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19.06.2012

18:03 Uhr

Börse Frankfurt

Dax ignoriert katastrophale Markterwartungen

Der ZEW-Konjunkturindex sinkt so stark wie seit 14 Jahren nicht mehr. Dax-Anleger spekulieren auf Konjunkturprogramme seitens der Zentralbanken und verhelfendem Leitindex damit zu einem satten Kursplus.

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DüsseldorfIn der Hoffnung auf neue Geldspritzen der Zentralbanken sind Anleger in die europäischen Aktienmärkte eingestiegen. Bestärkt wurden sie in dieser Einschätzung vom überraschend schwachen ZEW-Index. "Frisches Geld ist ja schön und gut, aber die eigentlichen Probleme sind dadurch noch lange nicht gelöst", sagte ein Börsianer. "Daher glaube ich, dass diese Hoffnungsrally schnell wieder ins sich zusammenfällt."
Der Dax beendete den Handel bei 6.363 Zählern und einem Plus von 1,8 Prozent. Für den MDax schließt 2,1 Prozent höher bei 10.297 Punkten. Der TecDax legt bis zum Handelsschluss 1,2 Prozent auf 740 Punkte zu.
Börsianer tippten darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Geschäftsbanken weitere langfristige Billig-Kredite zur Verfügung stellen wird. Einige sagten zudem eine Zinssenkung voraus. Die Währungshüter hatten um den Jahreswechsel herum mit Hilfe zweier sogenannter Langfrist-Tender gut eine Billion Euro in das europäische Finanzsystem gepumpt. Investoren spekulieren zudem darauf, dass auch die Notenbanken der USA und Großbritanniens mit Hilfe neuer Anleihe-Käufe die Konjunktur stützen werden.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:35 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Der ZEW-Index, der die Stimmung der Börsenprofis misst, fiel im Juni um 27,7 Punkte auf minus 16,9 Zähler. Das ist der stärkste Rückgang seit 14 Jahren. "Zum deutlichen Rückgang des Indikators dürfte die Zuspitzung der Lage des spanischen Bankensektors und der über weite Teile des Umfragezeitraums noch unbekannte Ausgang der griechischen Parlamentswahl beigetragen haben", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Aufmerksam verfolgten Börsianer außerdem die Regierungsbildung in Athen. "Die Wahl in Griechenland war kein wirklicher Befreiungsschlag, aber hat auch keine Eskalation ausgelöst", erklärte Oliver Roth, Händler bei Close Brothers Seydler. Börsianer hoffen darauf, dass eine von der konservativen Neuen Demokratie (ND) geführte Regierung den Sparkurs fortsetzt. Dies gilt als Voraussetzung für weitere Finanzhilfen, mit denen die Zahlungsunfähigkeit des hoch verschuldeten Landes verhindert werden soll.
US-Konjunkturdaten wurden von den Anlegern zunächst nicht beachtet: Die Zahl der Wohnungsbaubeginne in den Staaten fällt mit 708.000 im Mai 12.000 geringer aus erwartet. Die Anzahl der Wohnungsbaugenehmigungen fällt dagegen mit 780.000 im Mai 50.000 höher aus als erwartet.

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Die Entscheidung gegen die dritte Startbahn für den Flughafen München ist ein Schlag für die Lufthansa. Bei Europas größter Fluggesellschaft herrscht Alarmstimmung. "Für uns wird auf Dauer Wachstum im Heimatmarkt schwieriger, sollte die dritte Bahn in München nicht kommen", heißt es im Umfeld des Unternehmens. In einem Bürgerentscheid hatten sich die Münchener dem Projekt verweigert. Dennoch verbuchten die Titel einen Tagesgewinn von fast fünf Prozent. Grund hierfür ist das Versprechen seitens Verdis, während der kommenden Wochen keine weiteren Streiks durchführen zu wollen.

VW sorgte für Schwung im Handel mit MAN-Aktien. Die Aktien des Nutzfahrzeug- und Maschinenkonzern kletterten bis zum Handelsschluss um 3,4 Prozent auf 82,96 Euro. In einer Stimmrechtsmitteilung hatte MAN am Vorabend mitgeteilt, VW wolle innerhalb der nächsten zwölf Monate je nach Marktverhältnissen weitere Stimmrechte erwerben .

Kommentare (63)

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Account gelöscht!

19.06.2012, 08:40 Uhr

Der seit Jahren anhaltende griechische Albtraum geht in die Verlängerung.
Die Hängepartie geht weiter.
Das Horrorszenario ist damit nicht vom Tisch.
Nun bleibt es weiter ein korruptes Fass ohne Boden.
Parasiten sind das.
Wann wird endlich ein Stop-Loss gesetzt.

In Spaniens Bankbilanzen greift die Fäulnis um sich.
Nun soll auch noch der Schuldenschirm ausgeweitet werden womit die deutschen Bürgschaften erneut ansteigen !!! Die Luft wird immer dünner !!!
Soll das etwa auch ne positive Nachricht sein ???
Siehe dazu auch: "Bürger-Brandbrief"
Verbrannte Milliarden - Frau Bundeskanzlerin, halten Sie ein !
http://www.welt.de/politik/deutschland/article106621881/Verbrannte-Milliarden-Kanzlerin-halten-Sie-ein.html
Dort kann auch eine Petition gezeichnet werden.

Bald sind Italiens Banken dran.

Der Euro ist die falsche Währung.

Wenn vor diesem Hintergrund die Märkte nicht fallen liegt es möglicherweise nur daran das die negativen Vorzeichen bereits teilweise eingepreist sind oder eine gewisse negativ-Müdigkeit eingesetzt hat bzw. falscher Optimismus oder auch zu viel Liquidität im Markt ist, besonders in den USA.

spekulatius

19.06.2012, 08:56 Uhr

crystal_clear.
Bei dem Wort Parasiten scheint Ihnen ganz warm ums Herz zu werden. Vergessen wir jedoch nicht: es geht um Menschen.
Und das ist garnichtmal so seelchenverliebt formuzliert wie man denken könnte.
Bei Parasiten, denken wir Ihre Entgleisung etwas weiter, wird üblicherweise etwas gegen Ungeziefer unternommen.

So können Sie das doch nicht gemeint haben crystal

fjv2

19.06.2012, 08:59 Uhr

wenn der Euro is ganz auflöst werden die Aktien natürlich in Euro irgendwann wieder steigen...

Mann muss/sollte die Aktien dann mit einer Vergleichswärung wie $ oder Gold vergleichen

Die Firmen lösen sich ja nicht auf...

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