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07.12.2012

17:52 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Jahresendrally mit kleinem Schönheitsfehler

Der Dax hat eine gute Woche hinter sich. Daran ändert auch das moderate Minus vom Freitag nichts. Investoren nahmen die Gewinne mit, andere hofften auf die Jahresendrally. Die T-Aktie brach ein.

Vorsicht bei Jahresendrally

Video: Vorsicht bei Jahresendrally

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FrankfurtDax-Investoren schwankten zwischen Hoffen und Bangen. Der Dax änderte mehrmals das Vorzeichen und schloss schließlich mit einem moderaten Minus von 0,2 Prozent bei 7.517 Punkten. Gewinnmitnahmen standen mit der Jahresendrally auf der Waage.

Für einen kurzen Sprung in die Gewinnzone sorgte der US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag. Die US-Wirtschaft hat im November deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 146.000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte.

In den Rezessionsjahren 2007 bis 2009 stieg die Arbeitslosenquote zeitweise über die Marke von zehn Prozent. Obwohl sie seither gesunken ist, sind die Vorkrisenwerte von rund fünf Prozent noch immer weit entfernt.

Charts der Woche: Diese Aktien gehen auf Jahresendrally

Charts der Woche

Diese Aktien gehen auf Jahresendrally

Nun scheint die Dezember-Party doch noch loszugehen. Neben dem allgemeinen Stimmungshoch sorgen einige Unternehmen für Überraschungen – manche indes auch für negative. Die Charts der Woche.

Für etwas Unsicherheit sorgte Händlern zufolge ein Erdbeben vor der Nordostküste Japans mit einer Tsunami-Warnung und der trübe Konjunkturausblick der Bundesbank. Außerdem nahmen wohl einige Investoren ihre Gewinne mit. Zudem war das Verbrauchervertrauen in den USA überraschend gefallen. Der Dax hat auf Wochensicht rund 1,5 Prozent zugelegt.

Doch die Grundstimmung blieb optimistisch. „Der Anlagenotstand ist offenbar immer noch groß“, sagte ein Börsianer. Investoren, die die Rally der vergangenen Wochen verpasst hätten, nutzten jede Gelegenheit, um in den Markt hineinzukommen. „Das ist mehr als nur Bilanzkosmetik vor dem Jahresende.“ Üblicherweise versuchen einige Fondsmanager in der Vorweihnachtszeit ihre Portfolios aufzuhübschen, indem sie diejenigen Werte, die bislang gut gelaufen sind, nachkaufen.

Größere Gewinnmitnahmen seien nicht zu erwarten, betonte ein Börsianer. „Denn wo liegen die Alternativen?“ Anleihen würfen schließlich kaum etwas ab und Engagements in europäischen Peripherie-Ländern seien risikobehaftet. Daher würden viele Investoren kleinste Rücksetzer sicherlich zum Einstieg nutzen.

Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

„Einen richtigen Auslöser für die Rally gibt es eigentlich nicht“, sagte ein Händler. „Aber es setzt sich immer stärker die Erkenntnis durch, dass es zur Aktie als Geldanlage keine Alternative gibt, was die Rendite angeht.“ Außerdem hübschten institutionelle Investoren zum Jahresende traditionell ihre Bilanzen auf, indem sie gut gelaufene Anlagen verstärkt zukauften. Ohne nachhaltigen Einfluss auf die Kurse blieb die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins wie erwartet bei 0,75 Prozent zu belassen.

Diese "Turnaorund"-Wetten haben funktioniert

Wette 1

Pro Sieben Sat 1. galt Anfang 2009 als sicherer Pleitekandidat. Zu hoch verschuldet, keine Wachstumsperspektiven. Die Aktie rutschte auf 0,90 Euro ab. Mittlerweile, rund drei Jahre später, kosten die Papiere wieder mehr als 18 Euro. Zeitweise notierte die Aktie sogar bei mehr als 25 Euro.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,90 Euro

Aktienkurs heute: 18 Euro

Wette 2

Hugo Boss hat eine ganz ähnliche Geschichte wie Pro Sieben Sat 1. Bei beiden Unternehmen stieg einst Finanzinvestor Permira ein. Den Kaufpreis durften die MDax-Konzerne freundlicherweise selbst bezahlen, die Schuldenquote stieg. Während der Finanzkrise mieden Investoren Aktien von Unternehmen, die hoch verschuldet waren, auch Hugo Boss. Doch der Modekonzern zahlt seine Schulden pünktlich zurück. Mehr noch: er verdient prächtig.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 8,82 Euro

Aktienkurs heute: 74 Euro

Wette 3

SAF Holland galt lange Zeit als sicherer Pleitekandidat. Die Banken wollten keine Kredite mehr locker machen, der Schuldenstand wuchs. Doch der LKW-Zulieferer hat die Krise überstanden, die Produkte von SAF sind gefragt.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,35 Euro

Aktienkurs heute: 4,60 Euro

Wette 4

Infineon galt einst als die heißeste Wette im Dax. Monatelang bangten die Anleger 2008 und 2009 um den Chiphersteller. Wegen der Finanz- Und Wirtschaftskrise verbrannte Infineon das Geld in Windeseile. Wer damals an das Unternehmen glaubte, wurde reich belohnt.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,39 Euro

Aktienkurs heute: 5,50 Euro

Wette 5

Continental wurde voll von der Finanzkrise, die zu einer Krise der Autoindustrie wurde, erwischt. Banken taten sich bei der Finanzierung schwer, der Aktienkurs rutschte. Schnäppchenjäger griffen zu.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 10,99 Euro

Aktienkurs heute: 80 Euro

Wette 6

Villeroy & Boch ist in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen geraten. Der Hersteller von Badezimmer-Ausstattungen musste eine Millionenstrafe wegen Preisabsprachen bezahlen, der Aktienkurs rutschte in der Folge ab. Wer einstieg, hat alles richtig gemacht

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 3,10 Euro

Aktienkurs heute: 7,50 Euro

Kommentare (42)

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wellenreiter

07.12.2012, 07:16 Uhr

In der ersten Jahreshälfte 2011 hatten wir Xetra-Intraday schon mehrfach die 7600 gesehen,bevor der Absturz auf unter 5000 kam.

Hamburger_Marktschreier

07.12.2012, 07:17 Uhr

Die Gelddruckmaschine Dax läuft auch heute wieder auf Hochtouren sämtliche Risiken sind auf einmal verschwunden - sensationell, das gab es noch nie! immer nur kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaaaaaaaaaaaaaaaaaaufen, am Montag könnte es schon keine Aktien mehr geben. Jeder kann bald einen Bentley fahren.

KBM

07.12.2012, 07:40 Uhr

Momentan ist mir die Stimmung zu euphorisch, rund 600 Punkte in kürzester Zeit. Dazu die Aussagen von Geithner, dass er lieber über die Fiskalklippe gehen will anstatt einem Deal ohne Steuererhhungen zuzustimmen. Und schließlich auch Berlusconi und Italien, wo Neuwahlen drohen oder spätestens im Frühjahr alle bisherigen Vereinabarungen wohl in Frage gestellt werden.
Ich denke ist nur die Frage wann man Gewinne mitnehmen will, will ich das noch weiter ausreizen? Die Nachrichtenlage wird demnächst wohl wieder kippen, Frage ist nur wann.

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