Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2011

06:00 Uhr

Börse Frankfurt

Dax im Minus, Euro gibt kräftig nach

Am deutschen Aktienmarkt kehrt Ernüchterung ein. Von der Dynamik des Jahresauftakts ist nichts mehr übrig. Nach einem plötzlichen Kurssturz notiert der Dax zum Handelsende im Minus. Der Euro gab ebenfalls deutlich nach. Für Unruhe sorgt die Schuldenkrise in Europa. Einer der angeschlagenen Staaten hat heute den Anleihemarkt getestet.

Händler in Frankfurt: Der Dax schmiert erneut ab. dpa

Händler in Frankfurt: Der Dax schmiert erneut ab.

HB FRANKFURT. Die Euphorie zum Jahresstart ist erst einmal verflogen. Der Dax hat sich am Mittwoch weiter von der 7000-Punkte-Marke entfernt. Der Leitindex schloss 0,5 Prozent schwächer bei 6 939 Punkten. Händler begründeten das Minus mit Gewinnmitnahmen und der Sorgen vor einer erneuten Verschärfung der Euro-Schuldenkrise.

Der Dax grenzte seine Verluste aber ein, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten des privaten Dienstleisters ADP wesentlich besser ausgefallen waren als erwartet. Demnach wurden im Dezember in den USA 297.000 Stellen geschaffen, Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 100.000 Jobs gerechnet. Auch der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA stieg im Dezember so stark wie seit vier Jahren nicht mehr. Die Börsen in New York drehten kurz vor Handelsschluss in Europa ins Plus. Der Euro-Stoxx50 verlor 0,5 Prozent auf 2830 Punkte.

Die Anleger am deutschen Markt waren nervös, was sich auch am Volatilitätsindex VDax ablesen ließ, der zeitweise um 5,5 Prozent auf 20,89 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember 2010 stieg. Für Sorgenfalten sorgte das mit Haushaltsproblemen kämpfende Portugal, das bei der Begebung einer sechsmonatigen Anleihe deutlich höhere Zinsen zahlen musste als bei einer früheren Auktion im September. "Einen generellen Trend für die nächste Zeit sollte man aus dem heutigen Tag aber nicht ablesen", sagte ein Händler. Viel mehr Beachtung sollte dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag geschenkt werden, der den Takt für die kommenden Wochen vorgeben könnte.

Größte Verlierer im Dax waren die Aktien von Metro, die 4,1 Prozent tiefer schlossen. Händler verwiesen auf einen Analystenkommentar der Commerzbank, demzufolge die Ergebnisse des Einzelhandelskonzerns für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2010 enttäuschend ausfallen könnten. Vor allem der Umsatz der Elektronikmärkte Media Markt und Saturn dürfte für Irritationen sorgen, hieß es den Angaben zufolge.

Weit oben auf der Verliererliste standen auch die Aktien von ThyssenKrupp mit einem Abschlag von drei Prozent. Infolge der massiven Beeinträchtigungen der Kohleproduktion durch das Hochwasser in Teilen Australiens rechnet der größte deutsche Stahlkocher im Frühjahr mit höheren Kohlekosten, die er weitereichen will. Australien ist der größte Kohleproduzent der Welt, Kokskohle ist neben Eisenerz der wichtigste Rohstoff für die Stahlindustrie. Die Aktien des ThyssenKrupp-Rivalen Salzgitter gaben 2,8 Prozent nach.

Auf der Gewinnerseite standen dagegen Daimler mit einem Plus von 3,1 Prozent auf 53,60 Euro. Ein Händler vermutete dahinter eine Umschichtung der Anleger aus BMW-Titeln in Daimler. Die Daimler-Aktien hatten 2010 um 36 Prozent zugelegt, die Papiere des Rivalen BMW dagegen um 85 Prozent. Die Anteilsscheine von BMW sanken am Mittwoch um 1,2 Prozent auf 60,03 Euro. Andere Börsianer verwiesen zudem auf gute Aussichten für den Lkw-Bauer Daimler am US-Markt in diesem Jahr.

Zu den größten Gewinnern zählten zudem die Aktien von Beiersdorf mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent. Händler machten Spekulationen auf einen möglichen Verkauf der von der Familie Herz gehaltenen Beiersdorf-Anteile an den amerikanischen Konzern Procter & Gamble für den Auftrieb verantwortlich. Aus unternehmensnahen Kreisen hieß es indes, zwischen der Familie und dem US-Konzern habe es keine Gespräche gegeben.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Alf

05.01.2011, 11:11 Uhr

Jetzt einsteigen!
Das Grosskapital will einsteigen und braucht bessere Einstiegswerte, - daher der "plötzliche" Kursrutsch - und Handelsblatt spielt bei der Lobby mit!!

Alibaba

05.01.2011, 11:17 Uhr

Dumm gelaufen!

Artikel und Kursrutsch erfolgen zur gleichen Zeit!

Das wurde abgestimmt, oder es gab bei Handelblatt einen Hellseher!

aruba

05.01.2011, 12:19 Uhr

Guten Tag,.... Alibaba;.... keine Hexerei. Es gibt fuer solche Faelle immer zwei Artikel. Einer mit Hurrageschrei und Aufschwung ohne Ende und einer mit Weltuntergang und Selbstmordgedanken. Die Jungs haben soviel Ahnung davon wie Sie und ich. Ein Knopfdruck genuegt. Auch hat kaum einer von uns Echte Echtzeitkurse ( nicht Realtime ). Keine bank der Welt laesst das laestige Kundenvolk direkt an die boerse,... es gibt mehrere Filter. ( Zeitgewinn ) besten Dank

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×