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26.06.2013

17:58 Uhr

Börse Frankfurt

Dax hat die 8.000 Punkte-Marke fest im Blick

Aufmunternde Worte von EZB-Chef Mario Draghi ließen den Dax heute wieder kräftig zulegen. Die 8.000 Punkte sind in Reichweite. Doch die Börsen bleiben labil. Denn die Ankündigung der EZB sind nur vage Versprechen.

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FrankfurtDer Dax arbeitet weiter an seiner Erholung. Am Mittwoch schloss er satte 1,7 Prozent fester auf 7.941 Punkte. Die 8.000 Punkte rücken damit wieder in Reichweite. Auch in der zweiten Reihe gab es einen ordentlichen Ruck nach oben. Der MDax stieg um 1,2 Prozent auf 13.650 Punkte und der TecDax notierte am Ende sogar 2,4 Prozent fester auf 931 Zähler.

Hauptgrund für den Anstieg heute war die Aussicht auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. EZB-Chef Mario Draghi hatte bei der Anhörung vor den Parlamentsausschüssen in Paris unter anderem bekräftigt, dass sein Haus bei Bedarf für weitere Hilfen bereitstehe und ein Ausstieg aus der Liquiditätsschwemme noch weit entfernt sei. Außerdem betonte er, dass das umstrittene Staatsanleihekaufprogramm OMT – falls nötig – jederzeit wieder aktiviert werden könne.

Davon profitieren konnten besonders spanische und italienische Bonds, die ein Indikator für die Risikofreude der Investoren sind. Die Anleihen Italiens warfen nur noch 4,770 Prozent ab nach 4,873 Prozent im Vortagesgeschäft. Bei spanischen Titeln fielen die Renditen von 5,046 Prozent auf 4,898 Prozent. Die beruhigenden Äußerungen der EZB-Vertreter hätten den Staatsanleihemärkten der Eurozone geholfen, hieß es in einem Kommentar der Commerzbank. Zuletzt waren die Papiere wegen der Diskussionen über ein baldiges Ende der lockeren US-Geldpolitik unter Druck geraten.

Positive Impulse für die Aktienmärkte kommen neben Europa auch aus China. Die dortige Zentralbank distanzierte sich von der Ankündigung dem kriselnden heimischen Interbankenhandel nicht unter die Arme greifen zu wollen. Die People's Bank of China (PBoC) korrigierte sogar ihre Ziele und sicherte den Aktienmärkten zu, die Zinsen am Geldmarkt "auf ein vernünftiges Niveau" zu bringen.

Die schwärzesten Börsentage seit 1987

Vor 1987

Beim größten Crash der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987 - als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index um 23 Prozent einbrechen ließen - hatte es den Dax noch nicht gegeben. Der deutsche Index, in dem die 30 börsennotierten Top-Unternehmen abgebildet sind, wurde erst am 1. Juli 1988 eingeführt. Auf Dax-Basis zurückberechnet hatten sich die Verluste an diesem Tag in Frankfurt aber auf gut neun Prozent belaufen.

16. Oktober 1989

Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991

In Reaktion auf den später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow verliert der Dax gut neun Prozent.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise verliert der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent und schließt mit 3.567 Punkten acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998

Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

5. August 2002 und 3. September 2002

US-Rezessionsängste drücken den Dax um 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in die Tiefe. Darüber hinaus sorgt die Unsicherheit über die Lage im Irak für Aktienverkäufe.

24. März 2003

Wenige Tage nach Beginn des Irak-Krieges wachsen die Zweifel an den Finanzmärkten. Viele Anleger fürchten, der Krieg könnte sehr viel länger als von den USA erwartet dauern. Der Dax stürzt um 6,1 Prozent ab.

21. Januar 2008

Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6.790 Punkte ins Minus.

15. September 2008

Die Pleite von Lehman drückt den Dax um moderate 2,7 Prozent.

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

01. Dezember 2008

Konjunktursorgen lassen den Dax um rund sechs Prozent fallen.

15. März 2011

Vier Tage nach der Erdbebenkatastrophe flüchten die Anleger weltweit aus den Aktienmärkten. Die Kernschmelzen in Fukushima erschüttern das Vertrauen zusätzlich: Der Nikkei-Index schließt 10,6 Prozent im Minus, der Dax verliert zeitweise 5,6 Prozent.

8. August 2011

Die USA verlieren am Wochenende bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer. Obwohl dies keine Überraschung ist, reagieren die Anleger mit Aktienverkäufen in großem Stil. Als an der Wall Street der Dow-Jones-Index 3,4 Prozent abstürzt, beschleunigt der Dax seine Talfahrt und verliert bis zu 5,2 Prozent auf 5921 Punkte.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

Das Kursplus der Aktienmärkte steht aber nichtsdestotrotz auf wackligen Beinen. Denn die Ankündigung der PBoC im Krisenfall doch eingreifen zu wollen mag vielleicht beruhigend wirken, wirklich beruhigende Auswirkungen auf die Aktienmärkte – insbesondere auf die asiatischen – hatte sie aber kaum. Besonders groß ist die Furcht bei den Investoren, dass sich die Bankenkrise negativ auf die Konjunktur auswirken könnte, die ohnehin schon mit größeren Problemen zu kämpfen hat.

Mittelfristig wird sich aus der derzeitigen Situation wohl etwas Grundsätzliches herauskristallisieren. Und zwar wird sich zeigen müssen, ob die USA China von der Vorreiterrolle als "Konjunkturlokomotive" zeitweise ablösen kann. Denn sollte sich die Krise in China weiter verschärfen, dürften negative Auswirkungen an den Aktienmärkten unmittelbar folgen. Wenn die konjunkturelle Entwicklung in den USA allerdings weiterhin in dem selben Tempo wie bisher voranschreitet, könnte dies wiederum die negativen Impulse aus Asien schwächen.

Kommentare (33)

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Profi

26.06.2013, 08:14 Uhr

Nachdem E.on nicht nach oben mitgeht wird diese im nächsten Abverkauf wieder massiv mitgehen.Kursziel 5€.ähnlich SDF,die sich immer an ihrer Benchmark misst,POT=Stand April,Compass und Mosaic ähnlich.

Bullshitdetector

26.06.2013, 08:59 Uhr

Es wird mal wieder der Tag vor dem Abend gelobt.
Der Trend spricht eine eindeutige Sprache, die Verlustserie
ist immer noch intakt. Das ganze ist eine rein Technische
Reaktion. shorties realisieren gewinne aus den letzten Handelstagen, danach wird wieder geshortet was das Zeug hält.

Aha

26.06.2013, 09:31 Uhr

"Dax hält sich über 7.800 Punkten", da Graf Draghila gestern mal wieder seine Saugzähne gezeigt hat - die lediglich zum Aussaugen des verbleibenden Mittelstands dienen - und schwupps sind die Gier-Jünger wieder verzückt.



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