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24.09.2012

18:02 Uhr

Börse Frankfurt

Dax kann 7.400-Punkte-Marke retten

Die Profis sind uneins über den Verlauf der Aktienkurse. Das Kursniveau bleibt hoch, obwohl der Ifo-Index eine andere Sprache spricht. Am Montag fällt der Dax zeitweise unter 7.400 Punkte - die Risiken sind da.

Börse Frankfurt am Abend

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DüsseldorfDie Anleger am deutschen Aktienmarkt haben zum Wochenstart den Rückwärtsgang eingelegt. Der Dax schloss am späten Nachmittag nach schwachen deutschen Wirtschaftsdaten 0,5 Prozent tiefer bei 7.413 Zählern, nachdem er zeitweise bis auf 7.388 Punkte gefallen war. Am Freitag hatte der Leitindex noch 0,8 Prozent fester bei 7.452 Punkten geschlossen. Der MDax sackte um ein Prozent auf 11.104 Punkte ab. Der TecDax ging um 0,4 Prozent auf 816 Punkte zurück.

Der am Vormittag veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex zeigte sich auch im September rückläufig und sank auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2010. „Es ist keine Stimmungsaufhellung in Sicht“, sagte Analyst Bernd Hartmann von der VP Bank in Vaduz. Selbst die Ankündigung eines unlimitierten Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank EZB habe es nicht geschafft, das Geschäftsklima zu verbessern.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:50 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Auch der Kurs des Euro gab nach. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,2915 Dollar und lag damit mehr als einen halben US-Cent unter dem New Yorker Freitagsschluss.
Das Dauerthema Schuldenkrise stand ebenfalls am Montag im Fokus. Die Euro-Länder wollen die Schlagkraft des künftigen Euro-Rettungsfonds um ein Vielfaches über die vorgesehenen 500 Milliarden Euro hinaus erhöhen.

In Spanien lässt sich die Regierung mit einem Hilfsantrag zur Finanzierung ihrer Schulden weiter Zeit. "Spanien wird das tun, was es tun muss, aber ohne Eile", antwortete Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Samstag auf die Frage, ob die Regierung in den kommenden Tagen einen solchen Antrag stellen werde.

Den Dax-Aufsteigern Continental und Lanxess wurden am Montag die kalte Schulter gezeigt. Die Aktien des Autozulieferers und des Chemiekonzerns verloren 2,5 und 0,4 Prozent. Die beiden Papiere verdrängten MAN und Metro in den MDax, wo sie um 0,6 beziehungsweise 1,2 Prozent nachgaben.

Größter Verlierer im Dax waren die Papiere der Commerzbank mit einem Minus von 3,7 Prozent. Händler verwiesen auf einen negativen Analystenkommentar sowie neuerliche Gewinnmitnahmen. Die Titel waren zuletzt besonders gut gelaufen und hatten seit Anfang September knapp ein Viertel an Wert hinzugewonnen.
ThyssenKrupp-Papiere rutschten um knapp zwei Prozent ab. Händler sprachen von einer anhaltend schlechten Stimmung im Stahlsektor angesichts der negativen Entwicklung bei Eisenerz und der Sorge um eine weltweite Wachstumsabschwächung.

Nomura stuft Commerzbank herunter

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Gefragt waren dagegen defensive Aktien wie Fresenius und FMC mit Gewinnen von 1,2 beziehungsweise 0,5 Prozent. Bayer-Aktien verteuerten sich um 0,3 Prozent, nachdem der Pharma- und Chemiekonzern eine weitere US-Zulassung für das Augenmedikament Eylea erhalten hat.

Deutlich zulegen konnten die Aktien des TecDax -Neulings LPKF. Sie kletterten mit einem Plus von 4,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 16,20 Euro. TecDax-Aufsteiger BB Biotech rückte um 0,5 Prozent vor.

Im MDax wurden Deutz durch Tag Immobilien ersetzt und notierten 0,5 Prozent schwächer. Deutz lagen mit einem Abschlag von 2,5 Prozent ebenfalls im Minus. Der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse hatte die seit dem heutigen Montag gültigen Veränderungen Anfang September bekanntgegeben.

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Die Aktien der Biotechfirma Morphosys haben ihren jüngsten Höhenflug auch am Montag fortgesetzt. Sie verteuerten sich im TecDax um bis zu 9,4 Prozent auf 24,40 Euro. "Das sind die Nachwirkungen vom Freitag, als das Unternehmen seinen großen Studienerfolg veröffentlicht hat ", sagte ein Händler. Seitdem haben die Aktien um gut 25 Prozent zugelegt. Die Analysten der Commerzbank erhöhten das Kursziel für Morphosys auf 30 von 27 Euro und bekräftigten ihre Kaufempfehlung.

