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11.04.2011

18:00 Uhr

Börse Frankfurt

Dax holt vor der Berichtssaison noch mal Luft

Wieder einmal schlechte Nachrichten aus Japan und Autoaktien waren die bestimmenden Themen des Tages. Der Dax verkraftete diese aber ganz gut. Die Investoren schauen jetzt auf die beginnende Berichtssaison in den USA.

Der deutsche Leitindex tendiert nahe um seinen Eröffnungskurs. Quelle: Reuters

Der deutsche Leitindex tendiert nahe um seinen Eröffnungskurs.

DüsseldorfDer deutsche Aktienmarkt ist mit leichten Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Der Dax schloss 0,17 Prozent niedriger, hielt sich mit 7.204 Punkten aber knapp über der Marke von 7.200 Punkten. Zwischenzeitlich hatte ein Nachbeben im Nordosten Japans den Dax bis auf 7.157 Punkte zurückgeworfen, einen Teil der Verluste machte der Index im Verlauf aber wett.

Vor dem Start der Berichtssaison in den USA hielten sich viele Anleger mit Positionen zurück. Am Abend nach Börsenschluss an der Wall Street wird der Aluminiumkonzern Alcoa traditionell als erster Konzern sein Zahlenwerk vorlegen.

Positive Nachrichten gab es für die Deutsche Börse. Die Nyse Euronext, mit der die Börse fusionieren will, erklärte am Wochenende, dass die Deutschen nach wie vor ihr bevorzugter Fusionspartner seien. Für die Deutsche
Börse geht nach der Rückendeckung des Managements von Fusionspartner Nyse Euronext das Werben um die Gunst der eigenen Aktionäre erst richtig los. Bereits am morgigen Dienstag könnte der Frankfurter Börsenbetreiber seine Offerte offiziell bei der Finanzaufsichtsbehörde BaFin vorlegen, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen. Die Aktie der Deutschen Börsen, die bereits in der vergangenen Woche deutlich zugelegt hatte, gewann erneut ein Prozent auf 55 Euro.

Ohne besondere Nachrichten führte Fresenius SE den Dax an. Die Aktie gewann 1,5 Prozent auf 68,10 Euro.

Der Waschmittel- und Klebstoffhersteller Henkel sieht sich nach Rekordwerten 2010 auf Kurs. Der Konzern sei auf einem sehr guten Weg, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted am Montag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. Das Ergebnis je Vorzugsaktie soll sich um zehn Prozent verbessern. 2010 hatte der Konzern seinen Gewinn fast verdoppeln können. Dank Konjunkturaufschwung und Sparprogramm kletterte der Überschuss um satte 82 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Die Aktie gab dennoch um 0,5 Prozent auf 44,25 Euro nach.

Die Lufthansa hatte im März deutlich unter den Katastrophen in Japan und den Unruhen in Nordafrika zu leiden. Die Ticketverkäufe konnten daher bei Weitem nicht mit dem deutlich ausgeweiteten Flugangebot mithalten, wie Europas größte Fluggesellschaft am Montag in Frankfurt mitteilte. Die Papiere der Lufthansa gaben im Tagesverlauf um 1,5 Prozent auf 14,51 Euro nach.

Autotitel ziehen den Dax nach unten

Autotitel standen nach Absatzzahlen aus China unter Druck. Ein Herunterstufung durch die Credit Suisse belastete Daimler zusätzlich. Die Titel waren mit 2,7 Prozent der größte Verlierer im Dax. Die Analysten von Credit Suisse begründeten ihre Abstufung der Aktie auf "neutral" von "overweight" damit, dass es bessere Optionen für Anleger als die Papiere des Stuttgarter Konzerns gäbe. Darüber hinaus kritisierten nun auch die Vertreter von Kleinaktionären das gemeinsame Angebot mit Rolls-Royce für Tognum von 24 Euro
je Aktie als zu niedrig. "Der Angebotspreis ist aus meiner Sicht nicht angemessen - besonders mit Blick auf die Chancen von Tognum in der Zukunft", sagte Herbert Wild von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). "Ich halte deshalb einen Preis von rund 30 Euro für angemessen."

Auch Volkswagen gehörte heute zu den Verlierern. Ein Rechtsstreit belastet den von Volkswagen gewünschten Zusammenschluss von MAN und der VW-Tochter Scania. Die Staatsanwaltschaft München I hat im Skandal um Schmiergeldzahlungen des Industriedienstleisters Ferrostaal Anklage gegen zwei ehemalige Manager des Konzerns erhoben. MAN hält derzeit noch 30 Prozent an dem Unternehmen und gewann leicht auf 90,09 Euro. Die Papiere von Volkswagen gaben um 1,4 Prozent auf 110,45 Euro nach.

Unter den Finanztitel verlieren die Papiere der Commerzbank um 1,5 Prozent auf 5,18 Euro, nachdem Spekulanten bereits in der vergangenen Woche über Leerverkäufe in Milliardenhöhe eine Wette auf einen Kursverfall der Commerzbank-Aktie aufgebaut hatten.

Im MDax, der ein Prozent im Minus notiert, stand erneut die Aktie von Hochtief im Fokus, die 9,5 Prozent auf 62,26 Euro nachgab. Der Baukonzern wird mit der Hauptversammlung am 12. Mai seinen Vorsitzenden Herbert Lütkestratkötter verlieren, der intensiv um die Unabhängigkeit des von der spanischen ACS attackierten Konzerns gekämpft hatte. Sein Nachfolger wird Frank Stieler, der bereits im Vorstand das Europa-Geschäft verantwortet. ACS unterstütze die Ernennung des Hochtief-Vorstandsmitglieds, sagte eine Person aus dem Umfeld des Kontrollgremiums. Hochtief senkte gleichzeitig seine Gewinnprognose. Wegen der Probleme bei der australischen Tochter Leighton rechnen die Essener nun vor Steuern nur noch mit halb so viel Gewinn wie im Vorjahr. In der vergangenen Woche hatte die Hochtief-Aktie wegen einer Gewinnwarnung für Leighton bereits massiv nachgegeben.

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