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10.05.2011

16:25 Uhr

Börse Frankfurt

Dax gleicht Vortagesverluste aus

Zum Wochenauftakt belastete Griechenland den Dax, heute stützten Hoffnungen auf neue Hilfspakete. Auch gute Unternehmensmeldungen, positive Vorgaben aus USA und Asien sorgten für Rückenwind. Der Dax stieg kräftig an.

Die Vorgaben aus Übersee für den Dax fallen schwach aus. Quelle: dpa

Die Vorgaben aus Übersee für den Dax fallen schwach aus.

DüsseldorfSpekulationen über weitere Hilfen für Griechenland, positive Quartalsberichte und gute Vorgaben aus Übersee haben die Anleger am Dienstag wieder an den deutschen Aktienmarkt gelockt. Der Leitindex Dax konnte die Verluste vom Vortag ausgleichen und schloss am späten Nachmittag mit 1,2 Prozent im Plus bei knapp 7.502 Punkten. Am Montag noch hatten ihn die Sorgen um die Zahlungsfähigkeit des hoch verschuldeten Griechenlands 1,1 Prozent ins Minus gedrückt. Gerüchte über neue Hilfen halfen dem Dax aber auf die Sprünge. Die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtete, dass ein neues Hilfspaket für Griechenland im Volumen von 60 Milliarden Euro in Vorbereitung sei. Der griechischen Zeitung Kathimerini zufolge, arbeitet der IWF an einem Kredit über 80 bis 100 Milliarden Euro, das auch zusätzliche Mittel beinhalte, um Griechenlands Finanzbedarf bis 2013 zu decken. Die Quellen für diese Information nannte die Zeitung allerdings nicht.

Positiv aufgenommen wurde auch die erfolgreiche Auktion griechischer Geldmarktpapiere. Das Land platzierte am Markt Schuldscheine mit sechsmonatiger Laufzeit im Volumen von 1,625 Milliarden Euro und musste dafür nur geringfügig höhere Zinsen zahlen als bei der letzten Auktion vor Monatsfrist.

Folgen einer Staatspleite für Gläubiger

Wie hoch waren die Verluste privater Gläubiger bei Staatspleiten?

Die Rating-Agentur Moody's hat 13 staatliche Zahlungsausfälle zwischen 1998 und 2008 untersucht. Danach mussten die Gläubiger 30 Tage nach dem Zahlungsverzug einen durchschnittlichen Abschlag von rund 50 Prozent hinnehmen.

Der Zahlungsausfall schwankte in den einzelnen Ländern aber stark. Gläubiger der Dominikanischen Republik kamen mit einem Minus von fünf Prozent noch glimpflich davon. Für Zeichner russischer Anleihen lag der Verlust mit 82 Prozent um ein Vielfaches höher.

Wurden ausländische Gläubiger benachteiligt?

Grundsätzlich werden ausländische Investoren nicht schlechter behandelt als einheimische Gläubiger. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Allerdings gibt es auch hier keine Regeln ohne Ausnahmen: Sowohl die Ukraine als auch Russland räumten den einheimischen Investoren „deutlich bessere Deals“ ein.

Wie schnell erholen sich Länder von einer Staatspleite?

„Sowohl die russische als auch die argentinische Wirtschaft konnten die Krise relativ schnell überwinden, profitierten dabei aber von außergewöhnlich günstigen Rahmenbedingungen“, heißt es in einer Commerzbank-Studie. In Russland brach die Wirtschaftsleistung im Krisenjahr 1998 um rund 5,5 Prozent ein, ehe sie in den Folgejahren wegen des Rohstoffbooms um durchschnittlich etwa sieben Prozent wuchs.

Auch Argentinien erholte sich dank der steigenden Rohstoffnachfrage rasch. „Anleger sollten diese Erfolge daher nicht bedenkenlos auf andere Länder übertragen“, warnen die Experten der Commerzbank.

Sind Hilfen des IWF eine Garantie gegen Staatspleiten?

Neben den Euro-Ländern hilft auch der IWF mit Geldern aus: Sowohl in Griechenland als auch in Irland ist der erfahrende Krisenhelfer mit im Boot. Aber auch IWF-Hilfen waren in der Vergangenheit keine Garantie gegen Staatspleiten, wie das Beispiel Russland zeigt.

IWF und Weltbank sagten dem vor dem finanziellen Kollaps stehenden Land im Krisenjahr 1998 Hilfen von 22,6 Milliarden Dollar zu. Dennoch bediente der Staat ab August 1998 seine Schulden nicht mehr.

Was passiert, wenn IWF-Auflagen missachtet werden?

Bedingung für IWF-Hilfen sind strenge Auflagen, die aber nicht immer eingehalten werden. Der IWF schnürte 2000/2001 mehrere Hilfspakete für Argentinien - er erhöhte die Kreditlinien, organisierte Kreditzusagen der Weltbank und der spanischen Regierung.

Die Regierung aber sparte nicht wie vereinbart, sondern fuhr ihre Ausgaben im Kampf gegen die Wirtschaftskrise sogar hoch. Argentinien verfehlte damit die mit dem IWF vereinbarten Haushaltsziele.

Der Fonds setzte deshalb im Dezember 2001 die Zahlungen aus. Am 3. Januar 2002 konnte Argentinien seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen.

Der freundliche Handelsstart der US-Börsen trieb auch die Kurse in der zweiten Reihe nach oben: Der MDax mittelgroßer Werte lag zuletzt mit 1,1 Prozent im Plus bei 10.831 Punkten, der TecDax gewann 0,2 Prozent auf 930 Punkte.

Gute Unternehmenszahlen aus Dax und MDax stärkten das Kaufinteresse der Anleger zusätzlich. Angeführt wurde der Dax zeitweise von der Deutschen Post, die nach einem überraschend hohen Anstieg des operatives Gewinns im ersten Quartal bis zu 2,5 Prozent auf 13,84 Euro gewannen.

Kommentare (1)

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Hans

10.05.2011, 11:19 Uhr

Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie die Market Maker agieren, wenn die Ka... am Dampfen ist.
Je schlimmer die Situation wird, desto schneller steigen die Kurse. Sehr volatil momentan. Bin gespannt wie weit sie diesmal die Kurse hochprügeln, bevor ihnen die Luft ausgeht.

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