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08.01.2013

18:06 Uhr

Börse Frankfurt

Dax gibt vor Start der US-Berichtssaison nach

Vor der Präsentation der ersten US-Unternehmenszahlen haben sich die Anleger in Frankfurt am Dienstag mit Zukäufen zurückgehalten. Für einen turbulenten Auftritt sorgte indes erneut die Aktie von Solarworld.

Handelsraum der Frankfurter Börse. dpa

Handelsraum der Frankfurter Börse.

FrankfurtVor dem Start der US-Berichtssaison am Dienstagabend hat der Dax erneut leichte Verluste eingefahren. Nachdem sich der Leitindex über weite Teile des Tages in der Gewinnzone aufhielt, fiel er zum Handelsschluss um 0,5 Prozent auf 7695 Punkte und erreichte den bislang tiefsten Schlusstand im Januar.

Händler begründeten die Abwärtsbewegung am Nachmittag mit sehr vagen Gerüchten, wonach Paris über eine bevorstehende Abstufung der Kreditwürdigkeit französischer Staatsanleihen durch eine Ratingagentur informiert worden sei. Dies wurde von der französischen Regierung jedoch dementiert. Andere Börsianer nannten auch den nachgebenden Euro und die schwächere Wall Street als Belastungsfaktoren. In der zweiten Reihe verlor der MDax 0,1 Prozent auf 12.191 Punkte. Der TecDax kletterte um 0,6 Prozent auf 864 Stellen.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG sprach von einer Konsolidierung und abwartenden Haltung an den Märkten. Der Risikoappetit sei aktuell ausgeglichen, es werde auf neue Impulse gewartet. Diese dürfte es schon am Abend geben, wenn in den USA der Aluminiumkonzern Alcoa seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das Jahr 2012 vorlegt. Außerdem präsentiert der Agrarkonzern Monsanto die Zahlen für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2012/2013.

Viele Analysten erwarten von der Bilanzsaison aber keine großen Impulse. Der über Monate geführte Haushaltsstreit in den USA dürfte bei den Unternehmen Spuren hinterlassen haben, heißt es in viele Kommentaren. Goldman Sachs rechnet damit, dass sich die Gewinne an den europäischen Börsen in den ersten drei Monaten des Jahres in Grenzen halten werden, da der US-Haushaltsstreit und die Euro-Schuldenkrise noch nicht beigelegt sind. Für den europäischen Stoxx 600-Index prognostizieren sie einen Anstieg von einem Prozent. Die Analysten von Cheuvreux gehen sogar von einem Rücksetzer an Europas Börsen aus.

Zu den Gewinnern im Dax gehörten am Abend die Papiere des Nivea-Herstellers Beiersdorf. Sie legten um 2,4 Prozent zu, nachdem Analysten von Nomura das Kursziel für die Aktie von 60 auf 72 Euro erhöht hatten. Ebenfalls oben standen bei Börsenschluss in Frankfurt die Werte von Merck (+2,4 Prozent) und K+S (+1,4 Prozent).

Charts des Jahres: Totgesagte Aktien leben länger

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Am unteren Ende des Dax notierten die Papiere von Lanxess mit einem Minus von 3,3 Prozent. Händler führten das auf einen Kommentar des Brokerhauses MainFirst zurück. Die Experten rechnen für den Konzern mit einem schwierigen Start in das erste Quartal, da vor allem in der Auto- und Reifenindustrie die Nachfrage schwächele. Sie stuften die Aktien laut Börsianern auf „Underperform“ zurück.

„Offenbar fühlen sich einige Anleger an die Aussagen des Firmenchefs Axel Heitmann vom Jahresende erinnert und erwarten nichts allzu Gutes“, sagte ein Börsianer. Er hatte kurz vor Weihnachten in einem Zeitungsinterview erklärt, dass die Gewinnsteigerung im zu Ende gehenden Geschäftsjahr „eher am unteren Ende“ der prognostizierten Spanne von fünf bis zehn Prozent liegen und auch der Start ins Jahr 2013 unruhig werde.

Kommentare (14)

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Schlaraffenland

08.01.2013, 07:31 Uhr

Ja, selbstverständlich gilt auch heute wieder kaufen, kaufen, kaufen, kaufen es kann immer nur bergauf gehen mit Draghi, es gibt keine fallenden Kurse mehr die länger als max. 1-2 Tage andauern - immer nur kaufen, seit Monaten nur steigende Kurse das Leben wird zum Spaß.

Ole

08.01.2013, 09:09 Uhr

Spanische Bankenlandschaft vor unmittelbarem Zusammenbruch!!!

Tingeltangel-Bob

08.01.2013, 09:10 Uhr

Horcht, horch!

Im Handelsblatt-Jargon müsste es eigentlich heissen: "DAX läuft in Richtung 7800er-Marke"

Grund, weshalb ich seit langem NICHT mehr Handelsblatt-Käufer bin.
Viel schlimmer ist, dass des der HB-Redaktion offensichtlich gleichgültig ist, was die Leser denken & schreiben.

Ich hatte Recht mit meinen Short-Positionen. Baue dieser weiter aus! Die Korrektur schleicht sich gerade an

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