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05.06.2015

17:46 Uhr

Börse Frankfurt

Dax im Kreuzfeuer

Ewige Griechenland-Krise, schwächelnde US-Konjunktur, Tumulte auf dem Rentenmarkt – Ungemach drohte dem Dax von vielen Seiten. Am Ende verlor der Deutsche Aktienindex am Freitag über ein Prozent. Eine schwache Woche.

Börse am Abend

Griechenland verunsichert Investoren

Börse am Abend: Griechenland verunsichert Investoren

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FrankfurtAm Freitag haben die Anleger mal wieder unfreiwillig starke Nerven beweisen müssen. Wie so oft in den letzten Wochen sahen sich die Aktienmärkte gleich von mehreren Seiten mit Herausforderungen konfrontiert. Teilweise stürzte der Dax bis zu anderthalb Prozent ab. Starke US-Daten wirkten nur zeitweise stützend. Trotz Euro-Absturzes schloss der Dax letztlich 1,2 Prozent niedriger bei 11.197 Punkten. Allem voran bereitete die Griechenlandkrise weiter Sorgen. Aber auch vom Rentenmarkt, der am gestrigen Feiertag seinen zweiten krachenden Absturz innerhalb eines Monats erlebte, kam Verunsicherung - obgleich sich die dortige Lage wieder beruhigen konnte.

Der entscheidende Faktor im heutigen Handel war die Lage auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt. Am Nachmittag kam noch vor Wall Street-Auftakt der Mai-Bericht aus Washington. Insgesamt schuf die US-Ökonomie außerhalb der Landwirtschaft 280.000 neue Arbeitsstellen. Prognostiziert waren nur 226.000, nachdem die US-Ökonomie im April 223.000 neue Jobs geschaffen hatte. Die separat berechnete Arbeitslosenquote indes stieg leicht auf 5,5 Prozent und rückt damit wieder von ihrem Siebenjahrestief von 5,4 Prozent ab. Nach Bekanntgabe der Zahlen konnte der Dax bis zu einem Drittel seiner Verluste abbauen.

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Der Aktionär ist mit einem bestimmten Euro-Betrag (mindestens ein Euro) am Grundkapital beteiligt.

Quelle

„Aktien für Dummies“, Autoren: Christine Bortenlänger und Ulrich Kirstein. ISBN: 978-3-527-71018-8

Europas Börsen liefen durchweg im Minus. Auch die zweite Frankfurter Reihe notierte deutlich unter dem schon schwachen Vortagsniveau. Da half es auch nicht, dass die deutschen Auftragseingänge im April um 1,4 Prozent im Vergleich zum März gestiegen sind. Der MDax schloss 1,3 Prozent leichter auf 20.010 Zählern, der TecDax verlor ebenfalls 1,2 Prozent bei 1671 Punkten. Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50, sackte um 1,2 Prozent ab auf 3513 Stellen. In New York trugen der starke Arbeitsmarktbericht Früchte in Form von neuerlichen Spekulationen um eine frühere Zinswende. Der Dow-Jones notierte zum Frankfurter Handelsschluss 0,2 Prozent leichter bei 17.876 Punkten.

Größter Belastungsfaktor bleibt die Griechenlandkrise. Der Regierung Tsipras läuft die Zeit immer weiter davon, einen Staatsbankrott noch zu verhindern. Athen bekomme nun zwar mehr Zeit zur Begleichung seiner Milliardenschulden an den Internationalen Währungsfonds, eine Lösung des Streits sei aber weiter nicht in Sicht, sagte ein Börsianer. Der IWF gewährte der griechischen Regierung Aufschub für eine eigentlich am Freitag fällige Kredittranche in Höhe von 300 Millionen Euro. Das Geld muss nun erst am Monatsende zusammen mit den anderen im Juni noch fälligen Tranchen im Volumen von insgesamt 1,6 Milliarden Euro gezahlt werden.

Entgegen erster Planungen soll es am Freitag nun doch kein Spitzentreffen auf EU-Ebene zur Lösung der griechischen Finanzkrise in Brüssel geben. Dies verlautete am Donnerstagabend aus EU-Kreisen. Die jüngste Entwicklung wie etwa die Bündelung der an den IWF zu zahlenden Tilgungsraten sei kein gutes Zeichen. Es werde jetzt noch schwieriger, hieß es. Vor allem die Heimatbörse geriet enorm unter Druck. Der Athener Leitindex verlor bis zu 3,9 Prozent.

Immerhin gab es von andere Seite Entspannungssignale. Nach den gestrigen Tumulten auf den Rentenmarkt, beruhigte sich die Kurse der meisten Anleihen wieder. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 0,884 Prozent zurück. Ausgelöst hatte die Turbulenzen EZB-Chef Mario Draghi. Dieser hatte auf der monatlichen Pressekonferenz nicht viel Neues zu erzählen. Doch gerade das enttäuschte die Börsianer. Diese hatten nach dem heftigen Absturz der Anleihemärkte im Mai auf Maßnahmen gegen die Volatilität gehofft. Der oberste Notenbanker aber gab lapidar den Hinweis, dass die Marktteilnehmer mit mehr Bewegung auf den Rentenmärkten rechnen müssen.

Kommentare (1)

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Frau Handelsblatt Redaktion

05.06.2015, 07:38 Uhr

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