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17.02.2017

18:23 Uhr

Börse Frankfurt

Dax holt seine Verluste im Schlussspurt wieder ein

Ein kräftiges Auf und Ab am deutschen Aktienmarkt: Erst verliert der Dax an Boden, gegen Ende des Tages geht es dann wieder rauf. Letztlich schließt er unverändert. Trump allerdings bleibt Anlegern vieles schuldig.

Börse am Abend

Dax schließt unverändert - Allianz erzielt Gewinne

Börse am Abend: Dax schließt unverändert - Allianz erzielt Gewinne

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FrankfurtDas Chaos in der US-Regierung wenige Wochen nach dem Antritt von Präsident Donald Trump stellt Anleger auf die Probe. Aus Unsicherheit über den politischen Kurs des 70-Jährigen warfen sie am Freitag Aktien aus ihren Depots. Für Aufregung sorgte die 143 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte des Ketchup-Riesen Kraft Heinz für den fast doppelt so großen Konkurrenten Unilever.

Zu Handelsbeginn ging es beim Dax schnell in die Verlustzone, ehe sich der Leitindex zur Mittagszeit wieder erholen konnte. Am Nachmittag ein ähnliches Muster: Die Verluste holte der Dax im Schlussspurt wieder auf und schloss letztlich unverändert bei 11.757 Zählern. Auch beim MDax der mittelgroßen Werte gab es in der Schlussnotierung bei 23.300 Zählern keine Veränderung im Vergleich zum Vortag. Der TecDax verlor 0,13 Prozent auf 1888 Stellen, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 mit einem marginalen Verlust bei 3309 Punkten aus dem Handel ging.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Auf Wochensicht gewann der deutsche Leitindex zwar immer noch knapp ein Prozent, Börsianer stellen aber zunehmend in Frage, ob die Rekordjagd an der Wall Street gerechtfertigt war. „Der zusehends unberechenbar anmutende Führungsstil von Trump stellt das Vertrauen an den Finanzmärkten auf die Probe“, sagte Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. Auch an den US-Börsen ging es bergab: Der Dow-Jones-Index, der seit Trumps Einzug ins Weiße Haus im Januar fast 1000 Punkte zugelegt hat und von einem Hoch zum anderen spurtete, lag zu Handelsschluss in Europa 0,3 Prozent im Minus.

Anleger machte vor allem nervös, dass Trump sein Regierungsteam noch immer nicht beisammen hat. Sein Kandidat für den Posten des Nationalen Sicherheitsberaters, Robert Harward, lehnte das Angebot aus familiären und finanziellen Gründen ab. Zudem sorgte er mit einem erneuten Angriff auf Journalisten bei einer Pressekonferenz für Aufsehen. „Trumps sprunghaftes Auftreten untergräbt das Vertrauen der Investoren“ sagte Fonds-Manager Angus Gluskie von White Funds Management.

Kommentare (1)

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Herr Chris Woodley

17.02.2017, 09:18 Uhr

@ Marc Hofmann ... machst du das hier eigentlich hauptberuflich ?

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