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19.05.2011

17:44 Uhr

Börse Frankfurt

Dax gibt zu Handelsschluss nach

Der Dax konnte sich lange stark im Plus behaupten. Schlechte Konjunkturdaten aus den USA trübten später das Bild. Größter Gewinner am heutigen Tag: Commerzbank. Solar-Aktien wurden nach skeptischen Kommentaren verkauft.

Gute Vorgaben an den US-Börsen geben dem Dax Auftrieb Quelle: dapd

Gute Vorgaben an den US-Börsen geben dem Dax Auftrieb

Frankfurt/DüsseldorfDer Dax konnte sich im Tagesverlauf lange im Plusbereich von über einem Prozent halten. Am Nachmittag jedoch schlugen sich die wenig überzeugende Konjunkturdaten im Dax nieder. Zwar waren die Arbeitsmarktdaten besser ausgefallen als erwartet - in den USA waren in der Vorwoche 409.000 Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe eingegangen, Analysten hatten im Schnitt mit 420.000 Anträgen gerechnet- jedoch wurden im April in den USA mit 5,05 Millionen weniger Eigenheime verkauft als angenommen. "Der Immobiliensektor bleibt in einer schwachen Verfassung", kommentierte Helaba-Analystin Viola Stork. Eine Trendwende scheine weit entfernt zu sein. Der erneute Absturz des Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia deute zudem auf eine konjunkturelle Verlangsamung hin. In der Spitze konnte der Dax um bis zu 1,5 Prozent zulegen, am späten Nachmittag gab er dann aber etwas nach und schloss mit plus 0,75 Prozent auf 7.358 Punkten 55 Zähler unter dem Tageshöchstwert.

Die zweite Reihe der Indizes konnte ebenfalls zulegen. Der MDax schloss mit Plus 0,98 Prozent auf 10.767 Punkte zu und der TecDax verzeichnete ein Plus von 0,31 Prozent auf 919 Zähler.

Erfolgreiche Börsenneuzugänge werden erwartet

Der gute Auftakt zu dem für 24. Mai in London geplanten Börsengang des weltgrößten Rohstoffhändlers Glencore stützte Händlern zufolge die Stimmung. Glencore wurden am Grauen Markt in London klar über dem am Donnerstag veröffentlichten Zuteilungspreis von 530 Pence gehandelt. Auch in New York bahnte sich beim Börsengang des sozialen Netwerks LinkedIn ein Erfolg an: Der Ausgabekurs wurde am Mittwoch in New York mit 45 Dollar am oberen Ende der ohnehin schon angehobenen Preisspanne festgelegt. Dies zeige, dass die Investoren bereit sind, tief in die Tasche zu greifen, erklärten Analysten.

Sanfte Umschuldung Griechenlands positiv aufgenommen

Analysten der Commerzbank konnten dem Vorschlag einer ganz sanften Umschuldung für Griechenlands Staatsanleihen etwas Positives abgewinnen. Jean-Claude Juncker, Chef der aus den Euro-Finanzministern bestehenden Euro-Gruppe, hat ein "Reprofiling" der griechischen Staatsschuld vorgeschlagen und damit gemeint, dass lediglich die Laufzeiten griechischer Anleihen verlängert und nicht die Zinszahlungen oder Rückzahlungsbeträge gestrichen werden.

Commerzbank stärkster Dax-Wert

Im Dax überwogen am heutigen Handelstag die Gewinner, zu denen bis zum Nachmittag auch Bayer-Aktien mit einem Plus von bis zu 1,7 Prozent zählten. Händler begründeten das Plus mit Studienfortschritten mit dem Krebsmittel Nexavar. Am späten Nachmittag ging dem Dax-Konzern aber etwas die Luft aus und zu Handelsschluss lag die Aktie bei 57,81 Euro sogar 0,2 Prozent im Minus. Siemens-Akiten stiegen um 2,3 Prozent und schlossen den Handel bei 93,84 Euro, nachdem Finanzchef Joe Kaeser in einem Interview erklärt hatte, das Unternehmen sei für größere Übernahmen gewappnet.

Ohne relevante Nachricht stiegen neben Bayer und Siemens auch die Papiere von HeidelbergCement mit plus 2,8 Prozent und die seit Wochen kriselnde Commerzbank, die mit einem Plus von 3,1 Prozent größter Gewinnern im Dax war.

Herabstufung drückt Merck

Eine Herunterstufung hat Merck-Aktien ans Dax-Ende gedrückt. Die Aktien gaben in einem allgemein positiv gestimmten Markt 1,7 Prozent auf 75,00 Euro nach. Der Markt scheine die Risiken in der Arzneimittelsparte Merck Serono zu ignorieren, schrieben die Analysten von JP Morgan Cazenove in einem Kommentar. Auch im Geschäft mit Flüssigkristallen könnten Rückschläge drohen. Die Experten stuften die Papiere herunter auf "Underweight" von "Neutral", erhöhten das Kursziel aber auf 67 von 63 Euro.

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