ende aber aufgeben. Ab Nachmittag belasteten starke US-Konjunkturdaten zusätzlich das Geschehen in Frankfurt. Sie sind ein Hinweis darauf, dass die erste Leitzinserhöhung in Amerika seit der Finanzkrise immer näher rückt.

Der Deutsche Aktienindex schloss 0,3 Prozent leichter bei 10.985 Punkten. Nach einer turbulenten Woche, an deren Ende Anlegern sowohl Motiv als auch Motivation fehlten, das Minus von über vier Prozent in Angriff zu nehmen, ist den Börsen die Kraftlosigkeit anzusehen. Die drastische Abwertung des Yuans durch die chinesische Notenbank scheint zwar erst einmal überstanden, doch sie ließ die Märkte mit Bedenken über die Konjunktur in China zurück.

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Zum Wochenausklang konnte die zweite Frankfurter Reihe wie auch schon am Donnerstag den Dax in Sachen Erholung übertrumpfen. Die Nebenwerte des MDax schlossen letztlich 0,6 Prozent fester bei 20.741 Zählern. Der TecDax legte am Freitag 0,3 Prozent zu auf 1763 Punkte. Der Leitindex der Eurozone hingegen, der Euro-Stoxx-50, kam wegen dem unerwartet schwachen Wachstum des gemeinsamen Währungsraumes auf ein Minus vom 0,6 Prozent und 3494 Stellen.

Denn ab Vormittag hemmte die Nachricht vom schwachen Wachstums des Euro-Raums die Kurse der kontinentalen Börsen. Im zweiten Quartal des Jahres verlor die Konjunktur wegen Problemen bei den Schwergewichten Frankreich und Italien etwas überraschend an Fahrt. Statt der prognostizierten 0,4 Prozent Plus zum Vorquartal, kletterte das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juli um 0,3 Prozent. Die beiden vorangegangenen Quartale hatten jeweils 0,4 Prozent an Zuwachs ausgewiesen.

Während Deutschland leicht an Schwung gewann und um 0,4 Prozent wuchs, stagnierte Frankfurt nach einem starken Jahresauftakt, wohingegen sich das Wachstum in Italien auf 0,2 Prozent abschwächte. Überraschend hervor trat Griechenland mit einem völlig unerwarteten Plus von 0,8 Prozent. In Spanien legte das Bruttoinlandsprodukt sogar um 1,0 Prozent zu.

In Sachen Griechenland gab es neben dem unvorhergesehen BIP-Wachstum weitere gute Nachrichten. So hat das griechische Parlament in einer langen Über-Nacht-Sitzung dem neuen Hilfsprogramm mit den damit verbundenen Sparauflagen am Freitag mit großer Mehrheit zugestimmt. Ministerpräsident Alexis Tsipras konnte dabei auf die Unterstützung der bürgerlichen Opposition setzen, während in seinem eigenem Parteienverbund Syriza der linke Flügel die Mehrheit in der Volksvertretung bröckeln lässt. Zum Frankfurter Handelsschluss tagten noch die Finanzminister der Eurogruppe um die Hilfen zu verabschieden, die Teilnehmer rechnen mit einer langen Sitzung, an deren Ende aber Ergebnisse stehen werden.

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In Athen konnte die Fortschritte den Kursen nicht helfen: Der Leitindex ASE verlor knapp zwei Prozent. Scheinbar sorgt die politische Situation für Vorsicht bei den Anlegern. Regierungskreisen zufolge wird Alexis Tsipras demnächst die Vertrauensfrage stellen. Von den 162 Abgeordneten seiner Rechts-Links-Koalition stimmten nur 118 für die das Programm, womit die für eine Minderheitsregierung nötige Zahl von 120 Parlamentariern um zwei unterschritten wurde.

In den letzten Stunden des Wochenhandels rückte dann wieder die weltgrößte Wirtschaft ins Geschehen. Und schon wieder wussten amerikanische Konjunkturdaten zu überzeugen. So legte die Industrie in den Vereinigten Staaten im Juli unerwartet stark zu. Somit schien es für die Marktakteure als äußerst wahrscheinlich, dass die Federal Reserve den Leitzins in den Staaten in einer ihrer nächsten monatlichen Sitzungen erhöhen wird. Der Dow-Jones-Index verbuchte dennoch einen kleinen Aufschlag und kam zum Frankfurt Schlusszeichen auf ein Plus von 0,2 Prozent und damit 17.466 Zähler.

Kommentare (12)

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Herr wulff baer

14.08.2015, 09:08 Uhr

Eigentlich können doch die Freunde des DAX ("Mogelpackung" lt. Zitat von Mr.Dax) doch ganz zufrieden sein, denn der wahre Wert ist der Kurs-Dax mit zur Zeit 5526 Punkten.
Eine durch Druck von Fiat-Geld in Billionen-Höhen aufgeblähte Blase, die immer reagiert, wenn im Dark Pool gehandelt wird oder in China ein Reissack umfällt.
Ich bewundere die Nervenkraft der Anleger im Bereich dieser Tulpenzwiebel-Wertpapiere.

Herr Tom Bauer

14.08.2015, 09:55 Uhr

@Wulff Bär und auch andere Negativisten:
Mit einer selektiven Zustandsbeschreibung eines Indizes oder geldpolitischen Lagesbeschreibungen haben Sie natürlich recht!
Doch was für Schlüsse werden daraus gezogen! Tulpenzwiebel hausse!
Mitnichten. Schauen Sie sich die einzelnen Werte an die die Indizes abbilden. Schauen Sie auf deren Wavchstum und derrenn Gecshäftszahlen und geschäftsmodelle. Da ist eben nix über einen und den selben Kamm zu scheren.

Wenn Sie denken, dass die Weltwirtschaft wie es die Medienberichterstattung glauben machen will in 10 Jahren schlechter dasteht haben Si erecht gehabt.
In10 Jahren wird die Welt aber wirtschaftlich "leider" besser dastehen als heute.

Wo dann Heineken, Unilever, cisco, .... kursseitig stehen werden muss dann (heute) eben jeder selbst abschätzen.
Immer positiv bleiben und die Medien Ihre Krisen ausleben lassen....

Herr Peter Spiegel

14.08.2015, 11:05 Uhr

Bauer@
Genau, so schaut es aus. Die Aktionäre werden prächtig verdienen un zwar in Kursanstiegen und Dividende. Insbesondere Afrika wird wachsen und wer
z..B. Black.... hat wird prächtig verdienen. Die Verschuldung und die Bevölkerung wird sich verzigfachen und damit die Gewinne. Also das Geld in die Zukunft investieren.

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