Die Bundesregierung hat eine Reihe schwerwiegender Bedenken gegen die geplante Fusion von EADS und BAE zu einem neuen Luftfahrt- und Rüstungskonzern. Das geht aus einem Bericht des Wirtschaftsministeriums für den Wirtschaftsausschuss des Bundestages hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin wird unter anderem kritisiert, dass der Anteil der Airbus-Mutter EADS in dem neuen Konzern nur 60 Prozent betragen soll. Deutschland und Frankreich seien sich zudem einig, dass die angebotenen Goldenen Aktien „keine völlige Sicherheit“ böten und eventuell europarechtlich angreifbar seien. Auch die Standortgarantien seien nicht belastbar. An der Börse sacke die Aktie von EADS um 2,7 Prozent ab.

Die Woche an den Märkten

Montag

Erkenntnisse über die Stimmung in der deutschen Wirtschaft erhoffen sich die Investoren von der Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimaindexes. Im Blick behalten dürften Anleger auch das Ausscheiden des Handelsriesen Metro und des Lkw-Bauers MAN aus dem Dax. Im Gegenzug steigen der Autozulieferer Continental und der Chemiekonzern Lanxess in den deutschen Leitindex auf. Geschäftszahlen- und -berichte aus den Unternehmen spielen in dieser Woche eine eher untergeordnete Rolle.

Dienstag

Im Anlegerfokus steht vor allem am Nachmittag die Veröffentlichung der aktuellen Daten zum Verbrauchervertrauen in den Vereinigten Staaten.

Mittwoch

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht eine erste Schätzung zur Entwicklung der Verbraucherpreise im September des laufenden Jahres in Deutschland.

Donnerstag

Der im SDax notierte Baumarkt-Konzern Hornbach veröffentlicht seine Zahlen zum zweiten Quartal. Auch die Textilkette H&M (Hennes & Mauritz) präsentiert Unternehmenszahlen. Außerdem gibt die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitsmarktdaten für September bekannt. In Übersee präsentieren der Sportartikelhersteller Nike und der Smartphonehersteller Research In Motion ("Blackberry") ihre aktuellen Quartalszahlen. Zudem erfahren Investoren die neuesten Daten zum US-Wirtschaftswachstum.

Freitag

Zum Wochenausklang gibt die japanische Regierung die vorläufigen Daten für die Industrieproduktion im Monat August bekannt.

Stimmung kommt an den Aktienmärkte derzeit nicht auf. Vor allem die Maßnahmen der Notenbanken treiben anhaltend die Kurse: die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), unbegrenzt Staatsanleihen der Krisenländer aufzukaufen und der Beschluss der US-Notenbank Fed, eine weitere Runde "quantitativer Lockerung" einzuläuten ("QE3").

Nach den zuletzt kräftigen Kurszuwächsen zeigen sich Experten nun uneins über den weiteren Verlauf. Zu den Skeptikern zählt der Chefvolkswirt der DZ-Bank, Stefan Bielmeier: Die Nachfrage nach Aktien sei neben der "ultra-expansiven" Geldpolitik eher dem Mangel an alternativen Anlagen geschuldet als einer Verbesserung der Gewinnaussichten. "Der Kursaufschwung steht daher zunehmend auf schwachem Unterbau."

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Die Stimmung der Anleger ist zu gut, meinen Experten. Sie erwarten einen Kursrücksetzer.


Kommentare (15)

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Account gelöscht!

24.09.2012, 07:17 Uhr

"..... künftig im Ernstfall zwei Billionen Euro verfügbar ...."

Keun Problem! Warum nicht gleich verdoppeln? Frankreich und Deutschland haben auch Probleme. Gerne auch gleich 5 Billionen, zur Verfahrensvereinfachung. Was interessiert schon das "Haftungs-Begrenzungsgeschwätz" von neulich noch?

Bisher wurde seit Tausenden Jahren noch jede Staatsüberschuldung mittels Geldentwertung (meistens mit und teils ohne folgeende Bürgerkriege) aufgelöst. Nur zu, die Lawine rollt.

Mein Sparvorschlag für Deutschland:
1.) Den Bundestag jeweils nach der Wahl des Kanzlers / der Kanzlerin sofort ohne weitere Bezüge komplett auflösen.
Begründung: Er ist überflüssig wie ein Kropf. Stimmt für Gesetze, die Deutschland in den Abgrund führen.
2.) Das Bundesverfassungsgericht sofort abschaffen.
Begründung:
Es ist überflüssig und trifft Entscheidungen sowieso nur im politischen Mainstrem.

Account gelöscht!

24.09.2012, 07:23 Uhr

As bigger it is, as better it works. Big is beautiful. I like it.

Account gelöscht!

24.09.2012, 07:55 Uhr

250% innerhalb nicht einmal 6 Monaten mit griechischen Aktien... -Ich habe Angst vor der Korrektur... :S -.-

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