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28.10.2015

17:58 Uhr

Börse Frankfurt

Dax gibt US-Notenbank dicken Vertrauensvorschuss

Der Deutsche Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch mit einem deutlichen Kursplus beendet. Im Vorfeld der Zinsenscheidung der US-Notenbank legten fast alle Dax-Titel zu – an der Spitze notierte Volkswagen.

Dax im Aufschwung: VW ist der größte Gewinner

Video: Dax im Aufschwung: VW ist der größte Gewinner

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FrankfurtVor der am Abend anstehenden US-Leitzinsentscheidung haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch wieder aus der Deckung gewagt. Der Dax schloss 1,3 Prozent höher bei 10.831 Punkten. Kursaufschläge an der Wall Street hätten dem Leitindex am Nachmittag zusätzlichen Auftrieb gegeben, sagten Händler. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 1,3 Prozent auf 20.954 Punkte hinauf. Das Technologiewerte-Barometer TecDax gewann 1,55 Prozent auf 1800 Punkte.

Experten rechnen weiterhin nicht mit dem Beginn der seit längerem im Raum stehenden Zinswende in den USA. Ökonomen dürften die Aussagen der amerikanischen Währungshüter aber auf Hinweise für eine mögliche Leitzinserhöhung im Dezember durchleuchten. „Die US-Notenbank muss in ihrer Kommunikation endlich deutlicher werden, möchte sie überhaupt irgendwann die Zinsen erhöhen“, hieß es von der Commerzbank. Ein niedriger Zinssatz steigert die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren.

Bei den Einzelwerten stachen die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) heraus. Mit einem Plus von 3,99 Prozent lagen die Papiere an der Spitze des Dax, obwohl der Skandal um manipulierte Abgaswerte dem Autobauer im dritten Quartal erstmals seit mehr als 20 Jahren einen Verlust eingebrockt hatte. Michael Punzet von der DZ Bank sprach von einer besser als erwarteten operativen Entwicklung.

Technische Warnsignale: Dax bewegt sich im roten Bereich

Technische Warnsignale

Dax bewegt sich im roten Bereich

Die EZB und die Fed tun ihr Bestes, um die Märkte wieder zu beleben. Der Dax nähert sich deswegen wieder an die 11.000 Punkte. Doch technische Warnsignale läuten wieder lauter. Analysten halten den Dax für überbewertet.

VW hatte im September zugegeben, Diesel-Emissionswerte mit einer Software manipuliert zu haben. Wegen milliardenschwerer Rückstellungen für Rückrufe wies der Autobauer nun für den Zeitraum Juli bis September einen Betriebsverlust von rund 3,48 Milliarden Euro aus.

Neben einer Reihe von Quartalszahlen beschäftigte die Anleger am Mittwoch vor allem die Zinspolitik in den USA. Seit Monaten rätseln Investoren, wann eine Zinserhöhung kommen könnte – schließlich hat Fed-Chefin Janet Yellen die Zinswende noch für dieses Jahr in Aussicht gestellt. Die jüngste Serie enttäuschender US-Konjunkturdaten macht eine Zinserhöhung am Abend allerdings wenig wahrscheinlich. Die Währungshüter werden nach Handelsschluss in Europa ihre Entscheidung und Begründung veröffentlichen. Der Euro notierte gegen Abend bei 1,1076 US-Dollar. Der EuroStoxx50 gewann 1,3 Prozent.

Gefragt war außer Volkswagen auch Linde. Die Aktien legten zwei Prozent zu, nachdem der Gasespezialist ein Umsatzplus von gut drei Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro verbucht hatte. DZ-Bank-Analyst Peter Spengler bezeichnete die Zahlen zum dritten Quartal als "ziemlich gut".

Auf der Verliererseite standen nach einer Herunterstufung Infineon. Die Aktien des Halbleiterkonzerns gaben 1,3 Prozent nach. Die Analysten der UBS sehen mittelfristig zwar noch immer solide Wachstumstreiber für Infineon - vor allem wegen der steigenden Nachfrage nach elektronischen Produkten in der Automobilbranche. Allerdings sei die Aktie derzeit fair bewertet, heißt es in dem Analystenkommentar. Die Experten stuften die Titel daher herunter auf "Neutral" von "Buy". Seit Jahresbeginn haben Infineon-Aktien 33 Prozent zugelegt.

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