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17.07.2017

17:54 Uhr

Börse Frankfurt

Dax kämpft um die 12.600-Punkte-Marke – und verliert

VonIlias Stampoulis

Vor der mit großer Spannung erwarteten EZB-Sitzung am Donnerstag halten sich Europas Anleger merklich zurück. Weder Wall Street noch Konjunkturdaten konnten am Montag Käufer aufs Parkett locken. Der Dax lässt Punkte.

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FrankfurtEuropas Anleger sind vorsichtig in diese so wichtige Juli-Woche gestartet. Der Dax fiel am Montag früh unter die 12.600-Punkte-Marke und pendelte anschließend zwischen leichten und mittleren Verlusten. Am Ende schloss der Deutsche Aktienindex im Späthandel 0,4 Prozent tiefer bei 12.587 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 lief 0,2 Prozent tiefer bei 3519 Punkten. Weder starke chinesische Wirtschaftsdaten noch die Wall Street hatten die Anleger aus der Reserve locken können, was deutlich macht, wie zurückhaltend das Parkett vor dem EZB-Ratssitzung am Donnerstag ist, dem entscheidenden Termin der nächsten Wochen.

Nicht viel weniger als ein geldpolitischer Paradigmenwechsel steht zur Disposition, wenn die europäischen Währungshüter in Frankfurt zusammentreffen und Mario Draghi anschließen vor die Presse tritt. Die große Frage: Kommt der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik? Der Druck auf die Zentralbanker, die Zügel zu straffen, wird immer größer. Nicht nur der Bundesfinanzminister mahnt, auch in den eigenen Reihen formiert sich Widerstand, vor allem die Bundesbank und ihr Präsident Jens Weidmann fordern einen Kurswechsel.

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Aber auch wenn die öffentliche Diskussion ein anderes Bild zeichnet: Dass Draghis Mannen am Donnerstag tatsächlich hinuntersteigen in den Maschinenraum der EZB, um an dem geldpolitischen Stellschrauben zu drehen, ist mehr als unwahrscheinlich. Eine Anhebung des Leitzinses – ausgeschlossen. Genau so beim Einlagenzins. Erst heute ergab eine Bloomberg-Umfrage, dass Ökonomen die Strafzinsen für Banken frühestens im letzten Quartal 2018 fallen sehen. Ohnehin ist die vorgegebene Marschroute der EZB folgende: Die Zinsen werde erst angerührt, wenn das Anleihekaufprogramm beendet ist.

Die Zinsen sind also kein Thema, vielmehr geht es um die Frage, ob sich bei den Anleihekäufen etwas ändert. Bis Ende Dezember 2017 erwirbt die Zentralbank monatlich 60 Milliarden Euro an staatlichen und privaten Wertpapieren, insgesamt hat das Programm ein Zwei-Billionen-Euro-Volumen. Sollte der Rat diese Käufe zurückfahren, wäre es tatsächlich die große geldpolitische Wende, galt seit Ausbruch der Euro-Krise doch die Devise: Zügel locker lassen und Geldschleusen öffnen. Auf dem Parkett geht man davon aus, dass die Währungshüter erst in der Septembersitzung aktiv werden. Am Donnerstag dürfte Mario Draghis Aufgabe vor allem darin liegen, diese ersten Schritte verbal vorzubereiten.

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Das könnte zum Beispiel so aussehen, als dass die die offizielle Ratserklärung die bisher verwendete Passage, Anleihekäufe bis Ende 2017 „oder erforderlichenfalls darüber hinaus“ zu tätigen, ausspart. Commerzbank-Volkswirt Michael Schubert etwa erwartet, dass die EZB die Option streicht, das monatliche Volumen ihrer Anleihekäufe bei Bedarf erneut aufzustocken. „Denn dies erscheint angesichts der sehr robusten Konjunktur als sehr unwahrscheinlich.“

Die Erwartungshaltung der Märkte ist groß, dementsprechend hoch ist das Risiko für Enttäuschungen. Sowohl für den Fall, dass die Wende zu früh kommt, als auch im Szenario einer Verschleppung des Ausstieges. Daher tut die EZB gut daran, behutsam vorzugehen und die mittelfristig nahende Normalisierung kommunikativ zu begleiten.

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