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04.12.2013

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Dax im Absturzmodus

Der Dax verliert innerhalb von zwei Tagen knapp 250 Punkte. Aus Sicht der Commerzbank könnte dies allerdings nur der Beginn einer größeren Korrektur sein. Größte Verlierer waren heute die Konjunkturwerte.

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Börse am Abend

Börsen-News: Börse am Abend

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FrankfurtEinander widersprechende Konjunkturdaten haben am Mittwoch an den Finanzmärkten für ein reges Auf und Ab gesorgt. Am Ende ging der Dax mit einem Verlust von 0,9 Prozent bei 9140 Punkten aus den Handel, nachdem er am Mittag zeitweise um bis zu 1,7 Prozent auf 9069 Punkte gefallen war. Dafür hatten Händler den unerwartet deutlichen Stellenzuwachs in der US-Privatwirtschaft im November verantwortlich gemacht. Denn viele Anleger setzten daraufhin auf eine schnellere Drosselung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank Fed. Der überraschend niedrige Stand des ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe im November dämpfte diese Spekulationen etwas wieder. Auch die Währungen bewegten sich entsprechend. Der Euro rutschte in der Spitze einen halben US-Cent auf ein Tagestief von 1,3529 Dollar ab, erholte sich bis zum Abend aber auf 1,3560 Dollar.

Die ADP-Daten legten nahe, dass auch der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag gut ausfallen werde, erklärte Analyst Thomas Amend von HSBC Trinkaus. Der ISM-Index unterstützte nach Einschätzung von Helaba-Analyst Ulrich Wortberg zwar das Bild einer fortgesetzten Konjunkturbelebung in den USA. Doch habe sich die Beschäftigungskomponente so abgeschwächt, dass die Spekulationen über die Drosselung der Anleihekäufe nicht weiter angeheizt würden.

Am Rentenmarkt sorgten vor allem die ADP-Daten für Kursausschläge. Der Bund-Future verlor 0,65 Prozent auf 140,36 Punkte. Auch die US-Treasuries gaben nach. Entsprechend zogen die Renditen auf breiter Front an. „Der Markt preist eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit für eine Drosselung im Dezember oder Januar ein", erklärte Mike Cullinane, Anleihehändler bei D.A. Davidson in St. Petersburg, Florida.

Dax-Prognosen: Diese Experten warnen Anleger

Dirk Müller I

Dirk Müller, Börsenexperte: „Wenn man jetzt nicht dabei war, dann verstehe ich nicht, wieso man jetzt auf den Höchstkursen hinterherrennen soll. Wie heißt es so schön an der Börse, der Straßenbahn und den verpassten Gelegenheiten rennt man nicht hinterher, die nächste Gelegenheit kommt mit Sicherheit, man sollte warten, bis es wieder günstig Aktien gibt.“

Dirk Müller II

„Der Dax hat jetzt eine riesen Rallye hingelegt, seit dem Sommer. 1500 Punkte am Stück, kann man sagen, ist er nach oben gegangen. Es ist dringend Zeit für eine Korrektur“, sagte Börsenexperte Dirk Müller.

Carl Icahn

Auch der US-Großinvestor Carl Icahn hat mit Blick auf die Niedrigzinsphase vor Übertreibungen und einem Absturz der Aktienmärkte gewarnt. Etliche Unternehmensgewinne seien auf die extrem niedrigen Zinsen zurückzuführen und nicht auf weitsichtiges Management, sagte Icahn auf einer Reuters-Veranstaltung in New York. Seiner Einschätzung nach sind Aktien derzeit teuer. „Der Markt könnte leicht vor einem großen Einbruch stehen.“


Professor Olaf Stotz

„Bei einem so niedrigen Barometer-Stand spricht vieles dafür, dass wir an den Aktienmärkten eine Seitwärtsbewegung oder sogar eine Korrektur sehen werden“, sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School über den aktuellen Stand des Insider Barometers, das das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen mit Commerzbank Wealth Management exklusiv für das Handelsblatt berechnet. Es ist um gut zwölf Punkte auf 71 Zähler gesunken. Bereits Werte unter 90 Punkten gelten als Verkaufssignal.

