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10.01.2013

18:05 Uhr

Börse Frankfurt

Dax gibt Gewinne wieder ab

Draghi will weiter an der Politik des billigen Geldes festhalten. Das hat die Anleger zwischenzeitlich erfreut, doch am Ende schloss der Dax im Minus. Italien und Spanien brachten erfolgreich neue Anleihen an den Mann.

Handelsraum der Frankfurter Börse. dpa

Handelsraum der Frankfurter Börse.

FrankfurtAn Europas Aktienmärkten hat es am Donnerstag vor allem ein Thema gegeben: Die erste Ratssitzung der Europäischen Zentralbank im neuen Jahr. Zwar beließen die Frankfurter Währungshüter wie erwartet den Leitzins unverändert bei 0,75 Prozent. Doch Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi ließen die Anleger aufhorchen.

Der Dax gab nach einem zunächst freundlichen Verlauf wieder Gewinne ab und schloss 0,16 Prozent tiefer bei 7.708 Punkten. Der MDax verlor 0,13 Prozent auf 12.348 Punkte, der TecDax schloss praktisch unverändert bei 875,30 Zählern. Der Euro stieg um 1,1 Prozent auf 1,32 Dollar.

Der EZB-Präsident sieht den Zeitpunkt für einen Ausstieg aus der Krisenpolitik der Notenbank noch nicht gekommen. Zwar habe sich die Lage an den Finanzmärkten entscheidend verbessert, sagte Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Doch das sei in der Realwirtschaft noch nicht angekommen. „Wir denken jetzt nicht über einen Exit nach“, sagte Draghi. Um die Krise zu überwinden, müssten Banken gestärkt und die Reformanstrengungen in den Euroländern fortgesetzt werden. Die Regierungspolitik sei entscheidend.

Für Erleichterung an den Märkten sorgten die Anleiheauktionen von Italien und Spanien. Italien erzielte bei Geldmarktpapier niedrigste Rendite seit drei Jahren. Die Auktion galt als wichtiger Test für das weitere Jahr. Die Zinsen der zehnjährigen Staatsanleihen gingen auf 4,164 Prozent zurück - nach 4,277 Prozent am Mittwoch. Sie lagen damit so niedrig wie seit November 2010 nicht mehr.

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

Umfrage

Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

Der Träumer

Nomura: 8.890 Punkte

Die Super-Optimisten

8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

Die Optimisten

Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

Die Zuversichtlichen

Santander Bank: 8250 Punkte
Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

Die Durchschnittlichen

VP Bank: 8100 Punkte
BNP Paribas: 8084 Punkte

Der Durchschnitt

Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

Die 8.000er

8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

Die Vorsichtigen

7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
JP Morgan: 7785 Punkte
Postbank: 7750 Punkte

Die Negativen

Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
Bank Sarasin: 7500 Punkte

Die Pessimisten

National Bank: 7300 Punkte
Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

Der Super-Pessimist

Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Die Zinsen für zehnjährige Papiere Spaniens fielen am Sekundärmarkt knapp unter die Fünf-Prozent-Marke und markierten damit den niedrigsten Stand seit März 2012. Mit 5,8 Milliarden Euro sammelte das hoch verschuldete Land am Donnerstag mehr Geld ein als die eigentlich anvisierten vier bis fünf Milliarden Euro. "Die Nachfrage war sehr stark und das ist alles, worauf der Markt achtet", urteilte Marc Ostwald, Stratege bei Monument Securities.

In Asien hatte ein überraschend kräftiges Anziehen der chinesischen Exporte für steigende Kurse gesorgt. Die daraus resultierenden Spekulationen auf eine deutliches Anziehen der Konjunktur in China trieb auch die Preise für Industriemetalle an: Aluminium verteuerte sich um 1,8 Prozent, Kupfer um gut ein Prozent je Tonne. Auch der Ölpreis stieg: Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 113,05 Dollar rund ein Prozent mehr.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

10.01.2013, 08:51 Uhr

Meiner Ansicht nach ist diese ganze "Dax-Rallye" nicht irgendwelchen tollen Zahlen geschuldet, sondern es verhält sich so wie bei einer Tanne, der man die Grundlage zum Leben nimmt. Was tut die? Sie treibt sogenannte "Angstzapfen". Genauso ist hier an der Börse. Keine Anlage erwirtschaftet bei diesem Zinsniveau noch irgendwelche nennenswerten Ertäge. Geld ist aber auf Anlegerseite aber genügend vorhanden, also was macht man? Man steckt es in die Unternehmen, weil da noch am ehesten zu erwarten ist, daß man einen Return on Investment erhält und man kann die Papiere im Fall auch wieder schnell versilbern. Damit werden die Aktienindizes hochgepusht, entsprechen aber mitnichten der wirtschaftlichen Lage.

Endstation_EU

10.01.2013, 09:02 Uhr

Kommentar zu: Dax geht wieder auf Rekordjagd
Was sonst sollte hier als Aufmacher stehen?, es wird langsam langweilig, die Indizees steigen und steigen und steigen wie es vorher noch nie zu sehen war, Dank dem "großen" Draghi. Akteinmärkte haben sich von zu erwartender Konjunkturentwicklung 2013 in Europa Dank der Geldschwemme der EZB Meilenweit abgekoppelt - wie lange soll dieser Wahnsinn noch gehen?, es ist schlimmstes! für Aktionäre zu befürchten. Katastropenhausse und Inflation für steigende Kurse als Argument zu nutzen ist lächerlich, nein es ist einzig und alleine das EZB (Steuergeld)was uns in die Katastrophe treibt - todsicher.

Spekulant

10.01.2013, 09:12 Uhr

DAX geht wieder auf Rekordjagd? Wenn ich das schon lese,...Seufz! Mit der Wirtschaftsjournallie verbindet mich ja seit der 3Sat-Börse (Gott, hab' sie selig) eine wahre Hassliebe. Viel Geld damit verdient, aber aufgrund von zu viel Leichtgläubigkeit und Gier auch wieder viel verloren. Heute scheint es wieder so weit zu sein, dass die schreibende Zunft versucht, Aktienkurse ohne Sinn und Verstand in die Höhe zu schreiben. Also Obacht, liebe Kleinaktionäre, die Letzten beißen die Hunde!

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