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04.09.2012

18:12 Uhr

Börse Frankfurt

Dax im Minus - Anleger hoffen auf EZB

Vor der EZB-Sitzung am Donnerstag wagen sich die Anleger nicht aus der Deckung. Über weite Strecken dümpelte der Dax am Dienstag knapp unter 7000 Punkten. Schlechte US-Daten drückten den Index deutlich ins Minus.

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DüsseldorfSchlechte Daten zur US-Konjunktur haben den Dax am Dienstag Verluste beschert. Nachdem der Leitindex über weite Strecken des Tages leicht unter der 7000-Punkte-Marke gedümpelt hatte, ging das Börsenbarometer mit einem Minus von 1,2 Prozent und 6932 Punkten in den Feierabend. Der MDax rutschte um 1,3 Prozent auf 10.905 Stellen, der TecDax verlor 0,7 Prozent und schloss bei 793 Zählern.

Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA war im August auf 49,6 gefallen. Von Bloomberg News befragte Analysten hatten mit einem Anstieg von 49,8 im Juli auf 50,0 Punkte gerechnet. Darüber hinaus fielen die Bauausgaben in der größten Volkswirtschaft der Welt im Juli um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Ökonomen einen Anstieg um 0,4 Prozent prognostiziert hatten.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Zuvor stand der Börsentag ganz im Zeichen der am Donnerstag stattfindenden EZB-Sitzung, bei der Mario Draghi voraussichtlich Details zu den geplanten Anleihekäufen der Eurozonen-Peripherieländer vorstellen wird. Entsprechend zurückhaltend agierten die Anleger im Vorfeld.

Bereits am Morgen wurden die Kurse von einer Ansage der Ratingagentur Moody's unter Druck gesetzt. Sie hat die Europäische Union (EU) vor einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gewarnt. Die Ratingagentur senkte in der Nacht zum Dienstag den Ausblick für die Top-Bonitätsbewertung der EU auf negativ. Sie begründete dies mit den negativen Aussichten für die Spitzennote der vier Schwergewichte Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande, die am meisten zum EU-Haushalt beitragen.

Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi vor EU-Abgeordneten sorgten allerdings für ein Gegengewicht. Den Parlamentariern zufolge hatte Draghi erklärt, der Kauf von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren stelle keine Staatsfinanzierung dar. Dies ist für einen Händler ein Indiz dafür, dass die EZB in der Schuldenkrise nun doch aggressiver vorgehen will. Die Warnung der US-Ratingagentur Moody's, die Kreditwürdigkeit der EU - also inklusive von Nicht-Euro-Staaten wie Großbritannien - zu senken, rücke durch die Hoffnungen auf die EZB in den Hintergrund.

Die Woche an den Märkten

Montag

Die neue Woche beginnt mit Daten für das verarbeitende Gewerbe in den einzelnen Staaten der Euro-Zone. Sogar für schwächere Staaten wie Italien rechnen die Experten mit einem Anstieg im Vergleich zum Juli.

Dienstag

Für den Euro-Raum gibt es die Juli-Erzeugerpreise, die zwar weiter zurückgehen dürften, jedoch weniger stark als im Vormonat. Aus den USA kommt der ISM-Index zum verarbeitenden Gewerbe im August, der auf dem Niveau vom Juli liegen dürfte.

Mittwoch

Der Dienstleistungsindex für die Länder der Euro-Zone bestimmt am Vormittag den Handel. Allgemein rechnen die Experten mit einer weiteren Enttäuschung. Am Nachmittag dominieren dann von der Wall Street aus die Daten zu den Lohnstückkosten und zur Produktivität im verarbeitenden Gewerbe im zweiten Quartal. Beide Indikatoren werden eher wenig Überraschungspotenzial bieten.

Donnerstag

Heute ist der wichtigste Tag der Woche, nicht nur, weil die Europäische Zentralbank ihre Zinsentscheidung bekanntgibt. Dabei dürfte wie im vergangenen Monat schon eher der Ausblick von Präsident Mario Draghi als die tatsächliche Zinsentscheidung im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stehen. Ebenfalls gibt es an diesem Tag Zahlen zum europäischen Inlandsprodukt im zweiten Quartal sowie die Auftragseingänge der deutschen Industrie im August. In den USA stehen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe an sowie der ISM-Index für das nichtverarbeitende Gewerbe.

Freitag

Die deutsche Handelsbilanz und Industrieproduktion im Juli beschließen mit dem Arbeitsmarktbericht der USA die Woche.

Die Spitzen-Bewertung „AAA“ für die EU behielt Moody's zwar bei. Trotzdem könnte der Warnschuss den Druck auf die EZB erhöhen, bei ihrer Sitzung am Donnerstag einen detaillierten Plan zur Bekämpfung der europäischen Schuldenkrise vorzulegen. Im Juli hatte Moody's die Top-Note für die Bonität Deutschlands, der Niederlande und Luxemburgs bestätigt, nahm aber den Ausblick von „stabil“ auf „negativ“ zurück.

Wenig Auswirkung auf das Börsengeschehen hatten die am Nachmittag ebenfalls bekanntgegebenen Erzeugerpreise der Eurozone. Sie waren im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent gestiegen. Von Bloomberg News befragte Analysten hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet.

Kommentare (26)

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Account gelöscht!

04.09.2012, 07:23 Uhr

Erfreulich wenn die 7 000 Punkte im "Angstmonat" gehalten werden können.

Account gelöscht!

04.09.2012, 07:24 Uhr

Die Ratingagentur Moody's erhöht den Druck auf die Europäische Union...
Man kann über die amerikanischen Ratingagenturen denken wie man will, fakt ist das die EU sich jeden Tag mehr auf ein finanzielles Deasaster zu bewegt. In einem solchen Umfeld (Dax bei über 7000) noch Aktien zu kaufen ist nicht nur naiv sondern extrem kurzsichtig gedacht. In der gesamten EU wird mehr und die Binnennachfrage wegbrechen, die Exportzahlen sind bereits fallend. Einzig und allein immer auf die Geldschwemme der EZB zu hoffen hat mit vernünftiger Aktieninvestition nichts mehr zu tun - die Gier beherrscht im Moment die Märkte, dies hat noch nie langfristig funktioniert.

Account gelöscht!

04.09.2012, 07:26 Uhr

Desaster

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