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18.06.2015

17:50 Uhr

Börse Frankfurt

Dax kämpft sich 300 Punkte nach oben

Eine optimistische Wall Street hat dem Dax am Donnerstag ins Plus verholfen. Zwischen Höchst- und Tiefstkurs liegen rund 300 Punkte. Dabei sind die Sorgen um den griechischen Schuldenstreit keineswegs beigelegt.

Börse am Abend

Dank US-Börsen – Dax dreht ins Plus

Börse am Abend: Dank US-Börsen – Dax dreht ins Plus

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FrankfurtDie Politik bestimmt in diesen Tagen die Märkte. Am Mittwochabend sprach die Fed-Chefin Janet Yellen Klartext über die Leitzinsen. „Eine Anhebung in diesem Jahr ist möglich“, sagte sie auf der Pressekonferenz der US-Notenbank. Zugleich senkte die Fed die Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft für das laufende Jahr.

Die Botschaft taugt eigentlich nicht unbedingt dazu, gute Laune zu verbreiten. Und so verharrte der Dax den größten Teil des Tages im Minus. Erst die optimistische Wall Street verhalf dem Index zu Gewinnen. Die US-Anleger interpretierten Yellens Aussagen als einen Hinweis auf eine sanfte Zinswende. Mit ihrem Optimismus steckten sie auch die europäischen Anleger an. Der Dax gewann am Ende der Tages 1,1 Prozent und schloss bei 11.100 Punkten. Dabei schwankte der Index heftig. Zwischen dem Höchstkurs (11.109) und dem Tiefstkurs (10.806) lagen rund 300 Punkte.

Der Werkzeugkasten der EZB

Oberstes Ziel: Preisstabilität

Die Europäische Zentralbank (EZB) soll die Preisstabilität im Euroraum wahren. Sie soll auch die Wirtschaftspolitik unterstützen, wenn das Ziel stabiler Preise nicht beeinträchtigt wird. Ein Blick in den Werkzeugkasten der Notenbank:

Strafzinsen

Parken Banken Geld bei der EZB, müssen sie dafür inzwischen Zinsen zahlen. Das soll die Kreditvergabe ankurbeln.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Weniger Zinsentscheidungen

Seit diesem Jahr werden geldpolitische Entscheidungen nicht mehr alle vier Wochen, sondern nur noch alle sechs Wochen verkündet. Die EZB will Erwartungen an den Finanzmärkten eindämmen und ihren Maßnahmen mehr Zeit zur Entfaltung geben.

Staatsanleihen-Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euroländer bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen.

Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei unter Bedingungen bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen keine Anleihe.

Seit März 2015 erwirbt die EZB im Rahmen eines erweiterten Kaufprogramms („Public Sector Purchase Programme“/PSPP) in großem Stil Staatsanleihen. Monatlich sollen so 60 Milliarden Euro billiges Zentralbankgeld in Umlauf gebracht werden - bis September 2016.

Dabei schläft die Griechenlandkrise nicht, im Gegenteil Die Lage wird immer dramatischer. Das zeigte sich auch am Zustand des griechischen Aktienmarktes. Der Leitindex fiel am Donnerstag um 4,3 Prozent auf 651,78 Punkte. Das war der niedrigste Stand seit September 2012, als ebenfalls die Schuldenkrise die Anleger verunsichert hatte. Der Bankenindex sank um 5,8 Prozent. Ein überraschender Primärüberschuss und die Aussage Angela Merkels, dass eine Einigung mit Griechenland auch in letzter Minute noch möglich sei, schoben die Athener Börsen allerding für einige Zeit auch ins Plus.

Griechenland und seine Geldgeber stehen unter hohem Zeitdruck, ihren Schuldenstreit beizulegen. Das laufende Hilfsprogramm, auf dessen Basis die Regierung in Athen auf kurzfristige Zahlungen von rund 7,2 Milliarden Euro hofft, läuft Ende des Monats aus.

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