Fondsmanager Raimund Saxinger

Der Dax könnte bis Mitte Dezember um fünf bis sieben Prozent nachgeben, sagt Fondsmanger Raimund Saxinger von der Frankfurt-Trust Investment GmbH. Enttäuschende Unternehmensergebnisse könnten die quantitativen Maßnahmen der Notenbanken überschatten, sagte Saxinger: “Diejenigen, die ihr Augenmerk auf die Liquiditätslage richten, sind sehr zuversichtlich, weil sie von einer anhaltenden liquiditätsgetriebenen Aufwärtsbewegung ausgehen. Diejenigen aber, die auf die Ergebnisse schauen, dürften mittelfristig zwar optimistisch gestimmt sein, kurzfristig aber eher skeptisch, da sie in den kommenden Wochen keine positiven Quartalszahlen erwarten.”

Hinzu kommt die Bewertung der Standardwerte. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,4 auf Basis der erwarteten Gewinne hat der Dax auf Grundlage von Bloomberg-Daten die höchste Bewertung seit Ende 2009 erreicht. “Wir benötigen eine Verbesserung der Ergebnisse, damit der Markt neuen Schwung gewinnt”, sagte Saxinger. “Letztlich wird das auch geschehen, aber es braucht etwas Zeit. Zunächst wird es wohl zu einer Korrektur kommen.”

Analyst Andreas Hürkamp

„Steigende Bewertungen tragen die Börsenrally. Wenn die Unternehmensgewinne nach drei Jahren ohne Gewinnwachstum nicht bald wieder zulegen, dann drohen im ersten Halbjahr 2014 Rückschläge“, erklärte Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp.

Investor Kurt Björklung

Nach Einschätzung der europäischen Branchengröße Permira sollten sich Finanzinvestoren nicht von den günstigen Kreditkonditionen blenden lassen. „Nur weil man derzeit viel Geld leihen kann, ist es nicht unbedingt eine gute Idee, dies auch zu tun“, sagte Co-Chef Kurt Björklund. Das günstige Marktumfeld verlange ein großes Maß an Disziplin, um nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Permira ist eine der größten europäischen Beteiligungsgesellschaften, die Konzerne wie Hugo Boss und ProSieben Sat1 in ihrem Portfolio hat.

Der nächste große Impulsgeber in Europa sei derweil die Sitzung der EZB, stellten die Analysten der Metzler Bank fest. „Hier sprechen die jüngsten Inflations- und Stimmungsdaten allerdings gegen eine akute Notwendigkeit weiterer expansiver Maßnahmen." Daher rechnen die meisten Analysten auch nicht mit einer weiteren Zinssenkung. Angesichts der niedrigen Inflation hatten die Notenbanker die Märkte vor vier Wochen mit einer Senkung des Leitzinses auf das Rekordtief von 0,25 Prozent überrascht. Im Fokus der Ratssitzung und möglicherweise auch der anschließenden Pressekonferenz dürfte daher die Inflation stehen. Die EZB-Ökonomen werden ihre aktualisierte Prognose für die Teuerung in der Euro-Zone veröffentlichen.

Kommentare (58)

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otto1

04.12.2013, 08:23 Uhr

Vorsichtige Meinungskäufe am Morgen - das ist schlau!!

Herr_Dax

04.12.2013, 08:40 Uhr

Erst einmal den VOR Mittag abwarten.

Am NACH Mittag kann ich dann sagen was man hätte kaufen müssen.

Es hat sich ja seit Tagen gezeigt das meine Aussagen mit
beste Kurse VOR Handelsstart ,oder wenn es am Tag gepasst hat, NACH Handelsstart völliger Blödsinn waren.

Natürlich auch meine Aussage über meine MüRü " immer Tagesgewinner und ab 9 Uhr IMMER UP waren falsch.
Auch alle meine Lieblingsaktien wie Sie,Con,ALV....
kann ich erst am NACH Mittag sagen ob es Gewinner waren.

Aber gestern haben die Mächtigen ihre billigen neuen Einstiegskurse bekommen,das natürlich wie immer ohne Verlust,denn deren Maschinen sind auf immerwährenden Gewinn programmiert.

Das Casino bleibt weiterhin geöffnet,nie war es so einfach sozialversicherungsfreies Geld zu verdienen( ausser gestern), aber

GELD MACHT GELD

Programmierer

04.12.2013, 08:46 Uhr

Natürlich ist das schlau, gestern war der Dax bei 9200 nach. Xetraschluss
da konnte man einsteigen zu Kursen die es im geregelten Handel nicht gab.
Man kennt das doch schon. Futuremaschinen sind leichter zu "bearbeiten " als
der Xetrahandel

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