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16.05.2012

18:00 Uhr

Börse Frankfurt

Dax kann sein Plus nicht ins Ziel retten

Die Euro-Krise gibt weiterhin den Ton an den Finanzmärkten an. Davon konnten sich heute die Anleger überzeugen. Denn selbst gute Konjunkturdaten hatten keine Chance gegen die Hiobsbotschaften aus Europa.

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FrankfurtAm Ende fehlte nicht viel: Der Dax verlor kurz vor der Zielgeraden sein Plus und schloss 0,3 Prozent im Minus bei 6.384 Punkten. Auch die zweite Reihe musste nachgeben. Am Ende lag der MDax 0,1 Prozent im Minus bei 10.331 Punkten und der TecDax sank um ganze 1,3 Prozent auf 760 Zähler.

Im gesamten Tagesverlauf zeigte der Dax jedoch eine positive Tendenz. Denn zur Eröffnung betrug das Minus noch knapp 1,5 Prozent. Sein Tagestief markierte der Leitindex bei 6.297 Punkten. Von diesem Punkt an arbeitete sich der Dax dann kontinuierlich nach oben.

Am Nachmittag gelang ihm, getrieben von guten US-Zahlen, der Sprung ins Plus. Es schien, als könnte der Dax die Probleme rund um Griechenland hinter sich lassen und den ersten Handelstag in dieser Woche im grünen Bereich beenden. Die Kursverluste zu Handelsschluss zeigten jedoch, dass der Großteil der Investoren immer noch zu wenig Vertrauen in Aktien hat. Sie bevorzugen es, ihre Gewinne mitzunehmen anstatt weitere Risiken einzugehen.

Auch der Euro musste am Abend einen Gang zurückschalten. Er wurde nach Frankfurter Börsenschluss mit 1,2720 Dollar bewertet und lag damit 0,1 Prozent im Minus.

Die US-Börsen eröffneten stark, bewiesen aber ebenfalls keine Kondition. Der Dow-Jones notierte nach Frankfurter Börsenschluss nur noch 0,1 Prozent im Plus auf 12.641 Punkte, der S&P-500 notierte 0,1 Prozent fester auf 1.332 Zähler und der Nasdaq-100 fiel 0,2 Prozent ins Minus auf 2.577 Punkte.

Der Tag an den Märkten (Stand 18:00 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Der heutige Handelstag zeigte, dass die Nervosität die Börsen weiterhin fest im Griff hat und dass sich gute Konjunkturdaten gegen die Hiobsbotschaften aus der Euro-Zone nur kurzfristig beweisen können. Denn solange keine funktionierende Regierung in Athen zustande kommt, solange werden auch die Märkte ängstlich und übertrieben auf die Entwicklung in Griechenland reagieren. Und selbst wenn nach den Neuwahlen am 17. Juni eine Regierung stehen sollte, kann mit einer Entspannung nicht gerechnet werden. Denn sollte das "worst-case-Szenario" eintreffen, also das Bündnis der linksradikalen Syriza die Wahl gewinnen, würde die neue Regierungskoalition dem europäischen Spardiktat entsagen und die Troika den Geldhahn abdrehen. In der Finanzwelt macht das Horrorszenario mit dem Namen "Grexit" – ein griechischer Zahlungsausfall und Austritt aus der Eurozone – mittlerweile die Runde.

Börse Frankfurt am Mittag

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„Die schlechte Nachricht ist, dass dies ein durchaus denkbares Szenario ist“, sagte Devisenexpertin Carolin Hecht von der Commerzbank. „Die gute ist, dass jeder Komponente dieser Wirkungskette noch Alternativen gegenüberstehen, die diesen vermeintlichen Teufelskreis unterbrechen könnten.“

Ein anderer Händler betonte: "Der Eintritt in die Euro-Zone sollte eigentlich unwiderruflich sein. Sie hatten alle Brücken eingerissen, damit niemand auf die andere Seite des Flusses zurückgelangen kann. Nun sieht es aber danach aus, als ob die Griechen hinüberschwimmen wollen."

Kommentare (113)

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Account gelöscht!

16.05.2012, 07:24 Uhr

Wenn es, wie geestern angedeutet, einen Weg in ein seriöses Börsenforum gibt, wäre ich daran interessiert.

Account gelöscht!

16.05.2012, 07:45 Uhr

Ich bin kein Anhänger von Charttechnik. Wer in der FAZ-Print von heute "Der Weg des geringsten Widerstands weit nach unten" gelesen hat, versteht leichter warum. Zwar hat auch Charttechnik ihre gewissse (Eigen-)Dynamik. Aber ungewollt entstand in der FAZ ein satirische anmutender Artikel über die verschiedensten Einschätzungen. Allesamt natürlich gut begründet, allesamt auf gleicher Historie, allesamt von erfahrenen Marktmenschen. Fazit daraus:
Der Dow ist am Boden angelangt, steht vor einer weiteren tiefen Korrektur, oder er steigt weil überverkauft und begibt sich in eine neue Aufwärtsbewegung. Jeder nehme was ihm beliebt.

daytrader_wave

16.05.2012, 08:03 Uhr

Es war relativ klar zu erwarten, dass Asien über Nacht nachziehen würde und angesichts fehlender politischer Schadensbegrenzung (per momentum) das Sentiment weiter abwärts geht. Es ist also noch etwas Luft nach unten...
Ob man wirklich jetzt noch short geht oder nicht lieber nur einfach nicht long geht und abwartet, ggf. allmählich Long-Positionen aufbaut, hängt vom Verlauf des Vormittags ab. Entscheidend wird auch sein, wie die Konjunkturzahlen am Nachmittag aus den USA ausfallen werden.

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